Früher Milchpackung, heute Rennauto: Ferienprogramm in der Schutterstraße

Sieben Jungen und Mädchen konnten sich beim Ferienprogramm in der Schutterstraße 86 kreativ austoben. Eine Woche lang ließen sie ihrer Fantasie freien Lauf und gestalteten dabei unter anderem Armbänder sowie Marionetten und Mosaike. Außerdem schenkten sie alten Milchpackungen als Rennautos ein zweites Leben. Darüber hinaus wurde gemalt, modelliert, genäht, gespielt und vor allem: viel gelacht.

Aus einem alten Korken malten die Kinder Fahrerinnen und Fahrer für ihre Rennautos. zoom

„Uschi, darf ich das so machen?“ „Passt das so, Uschi?“ „Kannst du mir mal helfen?“ Uschi heißt eigentlich Ursula Raab-Knauer und arbeitet seit sechs Jahren in der Gemeinwesenarbeit Kehl-Dorf in der Schutterstraße 86. Im einwöchigen Ferienprogramm hat sie als Betreuerin alle Hände voll zu tun: „Über die Jahre baut man zu den Kindern eine Beziehung auf, da ist man dann natürlich die direkte Ansprechperson für alle.“ Und auch bei der Aufgabe, aus alten Milchkartons Rennautos zu basteln, kommen die Kinder mit Fragen meist direkt auf sie zu. Sieben Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zehn Jahren schneiden, hämmern, stanzen und pinseln, was das Zeug hält. Eine Woche lang kommen sie jeden Nachmittag von 14 bis 17 Uhr zum Ferienprogramm. „Die meisten kenne ich bereits aus der wöchentlichen Hausaufgabenbetreuung.“ Diese wird für die Kinder der ersten bis vierten Klasse der Söllingschule angeboten. In Gruppen von circa 20 Kindern werden zusammen die Hausaufgaben gemacht und einzelne Kinder gezielt gefördert. Im Ferienprogramm ist die Gruppe meist viel kleiner, „daher habe ich für einzelne Kinder auch wesentlich mehr Zeit“.

Im Ferienprogramm bastelten die Kinder Rennautos aus alten Milchkartons und den Deckeln von Konservendosen. zoom

Der achtjährige Sam ist das erste Mal hier. Voll konzentriert sitzt er am Tisch und malt die Oberseite eines Korkens schwarz an. „Das wird später der Fahrer in meinem Rennauto“, berichtet er stolz. Seine Nachbarin Ranim seufzt in diesem Moment verzweifelt, wischt die noch nasse Farbe von ihrem Korken auf einem Tuch ab und beschließt: „Das gefällt mir gar nicht, das muss ich nochmal neu machen.“ Gemeinsam mit ihrer zehnjährigen Schwester Omaima kommt sie regelmäßig zur Hausaufgabenbetreuung und ist auch gerne zu Besuch im Ferienprogramm. Omaima stanzt gerade ein Loch in eine alte Milchpackung. Aus runden Korkenstücken oder Deckeln von Konservengläsern werden später die Autoreifen gefertigt. Ein integrierter Allzweckgummi, der sich um die Achse der Reifen schlängelt, ermöglicht, dass das Auto aufgezogen werden kann und somit von alleine fährt. Ihre Ideen holt sich Ursula Raab-Knauer aus dem Internet oder aus Bastelbüchern. Oft sind es aber auch Klassiker, die den Kindern ganz besonders gut gefallen. So zum Beispiel eine Tafel Schokolade mit Messer und Gabel essen während man dick eingepackt ist in mehrere Lagen Jacken, Schals, Mützen und Handschuhe. „Das habe ich als kleines Kind bereits gespielt und trotzdem ist es immer noch ein Klassiker“, berichtet Ursula Raab-Knauer.

12.08.2019

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Rathausplatz 1 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de