Amnestie machte Rathaus zum Waffenlager: Auch Übungsgranaten wurden abgegeben

Gewehre, Pistolen, Revolver, Schlagstöcke und Messer: Ein ganzes Waffenarsenal breitete sich in den letzten Juni-Tagen auf Nico Tim Glöckners Schreibtisch aus. Zahlreiche Kehlerinnen und Kehler haben die am 1. Juli ausgelaufene Amnestie genutzt, um illegale Waffen straffrei loszuwerden. Insgesamt 95 Gewehre, Pistolen, Revolver, Hieb- und Stichwaffen, 12 Packungen an Munition und sogar Übungsgranaten wurden bis Freitag (29. Juni) beim Leiter des Bereichs Bürgerservice, Sicherheit und öffentliche Ordnung der Stadt abgegeben.

Vor allem in den letzten Tagen der Amnestie war der Andrang groß; hauptsächlich Handwaffen, wie Klappmesser, Einhandmesser sowie Luft- und Sportgewehre wurden ins Rathaus gebracht, aber auch quasi museumsreife Stücke: „Wir haben auch historische Waffen, beispielsweise Schwedenmauser oder Waffen aus dem deutsch-französischen Krieg, erhalten“, berichtet Nico Tim Glöckner. Zwei scharfe Waffen seien außerdem dabei gewesen. Dabei habe es sich um Waffen gehandelt, die nicht für den sportlichen Zweck oder zur Dekoration gedacht seien, sondern dafür, Menschen zu töten oder erheblich zu verletzen.

Kehlerinnen und Kehler gaben vor allem Klappmesser, Einhandmesser sowie Luft- und Sportgewehre ab.zoom

Zu den außergewöhnlichen Abgaben zählen darüber hinaus eine Machete, ein selbstgebautes Messer mit indischen Verzierungen am Griff und mehrere sogenannte GU 69 Übungsgranaten. „Den Kampfmittelbeseitigungsdienst haben wir bereits über die Abgabe der Übungsgranaten informiert“, sagt Nico Tim Glöckner. Auch ein Teleskopschlagstock, der nur auf privatem Gelände getragen werden darf, wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung ausgehändigt. „Einige Bürgerinnen und Bürger geben Waffen ab, die sie im öffentlichen Raum nicht mit sich führen dürfen“, erklärt Nico Tim Glöckner. Dazu gehören beispielsweise Butterfly- und Einhandmesser. Zusätzlich wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bereichs Bürgerservice, Sicherheit und öffentliche Ordnung auch Munition übergeben. Manchmal wurden Waffen oder Munition quasi beim Aufräumen oder in Vorbereitung eines Umbaus entdeckt: So waren beispielsweise auf dem Dachboden des Rathauses Neumühl Patronen aus dem zweiten Weltkrieg gefunden worden.

Bei Nico Tim Glöckner, Leiter des Bereiches Bürgerservice, Sicherheit und öffentliche Ordnung der Stadt Kehl, wurden in den vergangenen Tagen verstärkt Waffen abgegeben.zoom

Bei der Abgabe der Waffen mussten Kehlerinnen und Kehler nicht erklären, wie sie in den Besitz der Waffen oder der Munition gelangt sind. Einzig ihre Namen sowie die Bezeichnung der Waffen wurden aufgenommen. „Die Namen werden von uns nicht weitergegeben“, versichert Nico Tim Glöckner. Allerdings überprüfen wir, ob nach den abgegeben Waffen gefahndet wird“. Sollte dies nicht der Fall sein, werden diese, ebenso wie die Munition, in abschließbaren Schränken im Tresorraum der Stadtverwaltung aufbewahrt, bis der kommunale Ordnungsdienst sie zum Landratsamt transportiert. Für den Transport werden sie in mehrere abschließbare Metallkisten verpackt, wobei die Munition abgezählt und getrennt von den Waffen transportiert werden muss. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Landratsamt vernichten dann alles zusammen mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Bei der letzten Amnestie, die 2010 geendet hat, gaben mehr Bürgerinnen und Bürger nicht registrierte Waffen ab.zoom

Bei der letzten Amnestie – nach dem Amoklauf in Winnenden –, die 2010 endete, nutzten ungleich mehr Bürgerinnen und Bürger die Chance, nicht registrierte Waffen abzugeben: 286 Gewehre, Pistolen und Revolver und 69 Packungen Munition lagerten damals im städtischen Tresorraum; beim Abtransport beteiligten sich auch Polizeibeamte.


Infokasten:
Die Amnestie wurde aufgrund des Inkrafttretens eines neuen Waffengesetztes eingeführt. Während dieser konnten Bürgerinnen und Bürger Waffen bei Waffenbehörden und der Polizei straffrei abgeben und zwar unabhängig davon, ob die Waffen gekauft, geerbt oder anderweitig beschafft worden waren. Die Gründe für den Besitz der Waffen mussten nicht genannt werden, außer es handelte sich um Kriegswaffen. Die Amnestie ist am Sonntag, 1. Juli, ausgelaufen.

02.07.2018

 

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