Bevor der Wohnungskoller einsetzt: Sorgentelefon als Gesprächspartner für gestresste Eltern

Die Eltern sitzen im Home-Office am Computer, um zu arbeiten und müssen gleichzeitig ihre Kinder hüten, die nicht in die Schule, die Kita oder auf den Spielplatz gehen können. Durch die aktuelle Corona-Situation ist dieses Szenario für viele Familien Wirklichkeit geworden. Auf Dauer kann dies allerdings zu Frust und Streitigkeiten führen, weshalb das Frauen- und Mütterzentrum ein Sorgentelefon eingerichtet hat. Unter der Telefonnummer 07851 88-2415 können sich Mütter wie Väter den Frust von der Seele reden und finden einen unvoreingenommenen Gesprächspartner.

Hat ein offenes Ohr für gestresste Eltern: Edeltraud Böhler vom Frauen- und Mütterzentrum.zoom

„Die Erfahrung zeigt uns, wenn Familien in einer Krisensituation über längeren Zeitraum auf kleinem Raum zusammenleben, bildet das den Nährboden für Aggressionspotenziale“, berichtet Edeltraut Böhler vom Frauen- und Mütterzentrum. Wenn Arbeit und Kindererziehung die Eltern in den eigenen vier Wänden gleichzeitig fordern, könne es schnell passieren, dass Mütter und Väter überfordert sind. In solchen Momenten können sie nun zum Telefonhörer greifen und Edeltraud Böhler vom Frauen- und Mütterzentrum anrufen. „Man muss kein konkretes Anliegen oder Leid haben, es genügt schlicht der Gesprächswunsch“, erklärt sie. Sie will den Betroffenen ein Ohr leihen und ihnen das Gefühl geben, sie „können reden ohne, dass sie bewertet werden“.
Der Telefondienst ist gedacht als Ersatzangebot beispielsweise für das Frauen- und Babycafé. Dort treffen sich zwischen 15 und 20 Mütter, beim Babycafé (in einem deutlich kleineren Kreis) ist auch schon mal der ein oder andere Papa dabei. „Bei diesen offenen Angeboten sehen wir, dass Gespräche aus Spannungen aus angespannten Familiensituationen nehmen können“, berichtet Edeltraut Böhler.
Dr. Marcus Kröckel, Fachbereichsleiter für Bildung, Soziales und Kultur, betont: „Uns war wichtig, vorbeugend tätig zu werden und nicht zu warten, bis es zu Vorfällen in den Familien kommt.“ Selbstverständlich, ergänzt Edeltraut Böhler, stehe sie in Kontakt mit psychologischen Beratungsstellen und Schutzeinrichtungen – und kann in Notfällen auch dorthin vermitteln.

Das Sorgentelefon für Familien ist ab sofort montags bis freitags, jeweils von 10 bis 12 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr, erreichbar. Darüber hinaus ist das Bundeshilfetelefon für Frauen rund um die Uhr unter der Rufnummer 08000 116016 erreichbar. „Wenn Ihnen die Decke auf den Kopf fällt, zögern Sie nicht und greifen direkt zum Telefonhörer“, betont Edeltraut Böhler. Geplant ist das Telefonangebot bis Donnerstag, 9. April. Bei Bedarf kann dieses verlängert werden.

23.03.2020

 

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