30 Korker Straßenschilder mit Hintergrundinformationen versehen

Wer war Anselm Pflüger? Wie ist die Herrenstraße zu ihrem Namen gekommen? Und welche Geschichte hat die Straße Auf dem Bühl? Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs haben in dieser Woche 30 Straßenschilder in Kork mit Zusatzschildern versehen, die Erklärungen und Hintergrundinformationen zu den Straßennamen bieten.

„Es kommen sehr viele Touristen nach Kork“, sagt Ortsvorsteher Patric Jockers, „wir zählen durchschnittlich 50 000 Übernachtungen pro Jahr“. Viele der Gäste würden in der Ortsverwaltung nachfragen, welche Geschichte hinter bestimmten Straßennamen steckt. „Und auch für viele Korker selbst sind diese Informationen interessant“, ist Patric Jockers überzeugt. Denn da Kork schon sehr alt ist – das Dorf wurde erstmals urkundlich im Jahr 778 erwähnt –, hätten viele Straßennamen einen historischen Bezug, der heute kaum noch bekannt sei. Deshalb beschloss der Korker Ortschaftsrat, dass 30 Straßenschilder durch Erläuterungen ergänzt werden sollen. Die Texte stammen aus dem Buch „Straßennamen der Großen Kreisstadt Kehl und ihre Bedeutung“, das der Historische Verein 2010 herausgegeben hat. Die Informationen über die Korker Straßennamen, die darin publiziert sind, wurden von Hans Herrmann und Helmut Schneider recherchiert.

Alexander Benne (links) und Lothar Köbel montieren im Auftrag von Ortsvorsteher Patric Jockers (Mitte) und dem Korker Ortschaftsrat 30 Schilder mit Zusatzinformationen unter den jeweiligen Straßenschildern. zoom

So ist auf den neuen Schildern, die jeweils direkt unterhalb der Straßenschilder montiert wurden, beispielsweise nachzulesen, dass die Herrenstraße nach den Beamten des Bezirksamtes benannt ist, die im 18. Jahrhundert ihren Dienst in den Amtsgebäuden des Verwaltungssitzes Kork taten; denn die Bauern bezeichneten damals alle Verwaltungsmitarbeiter als „die Herren“. Der Straßenname Auf dem Bühl leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „bühel“ (Buckel) ab und bezeichnet die höchste Stelle bei der Korker Dorfkirche. Schon in fränkischer Zeit fanden auf dem Platz dreimal jährlich Strafgerichtssitzungen statt, das letzte Todesurteil eines Strafgerichts wurde dort 1802 verhängt. Die kleine Straße Im Gässel, die von der Oberdorfstraße abgeht, wurde früher im Volksmund Amaliengässel genannt, heißt es auf dem entsprechenden Schild. Denn dort wohnte Amalie Moschberger, die im späten 19. Jahrhundert die Schweinehirtin des Dorfes war. Anselm Pflüger, so erfährt nun jeder, der das neue Schild in der nach ihm benannten Straße liest, war Straßburger Reformator und Schüler Luthers, der 1545 die Reformation in Kork und Sand einführte.

Zusatzschilder für Straßenschilder in Korkzoom

23.03.2018

 

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