Grenze bleibt offen – Tram fährt weiter – Keine Erschwernisse für Grenzpendler – OB Vetrano, OB Barseghian, Präsidentin Imbs: „Wir sind sehr zufrieden“

Die Grenze bleibt offen, die Tram fährt weiter, für Grenzpendler gibt es keine Erschwernisse: „Sehr zufrieden“ zeigen sich der Kehler Oberbürgermeister Toni Vetrano sowie die Straßburger Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian und Pia Imbs, Präsidentin der Eurométropole de Strasbourg mit den neuen Corona-Regelungen auf beiden Rheinseiten soweit diese die Mobilität über den Fluss hinweg betreffen. Dieses Mal sei die Kommunalpolitik entlang der Rheinschiene im Vorfeld vom Regierungspräsidium gehört worden, „das war vorbildlich und sehr angenehm“, lobt Toni Vetrano. Die dreimonatige Grenzschließung im Frühjahr habe überdeutlich gezeigt, „dass unser gemeinsamer Lebensraum nur als Einheit funktioniert“, sind sich die Straßburger Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian, die Präsidentin der Eurométropole de Strasbourg, Pia Imbs und Toni Vetrano einig. Mit den unterschiedlichen Maßnahmen, die nun auf beiden Rheinseiten umgesetzt werden, werde die Mobilität der Bevölkerung auf das Notwendige beschränkt: „Die Bewohnerinnen und Bewohner unseres Ballungsraumes können die Brücken in beide Richtungen überqueren, wenn sie zum Arbeiten oder in die Schule gehen, wenn dringende medizinische Behandlungen anstehen oder sie hilfsbedürftige Angehörige auf der jeweils anderen Rheinseite unterstützen müssen.“

In ganz Frankreich ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wieder eine strenge Ausgangssperre in Kraft getreten, die zunächst bis zum 1. Dezember gelten soll. Das Haus verlassen darf dann rund um die Uhr nur noch, wer dafür einen triftigen Grund hat, also zum Arbeiten oder zum Arzt geht, den Einkauf lebensnotwendiger Waren erledigen, einen hilfsbedürftigen Angehörigen unterstützen oder seine Kinder in die Kindertageseinrichtung oder die Schule bringen muss. Alle Geschäfte, die keine Waren des täglichen Bedarfs verkaufen, müssen ihre Türen ebenso schließen wie sämtliche Gaststätten, Kultureinrichtungen und Sporthallen. Sport treiben, Luft schnappen oder Spazierengehen ist nur im Umfeld der eigenen Wohnung (bis zu einer Entfernung von maximal einem Kilometer) und nur für eine Stunde erlaubt. Es ist zu erwarten, dass die Ausgangssperre genauso streng kontrolliert wird, wie im Frühjahr.

Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner der französischen Rheinseite nutzen am  Donnerstag die letzte Möglichkeit zum Einkauf in Kehl, bevor die Ausgangssperre in Kraft tritt. Dabei sind Hygieneartikel besonders gefragt.zoom

Grenzpendler, die auf der elsässischen Rheinseite wohnen und auf der badischen arbeiten, müssen eine vom französischen Staat vorgegebene Bescheinigung mit sich führen. Das Gleiche gilt für Personen, die in der Ortenau wohnen und im Elsass arbeiten sowie für Schülerinnen und Schüler, die auf der jeweils anderen Rheinseite eine Schule besuchen. Auch für Menschen, die aus den anderen genannten triftigen Gründen den Rhein überqueren müssen, hat die französische Regierung ein Formular zum Ausdrucken bereitgestellt, das dann bei einer Kontrolle auf französischem Territorium vorgezeigt werden muss. Denn die Ausgangssperre in Frankreich bedeutet für die Bewohnerinnen und Bewohner der deutschen Rheinseite natürlich ebenfalls, dass sie sich nicht mehr ohne Grund – also beispielsweise für einen Spaziergang – im Nachbarland aufhalten können.

Auch beim Spazierengehen im Garten der zwei Ufer muss vom 30. Oktober an jeder auf seiner Seite bleiben: Straßburger im französischen Teil und Kehler im deutschen.zoom

„Grenzpendler können so ungehindert zu ihren Arbeitsplätzen gelangen und müssen nicht zusätzliche Zeit für Grenzkontrollen und dadurch verursachte Staus einplanen“, freut sich Oberbürgermeister Toni Vetrano.
Um den Grenzpendlern und den Schülern ihre Wege über den Rhein nicht unnötig zu erschweren, fährt auch die Tram weiter. Dass dies auch für die Nachtstunden gilt, hat den einen oder anderen Kehler bereits verwundert: Doch gerade auch Pflegekräfte, die nachts oder sehr früh morgens Dienst haben, sollen die Tram weiterhin nutzen können.

Um Grenzpendlern und Schülern, die auf der jeweils anderen Rheinseite zum Unterricht gehen, ihre Situation nicht zu erschweren, fährt die Tram weiterhin über den Rhein. Auch nachts - für Schichtarbeiter und Pflegekräfte.zoom

Während auf der deutschen Rheinseite alle Einzelhandelsgeschäfte geöffnet bleiben, müssen von Freitag (30. Oktober) an in Frankreich alle Läden geschlossen bleiben, die keine Waren des täglichen Bedarfs anbieten. Sollten Einwohnerinnen oder Einwohner aus dem Elsass zum Einkaufen auf die badische Rheinseite kommen, riskieren sie bei Kontrollen nach ihrer Rückkehr auf französisches Territorium Bußgelder. Verstöße gegen die Ausgangssperre werden in Frankreich in der Regel mit 135 Euro geahndet. Mit einem solchen Bußgeld müssen auch Ortenauer rechnen, die sich ohne triftigen Grund auf französischem Gebiet aufhalten.
„Diese Maßnahmen“, finden Jeanne Barseghian, Pia Imbs und Toni Vetrano, „sind geeignet, die Kontakte zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus stark zu reduzieren und rheinübergreifende Mobilität dort zuzulassen, wo sie für das Funktionieren unseres gemeinsamen Lebensraums entscheidend sind“.

16.11.2020

 

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