„Europa lebt“: Absichtserklärung zur grenzüberschreitenden Nutzung der Abwärme der Badischen Stahlwerke unterzeichnet

Der erste Schritt ist getan: Vertreter der baden-württembergischen Landesregierung, der Bundesregierung, der Eurométropole de Strasbourg, der Stadt Kehl, der Région Grand Est, der Badischen Stahlwerke und der BK Bioenenergie haben am Montagnachmittag (13. Mai) eine Absichtserklärung unterzeichnet und damit den Willen bekundet, ein ehrgeiziges Klimaschutzprojekt umzusetzen: 10 000 Tonnen Kohlendioxid könnten im Ballungsraum Straßburg-Kehl alljährlich eingespart werden, wenn zumindest ein Teil der Abwärme der Badischen Stahlwerke in einem grenzüberschreitenden Wärmenetz genutzt würde, um neben dem Pelletwerk der BK Bioenergie im Kehler Hafen auch 4500 Straßburger Haushalte zu versorgen.

„Wir können gemeinsam den Klimaschutz vorantreiben – Europa lebt“, rief Andre Baumann, Staatssekretär im baden-württembergischen Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, aus und begrüßte zusammen mit den übrigen Unterzeichnern der Absichtserklärung mit großen Enthusiasmus den Auftakt zu diesem ehrgeizigen Projekt – symbolisch auf einem Schiff auf dem Rhein. Das Ministerium hatte bereits im vergangenen Jahr eine Studie finanziert, mit der die technische Machbarkeit nachgewiesen worden war.

Für die Stadt Kehl unterzeichnete Oberbürgermeister Toni Vetrano die Absichtserklärung zur grenzüberschreitenden Nutzung der Abwärme der Badischen Stahlwerke. Links neben ihm Staatssekretär Andre Baumann aus dem baden-württembergischen Umweltministerium, rechts Thomas Bischof von BK Bioenergie.zoom

Grüße des Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier überbrachte Ministerialdirigent Ulrich Benterbusch: „Es kommt nicht oft vor, dass ein Projekt in diesem frühen Stadium die Aufmerksamkeit des Bundesministers und seines Staatssekretärs erregt“, sagte er und fügte hinzu: „Wenn wir helfen können, werden wir das gerne tun.“ Das Abwärmeprojekt stehe zum einen für Europa, zum anderen für die Dekarbonisierung im Wärmemarkt.
Sehr glücklich über die Unterzeichnung der Absichtserklärung zeigte sich auch der Präsident der Eurométropole de Strasbourg, Robert Herrmann. Die Eurométropole wolle den CO2-Ausstoß „drastisch reduzieren“, erklärte er, „das ist nur durch neue und innovative Projekte wie dieses möglich“. Die Versorgung von 4500 Haushalten mit Abwärme der Badischen Stahlwerke sei nur ein erster Schritt, Ziel sei es auf lange Sicht, noch weit größere Teile der Straßburger Bevölkerung zu versorgen.

Die Unterstützer und Akteure des Projekts zur grenzüberschreitenden Nutzung der Abwärme der Badischen Stahlwerke von links nach rechts: Alain Jund, Umweltbeigeordneter der Stadt Straßburg, Catherine Trautmann, Vizepräsidentin der Eurométropole mit Schwerpunkt Energiewende, Robert Herrmann, Präsident der Eurométropole de Strasbourg, Oberbürgermeister Toni Vetrano, Markus Menges, Geschäfsführer der Badischen Stahlwerke, Reiner Hagemann von den Badischen Stahlwerken, Ulrich Benterbusch, Ministerialdirigent aus dem Bundeswirtschaftsministerium, Christèle Willer, Vizepräsidentin der Région Grand Est, Andre Baumann, Staatssekretär im baden-württembergischen Umweltministerium und Thomas Bischof, Geschäftsführer der BK Bioenergie.zoom

„Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt“, zitierte Oberbürgermeister Toni Vetrano Konfuzius und zeigte sich optimistisch: Bei allen grenzüberschreitenden Projekten, von der Passerelle des deux Rives über die deutsch-französische Kinderkrippe bis zur Tram, habe man – „nicht selten quasi in letzter Minute“ – Schwierigkeiten überwinden müssen, die niemand vorhergesehen habe. Straßburg und Kehl hätten es immer geschafft und hätten es in dieser Disziplin inzwischen zur Meisterschaft gebracht. Wenn das Projekt gelinge, bringe es den Klimaschutz im Ballungsraum voran wie kein anderes; nicht im ersten Schritt, aber im weiteren Ausbau könne er sich vorstellen, „dass wir in Kehl auch noch von der aus Straßburg zurückfließenden Wärme profitieren könnten“.
Christèle Willer, Vizepräsidentin der Région Grand Est zeigte sich sicher, dass das Projekt gelingen werde: Wie die Eurométropole verfolge auch die Région das Ziel, bis 2030 40 Prozent, bis 2050 den kompletten Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Das grenzüberschreitende Abwärmeprojekt passe hier bestens ins Konzept.
Die Badischen Stahlwerke verbänden mit dem Projekt auch die Hoffnung auf einen Imagegewinn, stellte Geschäftsführer der Badischen Stahlwerke Markus Menges dar – gerade in einer Region, die mehr für Tourismus denn für Schwerindustrie stehe. Auch für Thomas Bischof von der BK Bioenergie handelt es sich bei dem Vorhaben um einen „wichtigen Meilenstein, um ein Leuchtturmprojekt im Klimaschutz und im Wärmemarkt“.

13.05.2019

 

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