Natur im Team gestalten: Ausbildung zum Landschaftsgärtner beim städtischen Betriebshof

Sie sind das ganze Jahr über an der frischen Luft, bauen, pflegen und bepflanzen Sport- und Spielplätze oder öffentliche Grünanlagen und arbeiten kreativ mit Steinen, Holz und Wasser: Wer die Natur und Abwechslung liebt, zupacken kann und Regen oder Kälte nicht scheut, für den ist der Beruf des Landschaftsgärtners möglicherweise genau das Richtige. Was viele nicht wissen: Die Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer ist nicht nur in Handwerksbetrieben, sondern auch beim städtischen Betriebshof möglich. Drei junge Männer haben sich im September letzten Jahres für diesen Weg entschieden. Wer sich über die beim Betriebshof angebotenen Berufsbilder informieren möchte, der hat dazu am Freitag, 11. Oktober, bei der Nacht der Ausbildung Gelegenheit.

(von links) Marek Leutner, David Vogel und Tino Leutner haben die neuen Bänke am Sportplatz in Leutesheim aufgebaut.zoom

Egal ob ein Sportplatz erneuert, ein Kinderspielplatz gebaut, eine Fläche gepflastert, ein Baum geschnitten oder ein Blumenbeet angelegt wird – immer sind es Landschaftsgärtner, die diese Arbeiten verrichten. „Die Beispiele verdeutlichen, wie breit gefächert dieser Beruf ist“, betont Frank Wagner, Leiter des Bereichs Grünflächen am städtischen Betriebshof und zuständig für die Ausbildung der Azubis. „Landschaftsgärtner sind praktisch Alleskönner, weil sie nicht nur wissen, wie man Gehölze schneidet oder Blumenbeete und Grünflächen anlegt und pflegt, sondern auch Mauer- und Natursteinarbeiten durchführen“, erklärt er. Deswegen erfordere der Beruf sowohl umfassende Kenntnisse über die Natur und Pflanzen als auch über die verschiedensten Materialien. Das Berufsbild sei aufgrund dieser Anforderungen anspruchsvoll, aber auch sehr abwechslungsreich.
Dieser Aspekt macht auch für den 18-jährigen Tino Leutner den Reiz aus: „Ich mag die Abwechslung und dass wir jeden Tag etwas anderes tun.“ „Einen typischen Arbeitstag gibt es bei uns nicht“, bestätigt sein Zwillingsbruder Marek, der sich ebenfalls für die Ausbildung zum Landschaftsgärtner entschieden hat. Jeden Tag gebe es neue Aufgaben und natürlich hinge die anfallende Arbeit vor allem von der Jahreszeit und dem Wetter ab. So würden beispielsweise im Frühling Bäume und Blumen gepflanzt, im Herbst stehe dagegen der Form- und Rückschnitt der Pflanzen auf der Agenda. „Wir waren schon von klein auf immer draußen und gerne in der Natur“, erzählt Tino Leutner. Regelmäßig habe er mit seinem Großvater gegärtnert und unter anderem Tomaten angepflanzt. Da lag der Berufswunsch Landschaftsgärtner nahe. Nachdem die beiden Brüder diverse Praktika bei verschiedenen Galabauunternehmen absolviert hatten, „stand die Entscheidung fest“, berichtet Marek Leutner. Auch der dritte Auszubildende im Bund, David Vogel, schätzt die körperliche Arbeit in der Natur und wusste deshalb schon recht früh, dass die Ausbildung zum Landschaftsgärtner genau das Richtige für ihn ist. „Seit ich 14 bin, habe ich in den Ferien beim Betriebshof gejobbt und dabei gemerkt, dass es das ist, was ich machen möchte“, sagt er.

Baumschnitt gehört ebenfalls zu den Aufgaben der angehenden Gärtner im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau.zoom

Was allerdings jedem klar sein sollte, der sich für diesen Weg entscheidet: „Man muss schon wetterfest sein“, lacht Tino Leutner. Denn auch wenn bei Starkregen, extremer Hitze oder Sturm „schlecht Wetter“ gemacht, also nicht gearbeitet wird, müsse man bei leichtem Regen, Kälte und Wind so lange die Zähne zusammenbeißen, bis man „abgehärtet ist“. Zusätzlich sei Kreativität und Selbstständigkeit gefragt. Auf letzteres legt auch Frank Wagner besonderen Wert: „Für jeden Betrieb ist es unerlässlich, dass die Arbeiter selbstständig qualitativ hochwertige Arbeit ausführen können, darum fördern wir das so früh wie möglich.“ Die drei jungen Männer dürfen deshalb bereits am Ende ihres ersten Ausbildungsjahres ihre ersten eigenen kleinen Baustellen durchführen. Zuletzt waren sie in Leutesheim am Werk und haben am Sportplatz zwölf Holzbänke aufgebaut und im Boden verankert, nachdem sie die bestehenden Fundamente zunächst freigeschaufelt und mit neuen Pflastersteinen versehen hatten. Dabei war auch ein wenig Rechenkunst gefragt, denn wie die Steine sitzen müssen, damit die Bank auf einem Gefälle von 1,5 Prozent steht, mussten die drei Azubis – angeleitet von einem Vorarbeiter – selbst ausrechnen.
„Nach der Ausbildung stehen einem zahlreiche Möglichkeiten offen“, weiß Frank Wagner. So könne man als Vorarbeiter oder Baustellenleiter arbeiten, eine Weiterbildung zum Techniker und Meister anhängen oder sogar studieren. Er könne die Ausbildung jungen Menschen daher nur empfehlen. „Andere malen die Landschaft, die Landschaftsgärtner gestalten sie und hinterlassen dabei ihre grünen Spuren“, fasst Frank Wagner zusammen.

Nacht der Ausbildung

Der Betriebshof bietet für 2020 drei Plätze für den Ausbildungsberuf zum Gärtner im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau an. Wer sich noch nicht sicher ist, ob die Ausbildung das richtige ist, kann sich an der Nacht der Ausbildung am Freitag, 11. Oktober, informieren. An diesem Tag öffnen acht Betriebe im Rheinhafen – darunter auch der Betriebshof – ihre Pforten und bieten einen Blick hinter die Kulissen. Auch ein Praktikum beim Betriebshof ist in den Ferien möglich. Interessenten können sich dazu per E-Mail an f.wagner@stadt-kehl.de wenden.

Info

Die dreijährige Ausbildung zum Landschaftsgärtner verläuft auf zwei Ebenen: Im Betrieb, wo die Auszubildenden die gärtnerische Praxis von der Pike auf lernen, und in der Berufsschule beim theoretischen Unterricht. Außerdem werden überbetriebliche Lehrgänge angeboten, wo angehende Landschaftsgärtner das lernen, was ihnen im angestammten Betrieb nicht vermittelt werden kann – also beispielsweise, wie sie mit großen Maschinen wie Bagger oder Radlader umzugehen haben oder wie sie Natursteine verarbeiten.

08.10.2019

 

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