Wackelkandidaten unter den Pappeln müssen nicht gefällt werden

Ein rotes Kreuz auf der Rinde verheißt für die gekennzeichneten Bäume in der Regel nichts Gutes. Im Garten der zwei Ufer – auf Kehler Seite – finden sich gleich zwei Pappeln mit dieser Markierung. Auch sie waren potenzielle Kandidaten für eine Fällung. Nach eingehender Prüfung folgte die erleichternde Gewissheit: Die Bäume sind noch so gesund, dass sie stehen bleiben können.

Kahl wirkt die rund 45 Meter hohe Pappel. Sie wurde drastisch zurückgeschnitten, gefällt werden muss sie jedoch nicht.zoom

Über 45 Meter ragen die beiden Pappeln in den Himmel. Sie wirken kahl und auch ein wenig trostlos. Die Äste in den Baumkronen wurden stark zurückgeschnitten. Aber: Die Baumriesen können stehenbleiben, müssen nicht gefällt werden. Zu diesem Ergebnis kamen Untersuchungen an den beiden Pappeln. „Außergewöhnlich gut“ seien die Untersuchungen gelaufen, berichtet Frank Wagner, Leiter des Grünflächenmanagements beim Betriebshof. Dazu genügte ein prüfender Blick der Baumexperten (sogenannte visuelle Überprüfung). Diese hatten sich das Holz der Pappeln ganz genau angesehen und auf Zeichen geachtet, wie Verfärbungen im Holz, Löcher oder faulige Stellen. Das Ergebnis: Der Totholzanteil ist geringer als erwartet; die Bäume sind gesund und stark genug, um weiterhin die Rheinpromenade zu zieren. „Wir sehen große Chancen, dass die beiden Baumriesen wieder eine Krone austreiben“, erläutert Frank Wagner. Die Pappeln zeigen bereits Zeichen von Vegetation. Auch das ein untrügliches Signal, dass es den Bäumen im Kern gut geht.

Ein rotes Kreuz auf dem Stamm verheißt für die markierten Bäume zumeist nichts Gutes. Im Garten der zwei Ufer können die betroffenen Pappeln nach einem Pflegeschnitt allerdings stehen bleiben. zoom

Zwei Mal im Jahr werden alle Bäume entlang der Rheinpromenade von Mitarbeitern der Stadt begutachtet. Denn: Spaziergängerinnen und Spaziergänger dürfen nicht durch herabfallende Äste gefährdet werden. „Die Verkehrssicherungspflicht kommt an erster Stelle“, sagt Frank Wagner. Erkennen die Mitarbeiter, dass es schlecht bestellt ist um die Gesundheit einiger Bäume, etwa durch untypische Verfärbungen oder abplatzende Rinde, werden sie mit einem roten Kreuz für eine eingehende Untersuchung markiert. Bei Bedarf werden neben der visuellen Überprüfung auch weitere Tests gemacht. Beispielsweise sind das Einbohrungen, bei denen Holzproben entnommen werden, oder Klopftests. Im Fall der beiden Pappeln war dies allerdings nicht nötig. „Der Fall war eindeutig und klar“, berichtet Frank Wagner. Gäste im Garten der zwei Ufer müssen sich also, wenn sie die beiden roten Kreuze an den kahlen Baumriesen sehen, keine Sorgen machen. Die Farbmarkierung verwittert mit der Zeit – und oben herum lassen sich die Pappeln eine neue Krone wachsen. Auch die übrigen 38 Pappeln wurden nach ihrem Pflegeschnitt einer Sichtungsprüfung unterzogen. Böse Überraschungen blieben dabei aus. „Das alle Bäume erhalten bleiben können, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Frank Wagner. Zum einen sei dies ein Glücksfall, zum anderen den frühzeitigen Untersuchungen durch die Baumpfleger geschuldet.

Äste mit untypischen Holzverfärbungen wurden beim sogenannten Pflegeschnitt abgenommen, damit die betroffenen Pappeln sich erholen und eine neue Krone ausbilden können.zoom

06.02.2020

 

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