Auffällige Plakatkunst im Garten der zwei Ufer

„Plume“, „The party never stops“ und „Schwamm. Beine, Gepurzel“: So lauten die Titel von drei der insgesamt acht großformatigen Bilder, die seit wenigen Tagen den Kehler Teil des Gartens der zwei Ufer schmücken. Vergangene Woche wurden sie von Mitgliedern des Vereins PlakatWandKunst in den dafür vorgesehenen Stahlgestellen installiert. Die wetterfesten Kunstwerke zwischen Liegewiese und Blumenband sind dort den ganzen Sommer hinweg zu sehen.

Für Jürgen Zimmermann ist die Zukunft der Olympischen Spiele fragwürdig.zoom

Ob Brexit oder Olympia: Die Kunstschaffenden beschäftigen sich in ihren Bildern mit aktuellen Fragen. So thematisiert Marie-Jo Daloz (Straßburg/Saverne) mit ihrem Bildnis „Les fleurs de l´Europe“ den Zustand der Europäischen Union: Den Hintergrund aus europäischen Nationalflaggen hat sie mit blauer Farbe stellenweise verdeckt; die Flagge des Vereinigten Königreichs lugt am Bildrand hervor und die europäischen Sterne tanzen ziellos verstreut umher. Eine unsichere Situation liegt auch bei Jürgen Zimmermanns (Karlsruhe) Werk „?“ vor, der die Olympischen Ringe kurzerhand in fünf miteinander verschlungene Fragezeichen verwandelte. Didier Guth (Straßburg) präsentiert ein Werk ohne Titel und lässt dem Zuschauer bei der Interpretation freie Hand. „Die Flucht!!“ von Luc Demissy (Straßburg/Offenburg) zeigt ein Liebespaar, das von einem Ort oder aus der Realität vertrieben wurde. Da dem Künstler Begriffe wie Nation und nationale Identität wenig bedeuteten, möchte er mit seinem Werk nicht zwangsläufig auf eine politische Situation anspielen. Walter Jung (Karlsruhe/Elsass) gestaltete sein Bild mit einem Schwamm und gab ihm den bezeichnenden Titel „Schwamm. Beine, Gepurzel“. Die Werke „Blues in blue“ von Germain Roesz (Straßburg), „Plume“ von Sylvie Villaume (Straßburg) und „The party never stops“ von Jost Schneider (Karlsruhe) vervollständigen die diesjährige Auswahl.

Brexit und dann? Das Bild „Les fleurs de l´Europe“ thematisiert den Zustand der Europäischen Union.zoom

Hintergrund:

Die Initiative „Kunst an der Plakatwand“ ist ein Zusammenschluss von 25 Künstlerinnen und Künstlern, der 1988 ins Leben gerufen wurde. In Kehl fand die Aktion erstmals zur grenzüberschreitenden Gartenschau 2004 statt; seitdem ist der Garten der zwei Ufer regelmäßiger Ausstellungsort. Indem sie den öffentlichen Raum in einen befristeten, interkulturellen und kooperativen Ausstellungsort verwandelt, eröffnet die Gruppe aus deutschen und französischen Künstlerinnen und Künstlern allen Interessierten den Zugang zur Kunst - insbesondere denjenigen, die Museen und Kunstgalerien sonst eher nicht besuchen. Darüber hinaus möchte die Initiative (junge) Talente fördern und einen Beitrag zur Schaffung eines gemeinsamen Kulturraums am Oberrhein leisten.

15.07.2020

 

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