Projektgruppe der Grundschule Sundheim schleudert zusammen mit Imker Honig

„Mit welcher Kraft wird eigentlich Honig geschleudert?“, fragt die städtische Umweltpädagogin Insa Espig. „Zentrifugalkraft!“, rufen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Sundheim sofort. Begeistert drehen sie an der Kurbel einer Honigschleuder und stellen auf diese Weise mit Imker Christian Felder von der Hanauerland Imkerei aus Zierolshofen Honig her. Das große silberne Gerät, eine Art Kessel mit Drehkurbel und einer Öffnung am Boden, steht in der Mitte des Klassenzimmers, um den sich die Gruppe versammelt hat. Zusammen mit ihrer Lehrerin Silke Merz lernen die Kinder im Rahmen der Projektwoche „Natur und Umwelt“ von Insa Espig und Christian Felder einiges über Bienen.

„Bevor eine Bienenkönigin schlüpft, wird die Larve mit Gelee Royal, dem so genannten Bienenköniginnenfuttersaft, genährt“, erklärt die Umweltpädagogin Insa Espig den neugierigen Schülerinnen und Schülern. Auch dass eine Bienenkönigin fünf Jahre lang lebt, ihre Sommer-Arbeiterinnen aber nur drei Monate, weil sie so viel arbeiten müssen, lernen die Kinder im Bienenprojekt der Grundschule Sundheim. Damit den Kleinen die Theorie veranschaulicht wird, steht im Schulgarten eine sogenannte Schaubeute, die Imker Christian Felder mitgebracht hat. Dies ist ein Schaukasten, in dem die Entwicklung des Bienenvolkes hinter Glas verfolgt werden kann.

Zusammen mit Imker Christian Felder schleudern die Kinder Honig.zoom

Begeistert beobachten die Schülerinnen und Schüler die Königin und den Schwänzeltanz der Arbeiterinnen während der Trachtzeiten. Dann präsentiert Christian Felder eines seiner wichtigsten Werkzeuge: den Raucher. Mit diesem verteile man Rauch, der das Bienenvolk ruhig stelle. So sei es möglich, ohne Gefahr am Bienenstock zu arbeiten. Um den Schülerinnen und Schülern auch die Arbeitskleidung eines Imkers zu zeigen, hat Christian Felder außerdem einen richtigen Imkeranzug für Kinder mitgebracht. Diesen trägt der achtjährige Henry mit großer Begeisterung: „Der Hut mit dem Netz ist toll.“ Nur ungern gibt er ihn später zurück.

Einige Schülerinnen und Schüler schauen dem herausfließenden Honig begeistert zu.zoom

Nach der Theorie dürfen die Kinder dann selber das Imkern ausprobieren und Honig herstellen. Mit großen Augen drängen sich die Schülerinnen und Schüler um die Honigschleuder und schauen in das Innere. Vier Waben befinden sich in ihr und werden von Imker Christian Felder geschleudert. Dafür dreht er kräftig an der Kurbel. „Kommt schon Honig raus?“, fragt die Lehrerin. Begeistert nicken die Kinder: Aus der Öffnung am Boden tropft langsam die goldgelbe Flüssigkeit in einen Eimer. Als sie selbst drehen dürfen, ist die Freude der Kleinen noch viel größer. Sofort bilden mehrere Kinder eine Schlange und wechseln sich ab. Während eines von ihnen die Kurbel dreht, halten ein paar andere die Schleuder fest, damit sie nicht verrutscht. „Das Schleudern finde ich cool, weil ich das noch nie gemacht habe“, sagt die neunjährige Deleila. Mit neugierigen Blicken sitzen immer wieder einige Schülerinnen und Schüler vor dem Eimer, in den die goldgelbe Flüssigkeit läuft. Langsam breitet sich der Duft des Honigs im Klassenzimmer aus. „Der Honig schmeckt! Ich habe probiert“, verkündet Alina begeistert.

Imker Christian Felder reicht die Waben an die Kinder weiter.zoom

Imker Christian Felder holt die ersten vier Waben aus der Schleuder; sie sind bereits leer. Mit einem Föhn entfernt er das Wachs von vier neuen Waben und reicht diese an die Kinder weiter. Jetzt können sie selbst spüren, wie schwer diese sind. „Eine Wabe ergibt etwa eineinhalb Kilogramm Honig“, erzählt der Imker. Interessiert schauen sich die Kleinen die Waben an und geben sie untereinander weiter.
Zum Abschluss dürfen die Kinder den Honig auch selbst probieren und streichen die goldgelbe Flüssigkeit auf dicke Scheiben Brot. „Ich habe vorher nur einmal Honig gegessen, aber er hat mir nicht geschmeckt. Der hier dagegen schon“, stellt die zehnjährige Kira erstaunt fest. Sie könne sich vorstellen, diesen jetzt häufiger zu essen. Damit die Kinder den selbst hergestellten Honig auch zu Hause gemeinsam mit ihrer Familie verköstigen können, füllen die Umweltpädagogin und der Imker für jede Schülerinnen und jeden Schüler ein Glas ab. „Das habt ihr super gemacht. Jetzt könnt ihr euren eigenen Honig essen“, lobt die Umweltpädagogin Insa Espig die Kleinen für ihre Mitarbeit.

Jede Schülerin und jeder Schüler erhält zum Abschluss ein Glas Honig.zoom

Der Besuch des Imkers fand im Rahmen der Projektwoche „Natur und Umwelt“ an der Grundschule Sundheim statt, bei der sich die Schülerinnen und Schüler je nach Interesse für eine Projektgruppe entscheiden konnten. Zusammen mit der Lehrerin Silke Merz befassten sich die Kinder mit dem Thema Bienen und den Gründen, warum diese wichtig für die Natur sind. Dabei bastelten sie beispielsweise Wildbienenhotels aus Metalldosen, Bambus, Wildbienenpappröhren und Stroh.

10.07.2018

 

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