Förderprogramm zum klimafreundlichen Wohnen wird ausgesetzt

Das Förderprogramm zum klimafreundlichen Wohnen ist ein Erfolg – und muss genau aus diesem Grund vorerst eingestellt werden. Was nach einem Widerspruch klingt, hat finanzielle Gründe: Bereits bis Juni haben Kehlerinnen und Kehler mehr als 38 000 Euro Fördermittel abgefragt und das eigentliche Budget damit schon erheblich überschritten. Bauliche Maßnahmen für klimafreundliches Wohnen werden von der Stadt mit bis zu 3000 Euro bezuschusst, gleichzeitig klafft aufgrund der Corona-Pandemie aber bereits eine Lücke in der Größenordnung eines zweistelligen Millionenbetrags im städtischen Haushalt. Daher muss das Projekt zeitweise ausgesetzt werden.

Mit dem Förderprogramm zum klimafreundlichen Wohnen können Kehlerinnen und Kehler unter anderem auch Unterstützung beim Ausbau erneuerbarer Energien erhalten.  (Symbolfoto)zoom

Bis zum Jahr 2030 sollen die Treibhausgasemissionen in Kehl effektiv um 50 Prozent gesenkt werden. Dieses Ziel hat sich der Gemeinderat der Rheinstadt gesetzt. Um einen Beitrag dazu zu leisten, wurde das Förderprogramm zum klimafreundlichen Wohnen ins Leben gerufen: Je nach Art des Umbaus können Kehlerinnen und Kehler bis zu 3000 Euro an Fördermitteln je Gebäude erhalten. Gefördert werden unter anderem der Ausbau erneuerbarer Energien, die Sanierung des Eigenheims, die Umrüstung von Heizungsanlagen sowie die Förderung der Elektromobilität, zum Beispiel durch das Aufstellen einer Ladesäule für Elektroautos. Der Gemeinderat hat dafür jährlich 27 000 Euro bereitgestellt. „Die Statistik zeigt, dass das Programm sehr gut ankommt. Bislang konnten wir bereits mehr als 30 Haushalte unterstützen“, berichtet die städtische Klimaschutzmanagerin Lea Unterreiner. Seit 2018 werde die maximale Fördersumme jährlich weit überschritten, die zusätzlich nachgefragten Fördergelder wurden bisher aus dem Budget des Bereichs Stadtplanung/Umwelt entnommen. Und auch in der Corona-Krise bauen die Kehler Bürgerinnen und Bürger klimafreundlich: Bis Juni dieses Jahres wurden bisher mehr als 38 000 Euro abgefragt und das eigentliche Budget damit bereits erheblich überschritten. Gleichzeitig wächst jedoch die städtische Haushaltslücke: Als Oberbürgermeister Toni Vetrano Anfang Mai die Haushaltssperre verfügte, fehlten der Stadt rund sechs Millionen Euro. Mittlerweile hat sich der Betrag nahezu verdoppelt, wie Martin Härdle, Fachbereichsleiter Finanzen, berichtet.
Diese Entwicklung war letztlich ausschlaggebend für die Entscheidung der Verwaltung, das Förderprogramm ab sofort auszusetzen. „Ich finde es persönlich sehr schade, dass ein so gut angenommenes Programm aufgrund der Corona-Krise gestoppt werden muss“, sagt Baubürgermeister Thomas Wuttke. Dies sei aber keine endgültige Entscheidung: „Wenn sich die Gesamtlage in absehbarer Zeit wieder bessert, werden wir über die Neuauflage sprechen.“

Was bedeutet die Entscheidung für Hausbesitzer?

Der zeitweise Wegfall des Kehler Förderprogramms zum klimafreundlichen Wohnen bedeutet für Hausbesitzerinnen und -besitzer nicht, dass keinerlei Bezuschussung mehr möglich ist. „Der Bund hat eigene Förderprogramme“, weiß Lea Unterreiner. Wer Fragen dazu hat, könne sich an die Beraterinnen und Berater der Ortenauer Energieagentur (Link: http://www.ortenauer-energieagentur.de/) wenden. Dies ist zum Beispiel im Rahmen einer kostenlosen Energie-Erstberatung möglich, die regelmäßig am vierten Donnerstag im Monat stattfindet.

23.06.2020

 

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