Architekten-Wettbewerb Kombi-Bad: Jury kürt drei Preisträger

Ein weiterer Schritt hin zum Bau eines Kombi-Bades auf dem Gelände des Kehler Freibades ist vollzogen: Die AHM Arnke Häntsch Mattmüller Architekten GmbH, Berlin, die sich gemeinsam mit Pfrommer + Roeder Landschaftsarchitekten, Stuttgart, am europaweit ausgeschriebenen Architekten-Wettbewerb beteiligt hatte, wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Auf den zweiten Platz setzte die elfköpfige Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern Richter architectes & associés – das Straßburger Büro hat seinen Entwurf gemeinsam mit der Adler & Olesch Mainz GmbH angefertigt. Auf Platz drei kamen Lehmann Architekten GmbH Offenburg/Berlin mit w+p Landschaften, Freie Landschaftsarchitekten BDLA, Berlin/Offenburg. Außerdem honorierte die Jury zwei mutige architektonische Entwürfe mit zwei Anerkennungen. Alle drei Preisträger bekommen nun die Möglichkeit, ihre Entwürfe zu überarbeiten und noch zu verbessern.

13 Entwürfe hatte die Jury zu beurteilen. Fast neun Stunden lang haben sich die sechs Fachpreisrichter, also Architektinnen und Architekten, darunter Baubürgermeister Harald Krapp, sowie fünf Sachpreisrichter – Oberbürgermeister Toni Vetrano – und vier Vertreter des Gemeinderats (Karim Said, Reiner Monschau, Ralf Dietrich und Werner Müll), mit den anonymisierten Arbeiten befasst, die architektonischen Entwürfe analysiert, Stärken und Schwächen gegeneinander abgewogen und engagiert diskutiert, bevor sie ihre Entscheidung getroffen haben
Jury-Vorsitzender Dr. Eckart Rosenberger, Architekt und Stadtplaner aus Fellbach, lobte bei der anschließenden Pressekonferenz die hohe Qualität der Entwürfe: „Wir haben durchschnittlich ein sehr hohes Niveau festgestellt.“ Die Aufgabe, das Kehler Freibad durch ein Hallenbad zum Kombi-Bad zu ergänzen, „wurde sehr unterschiedlich gelöst“, erklärte er und freute sich, dass die Jury sowohl bei den drei Preisträgern als auch bei den beiden Anerkennungen jeweils zu einem einstimmigen Votum gekommen ist. Bei allen Preisträgern habe man auch auf „die Wirtschaftlichkeit in Bau und Betrieb“ geachtet, betonte er.

Fast neun Stunden lang hat sich die elfköpfige Jury mit den 13 Entwürfen für ein neues Kombi-Bad in Kehl beschäftigt. Das Votum für alle Preisträger fiel einstimmig.zoom

Oberbürgermeister Toni Vetrano freute sich ebenfalls über die „vielen tollen Arbeiten“. Wichtigstes Kriterium war für ihn, „dass die Kehlerinnen und Kehler wieder ein Bad zum Schwimmen bekommen“, das auch den Anforderungen der Schulen und der Vereine entspricht. Der OB bedankte sich nach der Jury-Entscheidung bei allen Beteiligten, besonders hob er das Engagement der Bürgerinnen und Bürger hervor, die sich in der Projektgruppe Neubau Hallenbad am gesamten Prozess beteiligt haben und zum Teil auch als Sachverständige ohne Stimmrecht bei der Jury-Sitzung dabei waren.

Der Entwurf des ersten Preisträgers mit seinem kompakten Baukörper, in dem das Hallenbad untergebracht wird.zoom

Der Entwurf des ersten Preisträgers (23 000 Euro)

AHM Arnke Häntsch Mattmüller Architekten GmbH (Berlin) und Pfrommer + Roeder Landschaftsarchitekten (Stuttgart) haben nach Ansicht des Jury-Vorsitzenden Dr. Eckart Rosenberger einen nachhaltigen, zeitlosen Entwurf abgeliefert, der sich durch eine klare Architektur auszeichne. Mit wenigen architektonischen Mitteln werde ein teils zweigeschossiger Baukörper geschaffen, der durch Kompaktheit und Wirtschaftlichkeit überzeuge. Auch die Anordnung der Schwimmbecken fand die Jury gelungen. Eine Besonderheit des Entwurfs ist auch, dass der historische Kiosk bestehen bleiben soll. Die beiden großen Eichen wollen die Planverfasser erhalten.

