Leutesheimer wünschen sich einen Radweg nach Linx

Der Wunsch der Leutesheimer ist klar definiert: Sie hätten gerne einen ganzjährig befahrbaren Radweg ins benachbarte Linx, wo der große Arbeitgeber Weberhaus sitzt. Das Ansinnen ist nicht neu: Schon seit 20 Jahren werde darüber gesprochen, berichtete der Leutesheimer Ortsvorsteher Heinz Faulhaber bei einer Beradelung im Rahmen der Aktion Stadtradeln, die gemeinsam mit Kehls Erstem Beigeordneten Thomas Wuttke und Tiefbaubereichsleiter Hans-Jürgen Schneider sowie mit den Ortsvorsteherinnen von Linx und Diersheim stattfand. Auf Kehler Seite hat die Maßnahme auch Eingang ins Radwegekonzept gefunden, das wiederum Teil des vom Gemeinderat beschlossenen Mobilitätskonzepts ist. In Linx ist, wie bei dem Treffen klar wurde, noch nicht entschieden, ob ein Ausbau des bestehenden Weges tatsächlich gewollt ist.

Mitarbeitende des Bereichs Tiefbau und Heinz Faulhaber haben die Geschichte der Diskussion über den Radweg gut aufbereitet: An Stellwänden hinter dem Leutesheimer Rathaus finden die Teilnehmenden an der Beradelung Umgebungskarten vor und Kopien von Zeitungsberichten aus dem Jahr 2006, als man in Leutesheim schon einmal gehofft hatte, das Radwegeprojekt verwirklichen zu können. Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen den beiden Ortschaften sei zu stark befahren – auch von großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen, als dass man Radfahrern empfehlen könnte, diese zu nutzen, meinen einige der Teilnehmenden. Vor zehn Jahren hätten die Städte Kehl und Rheinau Geld in die Hand genommen, um den Weg bis zur Brücke über den Holchengraben, die bereits auf Rheinauer Gemarkung liegt, zu sanieren. Die damals verwendete Schlackemischung ist inzwischen jedoch aufgebrochen, der Weg dadurch etwas holprig.

Anhand von Plänen und alten Zeitungsartikeln erläuterte der Leutesheimer Ortsvorsteher Heinz Faulhaber (Mitte) den Wunsch nach einem ganzjährig befahrbaren Radweg ins benachbarte Linx. Rechts im Bild Kehls Erster Beigeordneter Thomas Wuttke, links Annette Sänger, Ortsvorsteherin von Linx.zoom

Jenseits der sanierungsbedürftigen Brücke, an der ein Poller künftig verhindern wird, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Autos sie passieren können, besteht der Weg aus einer wassergebundenen Decke mit Grubenkies, die mit dem Rad deutlich besser zu befahren ist. Das, versichern die Radwegeexperten aus der Bürgerschaft, Gerd Baumer und Christel Schumm, sei allerdings nur bei trockener Witterung der Fall. Auch Heinz Faulhaber berichtet davon, dass man in einem nassen Herbst oder im Winter mit den Radreifen an etlichen Stellen einsinke. Ziel sei es jedoch, betonen auch Thomas Wuttke und Hans-Jürgen Schneider, dass der Radweg das ganze Jahr über befahrbar sei. Gerade in einer Zeit, in der mehrere Arbeitgeber ihre Beschäftigten bei der Anschaffung von E-Bikes unterstützten.

Auf Rheinauer Gemarkung ist der Radweg von Leutesheim nach Linx, vorbei am idyllischen Glasersee, bei trockener Witterung bereits recht gut zu befahren - anders sieht es jedoch bei Regen und im Winter aus.zoom

„Wir wollen hier keinen Radschnellweg schaffen“, versucht Thomas Wuttke offenbar bestehende Bedenken im Linxer Ortschaftsrat zu besänftigen. Es gehe auch nicht darum, zusätzliche Flächen zu versiegeln, will heißen, den Radweg zwischen Leutesheim und Linx mit einer Asphaltdecke zu versehen. Kurzfristig wird das Projekt, das ist allen Beteiligten klar, ohnehin nicht zu verwirklichen sein: Einen Zuschuss gibt es nämlich nur dann, wenn der Radweg überall mindestens drei Meter breit ist – diese Mindestbreite wird aktuell an ein paar Stellen unterschritten. Der Großteil der Flächen, auf denen der Radweg bisher verläuft, sind in Privateigentum. Um für den Ausbau des Radweges Fördermittel bekommen zu können, müssen die Grundstücksbesitzer die Flächen entweder an die Kommunen verkaufen oder dem Eintrag einer Grunddienstbarkeit für eine öffentliche Nutzung ins Grundbuch zustimmen. In diesem Fall müssten auch die Haftungsfragen eindeutig geklärt sein, gab einer der Grundstücksbesitzer zu bedenken.

14.09.2020

 

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