Nachmittagsbetreuung an der Falkenhausenschule: Alle angemeldeten Kinder finden Platz

Alle Falkenhausenschülerinnen und Schüler, die für das kommende Woche beginnende neue Schuljahr zur Nachmittagsbetreuung angemeldet sind, finden auch einen Platz. Möglich ist dies, weil die Stadt auf dem einstigen Parkplatz gegenüber der Mediathek eine Containeranlage hat errichten lassen. Was Anastasia Bastron, die Leiterin der KerniKids-Betreuung, als „einen Luxus“ begrüßt, ist für Oberbürgermeister Toni Vetrano ein Ausdruck der Verlässlichkeit der Stadt: „Die Zusagen, die wir den Eltern gegeben haben, haben wir eingehalten.“

Bereits im vergangenen Schuljahr hatte der Platz für die Nachmittagsbetreuung der Kinder im Schulgebäude nicht mehr ausgereicht. Übergangsweise war ein Teil der Grundschüler daher im Konferenzraum der Stadthalle untergebracht gewesen - eine kurzfristige Lösung, auf die sich Elternvertreter, Caritas und Stadt in gemeinsamen Gesprächen verständigt hatten. Nachdem die Nachfrage nach Betreuungsplätzen an der Innenstadtschule weiter gestiegen ist, einigte sich die Runde darauf, eine Containeranlage zu errichten. Um allen angemeldeten Kindern zum Schuljahresbeginn einen Betreuungsplatz anbieten zu können, wurde die Anlage zunächst gemietet. In den Weihnachtsferien sollen die Mietcontainer dann gegen gekaufte Module ausgetauscht werden.

Dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in den Grundschulen stetig wachse, verwundert Binja Frick, Leiterin des Bereichs Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Schulen, nicht: Seit 2013 der Anspruch auf einen Kita-Platz für Einjährige in Kraft getreten sei, machten immer mehr Eltern davon Gebrauch und nutzten die Möglichkeit, damit beide Eltern wieder ihrer Berufstätigkeit nachgehen könnten. Wechselten die Kinder jedoch von der Kita in die Grundschule, falle der gesetzliche Anspruch auf Betreuung weg: Bei der Nachmittagsbetreuung handle es sich um ein freiwilliges Angebot, bei dem die Kapazitäten noch nicht in allen Grundschulen in ausreichendem Maße vorhanden seien.

Deko-Bilder, welche die KerniKids selbst gebastelt haben, schmücken bereits vor dem Einzug die neue Containeranlage. zoom
Im Frühjahr 2018 waren einige berufstätige Eltern von Grundschülern der Falkenhausenschule bei OB Toni Vetrano vorstellig geworden, weil sie fürchteten, keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder zu bekommen. Er lud daraufhin zum Runden Tisch ein; daran nahmen neben Elternvertretern, Mitarbeitenden der städtischen Fachbereiche Zentrale Steuerung sowie Familie und Bildung auch das städtische Gebäudemanagement, die Schulleitung der Falkenhausenschule und Vertreter des Caritasverbands Offenburg-Kehl teil, welche die Nachmittagsbetreuung anbietet. Ergebnis der gemeinsamen Gespräche und der Anstrengungen des Gebäudemanagements war eine rasche Übergangslösung: Mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 zogen 30 Schülerinnen und Schüler für die Betreuung in den Konferenzraum der Stadthalle ein. Die Betreuungskapazität an der Falkenhausenschule vergrößerte sich damit von 165 auf 195 Plätze. Mit der neuen Containeranlage hat das Gebäudemanagement nun zusätzlichen Platz geschaffen, so dass bis zu 235 Kinder betreut werden können.
Die beiden Mitarbeiterinnen des Caritasverbands Offenburg-Kehl, Dorothee Buchelet und Elsa Gerter (rechts), helfen beim Einrichten mit. zoom

„Ich denke nicht, dass die Nachfrage in der nächsten Zeit nachlassen wird“, sagt Anastasia Bastron. Sie ist die Leiterin des Betreuungsangebots für die Kernikids an der Falkenhausenschule (Die Bezeichnung Kernikids ist abgeleitet von Kernzeit.). Denn die Betreuungszeiten an der Grundschule sind so geregelt, dass – je nach von den Eltern gewählter Variante – in der Kernzeit von 7.15 Uhr bis 17 Uhr gewährleistet ist, dass die Sechs- bis Zehnjährigen gut aufgehoben sind. Immer mehr Kinder werden von ihren Eltern um 17 Uhr abgeholt.
Für Anastasia Bastron ist die neue Containeranlage „ein Luxus“, was sie vor allem damit begründet, dass die neuen Räume allein der Betreuung vorbehalten sind: „Bisher hatten die Kinder mit der Betreuungs-Variante ‚Verlässliche Grundschule‘ (7.15 Uhr bis 14 Uhr) keine separaten Räume, sondern waren in ihren Klassenzimmern untergebracht.“ Dies ändert sich nun: Insgesamt 80 Mädchen und Jungen der dritten und vierten Klasse finden in der neuen Containeranlage Platz; unterteilt in vier Gruppen von jeweils 20 Kindern. Die Erst- und Zweitklässler bleiben in den angestammten Räumen im Keller des Schulgebäudes. Neben vier Gruppenzimmern mit Büchern, verschiedenen Spielsachen, einer Kuschelecke und vielen Möglichkeiten zum Malen und Basteln, gibt es in der neuen Anlage auch Toiletten und zwei separate Essbereiche mit Wärmetheke für das Mittagessen. Besonders über letzteres freut sich die Leiterin der Betreuung sehr: „Der gesamte Ablauf und das Zeitmanagement verbessern sich dadurch wesentlich. Das macht das Mittagessen für die Kinder angenehmer, weil mehr Raum und Zeit für die einzelnen Gruppen zur Verfügung steht.“

Der Essbereich in der neuen Containeranlage wird ähnlich aufgebaut sein wie in den angestammten Räumen im Keller des Schulgebäudes.zoom
Erleichtert, dass die Container aufgestellt werden konnten, sind Simone Chambrion und David Gümbel, deren Kinder vom neuen Schuljahr an dort betreut werden. Sie gehören zur sogenannten BIKE-Initiative (Betreuungsplatz-Initiative Kehler Eltern): „Ausdrücklich bedanken wir uns bei Oberbürgermeister Vetrano für die ausgesprochen gute Kommunikation mit uns Eltern und die Verbindlichkeit, mit der er in dieser Sache agiert hat. Mit gewisser Zuversicht blicken wir nun auf die kommenden Schuljahre und hoffen, dass es mit vereinten Kräften möglich wird, dass alle Familien, die eine Nachmittagsbetreuung für ihr Schulkind in Kehl benötigen, einen Betreuungsplatz bekommen. Wir Eltern beteiligen uns gerne weiterhin konstruktiv beim Erarbeiten von Lösungen."
Für OB Toni Vetrano ist die Containeranlage ganz klar eine Übergangslösung: „Wenn man jedoch bedenkt, dass der zeitliche Aufwand von der Planung eines Gebäudes, über die Bewilligung der Kosten bis hin zum eigentlichen Bau, mehrere Jahre in Anspruch nimmt, war die Containeranlage die einzige Möglichkeit, kurzfristig eine Lösung zu finden, mit der die Eltern einer beruflichen Tätigkeit nachgehen können und gleichzeitig ihre Kinder gut betreut wissen.“

06.09.2019

 

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