OB Vetrano geht in die Offensive: Aufgabe des Krankenhauses mit modernem medizinischem Versorgungszentrum auf dem Zollhof verbinden

Oberbürgermeister Toni Vetrano geht beim Thema Gesundheitsversorgung der Kehlerinnen und Kehler und des Hanauerlands in die Offensive: Auch wenn das Kehler Klinikum im Moment nicht von einer Schließung bedroht sei, zeigten die Entwicklungen in Oberkirch und Ettenheim deutlich, dass es auch für Kehl „keine Bestandsgarantie bis 2030 gibt – und auch nicht bis 2028“. Um das Heft des Handels in der Hand zu behalten, möchte er sehr rasch mit dem Kreis eine Absichtserklärung (Letter of intent) ausarbeiten, in dem die Aufgabe des Kehler Krankenhauses mit dem Neubau eines modernen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) auf dem Zollhofareal verknüpft werde. Auf der Basis der vom Kreistag beschlossenen zweiten Säule „haben wir die Chance, ein leistungsfähiges MVZ zu bekommen“, ist sich Toni Vetrano sicher. Am Donnerstagabend hat der den Ältestenrat über seine Überlegungen in Kenntnis gesetzt.

Ein Neubau auf dem Zollhof könne – „in der attraktivsten Lage, die Kehl zu bieten hat“ – an den Bedürfnissen der Ärzte ausgerichtet werden, die sich dort ansiedeln wollten. „Ein neues MVZ könnte nach den Maßgaben gestaltet werden, welche die zunehmend praktizierten ambulanten Eingriffe und Operationen erfordern“, erklärt Toni Vetrano, nachdem er in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit Ärzten, mit dem Geschäftsführer des Ortenau-Klinikums sowie mit Verantwortungsträgern auf der französischen Rheinseite geführt hat. Ein Medizinisches Versorgungszentrum auf diesem Grundstück würde außerdem einen Identifikationspunkt für Kehlerinnen und Kehler darstellen.
Bringe man in den kommenden zwei Jahren ein Interessensbekundungsverfahren auf den Weg und zum Abschluss, „haben wir die Perspektive, in fünf bis sieben Jahren ein leistungsfähiges MVZ in einem modernen und bestens erreichbaren Neubau zu bekommen“. Dies wäre auch ein guter Zeithorizont für Ärzte, um ihre Planungen mit denen der Stadt und des Kreises zu synchronisieren, findet Toni Vetrano.

Auf dem ehemaligen Zollhof, direkt am Rhein, könnte in höchst attraktiver Lage ein Medizinisches Versorgungszentrum entstehen - auch als Identifikationspunkt für Kehlerinnen und Kehler - und in geringer Entfernung zur Straßburger Rhéna-Klinik.zoom

Für Kehl sieht er in einer solchen Lösung gleich mehrere Chancen: Ein MVZ auf dem Zollhof läge in einer Entfernung von nur wenigen Hundert Metern Luftlinie zur hochmodernen Rhéna-Klinik, in der weitgehend Belegärzte arbeiteten. Ein neues MVZ an diesem attraktiven Standort böte die Möglichkeit, freie Arztsitze in Kehl wieder belegen zu können und die Chance, „die Gesundheitsversorgung auf beiden Rheinseiten allen Bewohnerinnen und Bewohnern in unserem gemeinsamen Lebensraum zugänglich zu machen und eine gemeinsame Infrastruktur zu schaffen“. Darüber hinaus eröffnete sich die Möglichkeit „einer städtebaulichen Entwicklung auf dem sehr attraktiven heutigen Krankenhausgelände“, das für eine Wohnbebauung bestens geeignet wäre.
Auch wenn durch den Impffortschritt die begründete Hoffnung bestehe, dass man auf einem guten Weg aus der Pandemie sei, geht Toni Vetrano davon aus, dass deren Auswirkung noch lange schmerzlich zu spüren sein werden. Das erlebe man nicht nur im Zusammenhang mit den städtischen Finanzen; auch das Land und der Bund müssten in den nächsten Jahren sparen. Aber gerade weil die Zeit schwierig sei, müsse die Stadt alles tun, um beim für die Bürgerinnen und Bürger wichtigsten Thema überhaupt, der Gesundheit, handlungsfähig zu bleiben, findet er und schlägt dem Gemeinderat vor, „den Spielraum zu nutzen, den wir jetzt noch haben, um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in unserer Stadt zum Wohle der Kehlerinnen und Kehler und aller Bewohnerinnen und Bewohner des Hanauerlandes zu gestalten“.

28.05.2021

 

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