So hat der erste Preisträger die Beckenlandschaft im Hallenbad angeordnet.zoom

Der Entwurf des zweiten Preisträgers (15 000 Euro)

Wie ein eingewehtes Blatt soll das Dach des Hallenbades auf dem Freibadgelände aussehen – so beschreibt Richter architects seinen Entwurf, bei dem der Jury-Vorsitzende den geringen Anteil an versiegelten Flächen hervorhob. Es sei der „poetischste der Entwürfe“, hieß es, die Verfasser seien sehr respektvoll mit dem Baumbestand auf dem Freibadgelände umgegangen. Während die Idee, das Schwimmerbecken im Hallenbad durch eine dreiseitige Verglasung quasi ins Grüne zu legen, gelobt wurde, kritisierten die Juroren den zu großzügigen Umgang mit der Fläche im Hallenbad. Hier müsse das Büro noch nacharbeiten, erläuterte Dr. Eckart Rosenberger.

Wie ein ins Freibadgelände eingewehtes Blatt sieht der zweite Preisträger das Dach seines Hallenbadkomplexes.zoom
Und so stellt sich der Entwurf mit der Beckenlandschaft im Hallenbad dar, wenn das Dach quasi abgehoben wird.zoom

Der Entwurf des dritten Preisträgers (12 000 Euro)

„Als sehr schönen Entwurf, der gut in die Landschaft gesetzt ist“, wertete die Jury den Entwurf von Lehmann Architekten aus Offenburg. Auch die Abläufe im Bad seien gut organisiert. Es war die einzige Arbeit, bei der das Hallenbad nicht direkt an der Schwimmbad- oder Stadionstraße angesiedelt, sondern mehr in die Mitte gerückt wurde. Während die Umkleiden und Sanitäranlagen als kompakt und die Gastronomie für den Innen- und Außenbereich als gut angeordnet bewertet wurden, bemängelte die Jury die durchgängig sehr hohe Badehalle.

Der Entwurf des dritten Preisträgerszoom

Die Anerkennungen (zweimal 5000 Euro)

Eine Anerkennung erhielten Sacker Architekten GmbH
mit Henne Korn Landschaftsarchitekten PartGmbB, beide aus Freiburg, für ihren Entwurf mit einem zweigeschossigen, in drei Segmente gegliederten Baukörper und einer anders gestalteten Beckenanordnung, ebenso wie Rossmann + Partner Architekten mbH mit helleckes landschaftsarchitektur, beide aus Karlsruhe. Hier wurde die Großzügigkeit der Hauptfassade ebenso hervorgehoben wie die Gestaltung der Badeplatte mit den Becken für das Freibad.

Der Entwurf von Sacker Architekten wurde mit einer Anerkennung ausgezeichnet.zoom
Ebenfalls mit einer Anerkennung gewürdigt: Der Entwurf von Großmann und Partner.zoom

Wie geht es weiter?

Mit der Übergabe der Preise werden die Preisträger eingeladen, ihre Entwürfe zu optimieren – danach wird der Gemeinderat zu entscheiden haben, welchen der drei Entwürfe er umsetzen lassen möchte. Mit einem Baubeginn ist voraussichtlich 2021 zu rechnen. Das Kombi-Bad wird aus technischen Gründen und weil es kostengünstiger ist, in einem Bauabschnitt errichtet werden. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, zunächst das Hallenbad zu bauen und in einem zweiten Bauabschnitt das Freibad zu sanieren.

Alle 13 eingereichten Entwürfe sind von Montag an im Foyer der Stadthalle ausgestellt, so dass alle Interessierten sich sämtliche Pläne anschauen können.

02.07.2019

 

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