Kumulieren, Panaschieren, Fragezeichen

Rund 750 Kehler Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren dürfen bei den Kommunalwahlen am 26. Mai zum ersten Mal wählen. Wie das genau funktioniert und wofür die einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten eigentlich stehen, ist vielen jungen Kehlerinnen und Kehlern allerdings nicht bewusst. Um Abhilfe zu schaffen, zeigen die Freiwilligendienstleistenden und Studierenden der Jugendhäuser in den Schulen derzeit fünf selbst erstellte Videos. Darin wird unter anderem erklärt, wie man wählt und welche Aufgaben die unterschiedlichen Gremien haben. Außerdem beziehen die Kandidatinnen und Kandidaten der verschiedenen Listen zu kommunalpolitischen Fragen Stellung. Insgesamt werden bei den Workshops, bei denen vor allem der politische Austausch im Vordergrund steht, rund 300 Schülerinnen und Schüler erreicht.

„Ich weiß nicht, wie das überhaupt funktioniert.“ Diesen Satz hören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kehler Jugendhäuser häufig, wenn sie mit Jugendlichen darüber sprechen, ob sie wählen gehen. „Dass Interesse an Politik besteht, sieht man an Projekten wie dem Workout-Parcours am Altrhein, den die Jugendlichen selbst initiiert haben“, ist sich Melanie Krauß, Leiterin des Badhiesels Goldscheuer, sicher.
„Jugendliche wollen gestalten und etwas verändern, ihnen fehlt aber häufig das dafür notwendige politische Hintergrundwissen“, ergänzt Kevin Ewert, Leiter des Jugendkellers in Kork und des Jugendtreffs in Leutesheim. Was der Gemeinderat überhaupt macht und wie man Mitglied des Gremiums wird, wüssten viele beispielsweise nicht.

Um die Erstwähler aufzuklären, haben Robin Lesniak, Dustin Federer, Jacqueline Egg, Lisa Schadt und Johanna Sander, die alle einen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in den Kehler Jugendhäusern ableisten und die duale Hochschulstudentin Benita Dieterle, fünf Videos produziert. Sie sind selbst zwischen 17 und 21 Jahren alt und wissen deshalb genau, bei welchen Themen in ihrer Altersgruppe Klärungsbedarf besteht: „Wir haben ein Video zum Ortschafts- und Gemeinderat, eines zum Kreistag und eines, das erklärt, wie man eigentlich wählt, produziert“, berichtet Robin Lesniak.
Außerdem begründen bekannte Persönlichkeiten aus Kehl, warum es wichtig ist, zu wählen. Im letzten Video kommen die Kandidatinnen und Kandidaten der verschiedenen Listen zu Wort und müssen sich zu kommunalpolitischen Fragen kurz und knapp mit „Ja“ oder „Nein“ äußern.

Melanie Krauß, Leiterin des Badhiesels Goldscheuer, erläuterte die unterschiedlichen Aufgaben des Kreistags, Gemeinderats und Ortschaftsrats.

„Unser Ziel ist es, allen Menschen das Prinzip der Wahlen näherzubringen. Darum haben wir versucht, die Sprache in den Videos einfach zu halten“, erklärt Lisa Schadt. Am schwierigsten sei es gewesen, die Zusammenhänge auf das Einfachste herunterzubrechen, gleichzeitig aber auch alles Wesentliche zu vermitteln. „Vor allem an den Texten haben wir sehr lange gearbeitet“, fügte Jacqueline Egg hinzu. Gemeinsam haben sie die fünf Videos komplett selbst erstellt – von der Idee, über die Texte bis hin zu den Zeichnungen. Beim Technischen half dann Heiko Borsch, Leiter des Jugendkellers Sankt Nepomuk, der für den Jugendkeller selbst regelmäßig Videos zu Veranstaltungen produziert: „In stundenlanger Kleinarbeit und mit viel Geduld hat er uns gezeigt, wie man filmt, Texte einspricht und den Film schneidet“, betonen die sechs Jugendlichen einstimmig.

Viele Zehntklässler der Hebelschule dürfen am 26. Mai zum ersten Mal wählen.

Mit den fertigen Filmen besuchen sie nun die weiterführenden Schulen in Kehl. Ihre Feuertaufe hatten sie am vergangenen Mittwoch bei den Zehntklässlern der Hebelschule. Unterstützung bekamen sie dabei von Melanie Krauß und Kevin Ewert. Neben der Präsentation der Filme, streuten die Jugendlichen in der Unterrichtsstunde immer wieder auch Beispiele aus der Praxis mit ein; so zeigte Johanna Sander die verschiedenen Stimmzettel für die Wahlen des Kreistags, Gemeinderats und Ortschaftsrats. Bei der Frage am Anfang der Stunde, ob die Schüler denn wählen gehen möchten, gingen nur vereinzelt ein paar Finger nach oben. Dustin Federer überraschte dies nicht: Er selbst habe sich bis vor Kurzem noch gar nicht für Politik interessiert, „weil ich dachte, dass man durchs Wählen nicht wirklich etwas verändern kann.“ Dass dem nicht so ist, betonte Melanie Krauß immer wieder im Laufe des Vormittags. Gleichzeitig appellierte sie an die Schüler, wählen zu gehen, denn: „Eine hohe Wahlbeteiligung von jungen Menschen zeigt den Politikern, dass sie auf Jugendthemen Rücksicht nehmen müssen.“

Info:

Insgesamt fünf Videos für die Kommunalwahl (plus ein Video zur Europawahl) haben die sechs jungen Leute innerhalb von knapp zwei Monaten produziert. Wer sich also vorab informieren oder sein Wissen wieder auffrischen möchte, kann sich die Videos direkt auf dem Youtube-Account des Jugendkellers St. Nepomuk anschauen.

14.05.2019

 

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