Tram in Kehl: "Jetzt wird's badisch"

Die Tram kann Badisch. Seit Mittwoch (3. Juli) kündigt sich der Wechsel über die Sprachgrenze aus Fahrtrichtung Frankreich kurz hinter der letzten Haltestelle auf Straßburger Territorium, Port-du-Rhin, an: "Kehl Bahnhof", sagt eine vielen Kehlerinnen und Kehlern bekannte Stimme und fügt hinzu: "Jetzt wird's badisch." Es war eine Idee des Kehler Beigeordneten Harald Krapp, Gerd Birsner die Haltestellenansagen in heimatlicher Mundart einspielen zu lassen. Zur Inbetriebnahme der launigen Ansagen - unterlegt auch durch das Badner Lied - kam am Mittwochmorgen auch ein Fernsehteam des SWR.

Parallel zur automatischen Ansage in der Tram sprach Gerd Birsner seinen Text ins Mikrofon des SWR-Fernsehens.zoom

Für französische Gaumen sind die Namen der Kehler Tramhaltestellen wahre Zungenbrecher - keiner kommt ohne das für die Nachbarn von der anderen Rheinseite schwer auszusprechende H aus. So klang bislang häufig ein "Kehl Banoff" aus dem Lautsprecher oder eben "Kehl Rataus". Das habe er schade gefunden, erklärte Harald Krapp den Journalisten, daher habe er überlegt, wie man zu launigen Ansagen mit heimatlichen Klängen kommen könnte. Auch "weil es nicht so ernst sein sollte", dachte er an Gerd Birsner - der sich nicht lange bitten ließ.

Daher erfahren die Tramfahrgäste nun bereits kurz vor der Trambrücke über den Rhein, dass es jetzt badisch wird, dazu erklingt kurz das Badner Lied. Seine Ansage der Haltestelle Hochschule/Läger untermalt der vielseitige Gerd Birsner mit eigenen Saxophonklängen. Zur Ansage der Endhaltestelle Kehl Rathaus erklingt das Jim-Knopf-Lummerland-Lied "Eine Insel mit zwei Bergen". 

Beigeordneter Harald Krapp (links) wünschte sich badische Haltestellenansagen in der Tram und fand in Gerd Birsner den perfekten Kooperationspartner.zoom

Die badischen Ansagen der Kehler Haltestellen sind in den Tramzügen immer dann zu hören, wenn die Straßenbahn fahrplankonform unterwegs ist. Hat es Störungen im Fahrplan gegeben, sagt der jeweilige Fahrer oder die Fahrerin die Haltestellen selber an - und dann natürlich auf Französisch.

Er kann es nicht lassen: Während die Journalisten ihn fotografieren, fotografiert Gerd Birsner zurück: "Das brauche ich zur Erinnerung."zoom

Bereits als die erste Tramlinie 1994 in Straßburg in Betrieb genommen wurde, haben die Straßburger Verkehrsbetriebe, CTS, einige Haltestellen von Künstlern ansagen lassen, damals von Rodolphe Burger. Auch heute noch gibt es zwischendurch Ansagen auf Elsässisch oder von Kindern gesprochene Haltestellenankündigungen.

03.07.2019

 

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