Charity-Shopping: In Kehl einkaufen und gleichzeitig Gutes tun

Leer stehende Geschäfte in der Innenstadt und eine Fußgängerzone ohne Passanten: Was nach einem Horrorszenario für Einzelhändler – und Bewohner – klingt, ist in vielen Städten bereits bittere Realität. Damit es in Kehl nicht so weit kommt und die Menschen weiterhin Lust haben am Einkaufen vor Ort, gibt es die Initiative „Ihr kauft LOKAL – wir spenden“. Die Idee: Bei jedem Einkauf führen die teilnehmenden Geschäfte einen gewissen Prozentsatz an einen Verein ab, den der Kunde vorab ausgewählt hat. Bei einem Vortrag stellte der Initiator, Marc Eisinger, das Konzept in Bodersweier vor einer Gruppe Einzelhändler und Vereinsmitglieder vor.

Unter dem Motto „Wer seine Heimat liebt, kauft lokal“ sollen Menschen dazu angeregt werden, vor Ort einzukaufen. Gleichzeitig können sie einem örtlichen Verein einen Geldbetrag zukommen lassen. „Das Prinzip nennt sich Charity-Shopping“, erklärt Marc Eisinger „und ist nicht neu.“ Viele Online-Händler bieten diese Spendenmöglichkeit bereits für ihre Kunden an – kleinere Vereine kommen hier jedoch nicht zum Zuge. Mit der Plattform kauft-lokal.de möchte Marc Eisinger dem stationären Einzelhandel in den Städten ermöglichen, ebenfalls zugunsten heimischer Vereine aktiv werden zu können.
Das Prinzip ist so einfach wie effektiv: Wer in einem der Geschäfte einkauft, die sich an der Aktion beteiligen, der löst damit gleichzeitig eine Spende an einen vom ihm ausgewählten Verein aus. Der Aufwand ist gering: Der Smartphone-Besitzer lädt sich eine kostenlose App aufs Handy, gibt dort den Namen des Geschäfts ein, in dem er eingekauft hat, wählt den Verein aus, an den die Spende gehen soll, gibt den Betrag ein, den er an der Kasse bezahlt hat, fotografiert den Kassenbeleg und lädt ihn hoch. Fertig. Wer selber kein Smartphone hat, kann den Beleg auch an ein Familienmitglied weitergeben. Der Ladeninhaber führt einen bestimmten Prozentbetrag (je nach Gewinnmarge seines Sortimentes) an den genannten Verein ab. Wer Lust hat, kann gleich noch sein Einkaufserlebnis in dem jeweiligen Geschäft bewerten und Freunde zum Einkaufen einladen.
Neben Kehl nehmen bereits zehn weitere Städte teil – darunter Offenburg, Freiburg und Karlsruhe. Die Anzahl der mitmachenden Geschäfte jedoch unterscheidet sich stark: Während in Karlsruhe bereits 53 Geschäfte teilnehmen, ist die Aktion in Kehl noch in den Startlöchern – dort sind bisher sieben Geschäfte gelistet. „Für Kehl haben wir eine kritische Masse von 20 Geschäften ermittelt“, berichtet Marc Eisinger. So viele Einzelhändler müssen mitmachen, damit die Aktion langfristig erfolgreich sein kann. Während Vereine, die Spenden bekommen möchten, sich kostenfrei als Partner eintragen lassen können, ist die Teilnahme für Einzelhändler kostenpflichtig. Als Anreiz bietet Marc Eisinger eine vergünstigte Variante für die ersten 20 teilnehmenden Einzelhändler an: Sie zahlen pro Jahr 200 Euro netto.
Wer Interesse daran hat, bei der Aktion mitzumachen, kann sich an Fiona Härtel, Geschäftsführerin der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungs-GmbH per E-Mail unter f.haertel@marketing.kehl.de wenden. Das gilt auch für Vereine, die Fragen zur Teilnahme haben.

14.10.2019

 

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