Cybermobbing und Online-Spielsucht: KKP-Team stellt neue Projekte vor

Mit zwei Projekten, die bereits im Schuljahr 2018/19 angelaufen sind, hat sich das Beratungsteam der Kommunalen Kriminalprävention (KKP) bei seinem Treffen dieser Tage befasst: So sollen durch „Law4School“ Schüler ab der achten Klasse für die Risiken und Gefahren des Internets – insbesondere des Cybermobbings – sensibilisiert werden. Ein weiteres Projekt dreht sich um die Online-Spielsucht. Zudem wurde das bereits bestehende Programm „Nicht mit mir“ im Schuljahr 2018/19 auf die Grundschulen in Kehl ausgeweitet.

Jannate Hammerstein arbeitet als Diplompädagogin beim Deutschen Roten Kreuz in Kehl. Seit 2014 konzipiert sie Projekte für die Kommunale Kriminalprävention und setzt diese um. zoom

Law4School – Medienkompetenz fördern

Die Verbreitung von Hasskommentare und Shitstorms im Internet nimmt immer mehr zu: Vor allem in den sozialen Medien aber auch über Messenger-Dienste wie Whatsapp oder Snapchat hinterlassen Nutzer beleidigende Kommentare oder posten erniedrigendes Bildmaterial. Das Projekt „Law4School“ zielt darauf ab, die Medienkompetenz von Jugendlichen zu fördern und ihnen die Risiken und Gefahren der neuen Medien bewusst zu machen. Durch die unbedarfte Nutzung des Internets bringen sie sich oft nicht nur selbst in Gefahr, sondern können auch anderen Mitmenschen erheblichen Schaden zufügen. „In Zusammenarbeit mit der Rechtsanwältin Gesa Stückmann aus Rostock geht es uns hier einerseits um Prävention von Cybermobbing durch Aufklärung über die strafrechtlichen und zivilrechtlichen Folgen einer solchen Tat“, erklärte Jannate Hammerstein, Diplompädagogin beim Deutschen Roten Kreuz in Kehl, die seit 2014 Projekte für die Kommunale Kriminalprävention konzipiert und umsetzt. Gleichzeitig sollten Opfern aber auch Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sie sich mit Unterstützung ihrer Eltern, der Polizei und den Sozialarbeitern zur Wehr setzen können.

Präventionsveranstaltung zum Thema Online-Spielsucht

Ebenfalls im vergangenen Schuljahr angelaufen ist eine in Kooperation mit Rolf Krauß, Polizeihauptmeister beim Polizeirevier Kehl, konzipierte Präventionsveranstaltung zum Thema Online-Spielsucht. Gestartet wurde im Juni mit allen achten Klassen in Kehl und Willstätt, sowie zwei Schulen in Rheinau. Bei Gesprächen in den Schulklassen teilte ein ehemals selbst Online-Spielsüchtiger seine Erfahrungen: Aufgrund seiner Krankheit verlor er seine Lebensgefährtin, seinen Freundeskreis und schlussendlich seinen Arbeitsplatz. Nach jahrelanger Therapie ist er heute wieder berufstätig und lebt in einer Beziehung. Jannate Hammerstein ist es wichtig, Online-Spiele nicht im Vorhinein zu verteufeln und gleich von einer Sucht zu sprechen, wenn Jugendliche gerne und viel spielen. Bestimmender Faktor sie die Zeit: „Als Faustregel kann man sagen: So viel Zeit wie vor dem Computer, sollte man auch anderweitig mit anderen Freizeitbeschäftigungen wie Freunde treffen, Sport oder Hobbies verbringen – dann ist alles noch in einem normalen Bereich.“ Beide Projekte konnten dank einer finanziellen Beteiligung durch den Verein Courage ermöglicht werden.

Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurs für Mädchen

Den Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurs für Mädchen „Nicht mit mir“, der bislang für Schülerinnen weiterführender Schulen angeboten wurde, konnte im Schuljahr 2018/19 erstmals auch für Grundschülerinnen der Josef-Guggenmos-Schule angeboten werden. In acht Terminen lernten die Kinder neben der korrekten Verhaltensweise bei Gefahr auch, wie man die Polizei richtig alarmiert. Weiterhin standen die Themen Gefühle, Körperbewusstsein und Kinderrechte auf der Agenda.

Weitere Projekte

Außerdem sind 2019 zahlreiche Projekte der Kriminalprävention weitergeführt worden, die sich bereits bewährt haben: Acht Schülerinnen und Schüler waren bei „Rückenwind“ als ausgebildete Konfliktmanager an den Schulen aktiv, 15 Fälle wurden bearbeitet. Das bedeutet, dass 15 straffällig gewordene Jugendliche, deren Vergehen keine strafrechtliche Sanktion nach sich zog, von gleichaltrigen Konfliktmanagern begleitet wurden. Im gemeinsamen Gespräch reflektierten sie das Verhalten der jungen Missetäter und suchten Möglichkeiten der Wiedergutmachung. Das Projekt soll die Betroffenen davor bewahren, künftig weitere Straftaten zu begehen. Erstmals werden auch an der Tulla-Realschule sechs Konfliktmanager ausgebildet. Auch die Amokprävention mit dem Projekt „Sprungtuch“ läuft weiter; 2019 nahmen an den Terminen in Rheinau, Willstätt und Kehl insgesamt 211 Schülerinnen und Schüler teil.
Für das aktuelle Schuljahr sind weitere Projekte zu den Themen Zivilcourage und Drogenkonsum geplant. Weiterhin konzentriert sich die KKP auf die Prävention von Spielsucht im Erwachsenenbereich und möchte dabei auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit verstärken.

Hintergrund KKP

Die KKP setzt sich aus Vertretern der Stadtverwaltungen und der sozialen Dienste des Landkreises, Polizisten, Jugendrichtern, Bewährungshelfern, Sozialarbeitern, Schulleitern und der Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes und des Weißen Rings zusammen. Gemeinsam rufen die rund 35 Mitglieder Projekte ins Leben, die dazu beitragen, dass Straftaten möglichst im Vorfeld verhindert werden. Die Stelle von Jannate Hammerstein, die beim Roten Kreuz angesiedelt ist, wird hauptsächlich von der Stadt Kehl finanziert; Willstätt und Rheinau bezuschussen die Personalkosten.

09.10.2019

 

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