Gaststätten und Corona: Ein Neustart mit Fragezeichen

Restaurants und Cafés können landesweit seit Montag, 18. Mai, wieder öffnen. Dabei müssen jedoch eine Vielzahl von Vorgaben beachtet werden. Martin Büchele, Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes der Polizeibehörde, berät die Kehler Gastronomen derzeit direkt vor Ort bei den dringendsten Fragen: Wie viele Gäste dürfen gleichzeitig bewirtet werden? Was ist wann zu desinfizieren? Wann muss wer eine Maske tragen? „Wir haben in der vergangenen Woche mit den Beratungen von Wirtshäusern in den Ortschaften begonnen“, sagt der Mitarbeiter des Ordnungsdienstes bei einem seiner täglichen Rundgänge. „Seitdem steht bei uns das Telefon nicht mehr still.“

„Gäste dürfen am Tisch ihren Mund- und Nasenschutz abnehmen“, erklärt Martin Büchele einem hiesigen Restaurant-Besitzer. „Sobald er sich allerdings erhebt, muss er diesen wieder aufsetzen, egal ob er nach Hause oder nur schnell aufs Klo geht.“ Ein erleichtertes Nicken des Betreibers folgt als Antwort. Viele der Vorgaben seien auf dem Papier zwar verständlich, doch beim persönlichen Besuch des Ordnungsdienstes werden auch Sonderfälle an Beispielen direkt im eigenen Lokal geklärt. „Mitarbeiter müssen beim Kontakt mit Kunden zu jeder Zeit eine Schutzmaske tragen“, erklärt Martin Büchele auf eine Frage des Thekenpersonals. „Eine Plexiglasscheibe kann hier den Arbeitsalltag erleichtern, da der Mundschutz dahinter nicht verpflichtend ist.“ Ansonsten gelte die Maskenpflicht für die Kundschaft und die Mitarbeitenden im gesamten Innenraum der jeweiligen Gaststätte.

Der Kommunale Ordnungsdienst berät Betreiber von Gaststätten bei deren Neustart im Zuge der Corona-Lockerungen.zoom

Und die Hygienevorschriften? Der Inhaber des Kebab-Ladens zeigt auf einen Spender im Speisebereich. „Desinfektionsmittel ist an den zentralen Punkten aufzustellen“, fährt der Mitarbeiter des Ordnungsdienstes fort. „Damit ist vor allem der jeweilige Außenbereich, der Ladeneingang und die Toilette gemeint.“ Der Kunde sei vom Personal darauf hinzuweisen, vor dem Betreten des Restaurants und nachdem er gegessen hat, seine Hände zu desinfizieren. Dieser Informationspflicht kommt der Betreiber des Kebab-Lokals unter anderem mit selbst erstellten Plakaten nach, die überall im Speiseraum verteilt sind. „Die Hinweisschilder zum Thema Maskenpflicht und Hygiene sind vorbildlich“, lobt Martin Büchele. Auch bei Fragen zur Datenerfassung, die zum Neustart der Gastronomie Pflicht ist, kann der Mitarbeiter des Ordnungsdienstes helfen: „Sobald auf dem Grundstück der Gaststätte gegessen oder getrunken wird, muss jeder Kunde und jede Kundin den Name, die Adresse sowie Datum und Uhrzeit des Besuches hinterlegen.“ Diese Daten müssen für das Gesundheitsamt aufbewahrt und nach vier Wochen wieder gelöscht werden.

Vielerorts erinnern Hinweisschilder an die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Dies ist von der Landesregierung zwar nicht zwingend vorgeschrieben, wird vom Kommunalen Ordnungsdienst jedoch empfohlen.zoom

Im Speiseraum seines Lokals hat der Besitzer nur jeden zweiten Tisch bestuhlt. Der Mitarbeiter des Ordnungsdienstes empfiehlt, nicht benutzte Möbel entweder zu entfernen oder ebenfalls mit Hinweisschildern zu versehen. „Ein Tisch wird von Gästen doch oftmals als Sitzgelegenheit verstanden“, erklärt Martin Büchele. „Ansonsten interessiert uns im Speisebereich der Mindestabstand von 1,5 Meter und die Beschränkung auf zwei Haushalte pro Tisch.“ Die Anzahl der Personen an einem Tisch sei nicht direkt begrenzt. Somit gebe es auch keine allgemeingültige Obergrenze der zu bewirtenden Gäste. Die einzelnen Tische können ganz normal gedeckt werden. Trennwände zwischen den Gruppen seien zwar vorbildlich, aber nicht zwingend vorgegeben. „Stehplätze sind in den Lokalen momentan nicht erlaubt, an Stehtischen müssen Hocker bereitgestellt werden“, erläutert Martin Büchele. Von dieser Regel ausgenommen bleibt der Fensterverkauf, der in dem Kebab-Imbiss betrieben wird. „Ein offenes Buffet ist ebenfalls verboten.“ Falls ein Restaurant ein Salatbuffet anbieten möchte, muss das Personal diese Speise selbst anrichten und ausgeben. Benutztes Geschirr ist bei mindestens 60 Grad in einer Spülmaschine zu waschen. „Wir empfehlen allgemein Speisekarten, Tische und Stühle nach einmaliger Benutzung zu reinigen“, sagt der Mitarbeiter des Ordnungsdienstes. „Für die Öffnungszeiten gibt es keine separaten Regeln, ausschlaggebend dafür ist nach wie vor die Sperrzeit.“ Diese beginnt für Speisewirtschaften um 3 Uhr und endet um 6 Uhr.
Die beiden Glücksspielautomaten, welche der Besitzer bereits in einem Hinterzimmer verstaut hat, dürfen mit einem Mindestabstand von 1,5 Meter und unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften ebenfalls wieder in Betrieb genommen werden. „Der Betreiber des Lokals ist selbst dafür verantwortlich, dass es vor den Maschinen nicht zu einem Gedränge oder dergleichen kommt“, erklärt Martin Büchele, als er mit dem Inhaber des Lokals einen geeigneten Platz für die Automaten sucht. Wieder auf dem Marktplatz angekommen, resümiert er: „Am Ende können wir nur den Rahmen des Neustarts vermitteln.“

Die hiesigen Lokale zeigen sich gut auf den Neustart der Gastronomie vorbereitet.zoom

19.05.2020

 

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