Jugendliche für Kommunalpolitik begeistern - Jugendgemeinderat diskutiert Ideen

Wie kann man Jugendliche für die (kommunale) Politik begeistern? Darüber hat am Montagabend, 3. Dezember, der Jugendgemeinderat diskutiert. Auch Felix Neumann vom Diakonischen Werk Ortenau in Kehl beschäftigt dieses Thema. Er stellte während der Sitzung das Projekt „NeuLand.Wahl“ vor, mit dem jungen Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung politische Zusammenhänge und die Beteiligung am politischen Diskurs nähergebracht werden sollen.

Bei ihrem Treffen im Bürgersaal des Rathauses überlegten die jungen Rätinnen und Räte, wie man jugendliche Kehlerinnen und Kehler dazu bewegen kann, sich an Wahlen zu beteiligen und Politik aktiv mitzugestalten – vor allem unter dem Aspekt der anstehenden Kommunalwahl im Mai. Eine Möglichkeit könnte aus Sicht des Gremiums das Jugendforum sein, das erstmals 2016 im Rahmen einer Projektförderung stattgefunden hat. Dieses verfolgt das Ziel, allen Jugendlichen der Stadt die Chance zu bieten, sich dem politischen Diskurs anzuschließen, Ideen einzubringen und Projekte gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt umzusetzen – auch wenn sie bisher wenig oder keine politische Erfahrung vorweisen können.

Hintergrund ist, dass in Baden-Württemberg bereits 16-Jährige auf Kommunalebene wählen dürfen – also Gemeinde- oder Ortschaftsräte, sowie die Kreisräte in den Landkreisen. „Das ist eine so tolle Möglichkeit, die es nicht in jedem Bundesland gibt und diese sollten wir auch nutzen“ betonte Michael Nguyen, Vorsitzender des Jugendgemeinderats, an dieser Stelle. Binja Frick, stellvertretende Leiterin des städtischen Produktbereichs Familie und Bildung, Sozialplanung, ergänzte, dass viele Jugendliche gar nicht wüssten, dass sie das aktive Wahlrecht bereits zwei Jahre vor ihrer Volljährigkeit haben. Sie schlug darum vor, anlässlich der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 mithilfe des Jugendforums Interesse zu wecken und jungen Kehlerinnen und Kehlern ihre Wahlberechtigung ins Bewusstsein zu rufen. Im Rahmen des Forums könne man die Gemeinderatskandidaten beispielsweise gezielt fragen, was diese für die Jugend tun wollen und weshalb Jugendliche ihnen ihre Stimme geben sollten. Dies könne mithilfe von Fragebögen oder kurzen Gesprächen erfolgen, die anschließend transparent verarbeitet werden. „Macht euch bewusst, dass die Jugendlichen in Kehl einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen“, ermutigte Binja Frick die jungen Kehlerinnen und Kehler, aktiv für ihre Interessen einzutreten.

Michael Nguyen setzte sich dafür ein, junge Menschen in Kehl dabei zu unterstützen, als Gemeinderat zu kandidieren, damit diese für ihre eigene Altersklasse Politik im Stadtgebiet gestalten. Schließlich habe jeder volljährige Jugendliche das Recht, sich auf die Jugendliste setzen zu lassen, betonte der Jugendgemeinderatsvorsitzende.

Auch Felix Neumann hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Teilhabe junger Menschen an Politik zu stärken. Er arbeitet im Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werks Ortenau in Kehl und stellte dem Jugendgemeinderat das von ihm betreute Projekt „NeuLand.Wahl“ vor. Dieses hat das Ziel, vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund oder junge Geflüchtete für Demokratie zu sensibilisieren. Für Felix Neumann hat dieses Projekt einen besonderen Stellenwert: „Ich sehe darin einen wesentlichen Beitrag zur aktiven Integration und gleichberechtigten Teilhabe.“ Dafür bietet er seiner multikulturellen Gruppe von Oktober 2018 bis Juni 2019 besondere Aktionen an: Neben Besuchen von Bundestag, Landtag und Europaparlament sollen bis zu den Doppelwahlen im Mai 2019 Themen erarbeitet werden, Politiker- und Kandidaten-Talks stattfinden und Migrantenwahlen angeboten werden. "Es geht um konkrete politische Teilhabe, auch wenn ein Großteil der Gruppe herkunftsbedingt nicht wahlberechtigt ist, aber auch um demokratische Grundwerte", so der Politologe und Sozialpädadoge Felix Neumann. Die Jugendgemeinderätinnen und -räte zeigten sich sichtlich interessiert an diesem Projekt. Künftig möchte das Gremium daher verstärkt mit den Mitgliedern des Projekts „Neuland.Wahl“ zusammenarbeiten.


Info
Das Jugendforum hat sich aus dem Format Politikcafé entwickelt, das das Jugendzentrum Kehl 2016 veranstaltet hat. Dabei wurden Jugendliche auf den Pausenhöfen gefragt, welche Verbesserungsvorschläge sie für das Leben in Kehl haben. Die Ergebnisse wurden anschließend gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt transparent verarbeitet. Ziel des Forums ist es, Kehler Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich sowohl kurz- als auch langfristig politisch zu engagieren – beispielsweise im Rahmen eines Projekts, wie die Errichtung des Workout-Parcours am Weißtannenturm im August 2018. Wer ebenfalls Interesse daran hat, sich im Jugendforum einzubringen, der kann sich per E-Mail an jugendgemeinderat@stadt-kehl.de an den Jugendgemeinderat wenden.

06.12.2018

 

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