Ferienprogramm von Kehler Unternehmen: Djembé-Trommeln, vegetarische Schnitzeljagden und Corona-Vollprofis

Es ist nicht der erste Versuch der Diakonie, auch in diesem Jahr für die Kinder von Mitarbeitenden Kehler Unternehmen ein Ferienprogramm auf die Beine zu stellen. Pläne für die Fastnachts- und Osterferien mussten coronabedingt verworfen werden. Zu Pfingsten hat es nun jedoch geklappt: In den beiden Wochen – ausgenommen der Feiertage – konnten Kinder und Jugendliche Fußballspielen, musizieren, reiten und Alpakas streicheln. „Unser Betreuungsangebot kommt supergut an. Wir bekommen durchweg positive Rückmeldungen“, berichtet Mario Schmidt von den Offenen Hilfen der Diakonie.

Rhythmisches Trommeln erfüllt den kleinen Garten hinter dem Haus der Jugend. Dort, wo in einer kleinen Hütte ein Lehmofen steht, sitzt eine kleine Gruppe von fünf Kindern und zwei Musiktherapeuten. Sie sitzen auf sogenannten Djembé-Trommeln, das heißt nicht alle. Ein Junge hat die Augen verbunden und folgt dem leisen Klappern einer Rassel, die sich unter das Trommeln mischt. Ziel des Spiels ist es, das Instrument mit den kleinen Schellen zu erreichen, ohne über die Djembés zu stolpern. Dabei orientieren sich die Kinder überwiegend mit ihrem Gehör. Das Spiel, erdacht von den beiden Musiktherapeuten Sarah Yacine und Nicolas Dries, ist Teil eines Musikworkshops, der an diesem Mittwoch auf dem Ferienprogramm steht. Derweil bereitet Mario Schmidt in der großen Küche schon einmal die Pizzen für das Mittagessen vor. Schmidt gehört zum Organisationsteam des Ferienangebots. „Wir waren sehr froh, dass es an Pfingsten mit der Ferienbetreuung losgehen konnte“, sagt er, nachdem die Betreuung in den Fastnachts- und Osterferien coronabedingt abgesagt werden musste. Die aktuelle Corona-Verordnung jedoch erlaubt feste Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit mit inzidenzabhängigen Personengrenzen. Wie viele Kinder und Jugendliche kommen dürfen, hängt davon ab, ob sie getestet sind oder nicht. „Wir haben am Tag durchschnittlich zehn bis zwölf Kinder hier“, rechnet Mario Schmidt vor. Das Ferienprogramm Kehler Unternehmen (kurz: FKU) hat sich für Testungen entschieden. Zweimal in der Woche nehmen die Kinder und Jugendlichen einen Selbsttest vor, unter Anleitung einer Betreuerin oder eines Betreuers. Dann warten sie in einem Nebenzimmer auf das Testergebnis. Fällt es negativ aus, steht einem spaßigen Ferientag nichts mehr im Wege. Das Selbsttestergebnis wird den Eltern per E-Mail zugesandt, ein Service, der auf viel positive Resonanz vonseiten der Erziehungsberechtigten stößt. „Die Kinder sind inzwischen Corona-Vollprofis“, berichtet Mario Schmidt. Ob Selbsttest, Abstandsgebot oder Maskenpflicht, die Kinder und Jugendlichen hätten mittlerweile eine erstaunliche Routine im Umgang mit den Hygienevorgaben entwickelt. „Wir müssen sie kaum noch daran erinnern“, sagt er. Stattdessen würden die Heranwachsenden untereinander bereits penibel darauf achten, dass die Regel eingehalten werden.

Auch Musiktherapeutin Sarah Yacine (Mitte) wagt sich mit verbundenen Augen durch den Trommel-Parcours.zoom

Beim Lehmofen im Garten kommt es zum Rhythmuswechsel: Die Kinder sitzen neben ihren Trommeln im Kreis. Musiktherapeutin Sarah Yacine gibt einen Takt vor. „Kennt ihr dieses Lied?“, fragt sie in die Runde. Schüchternes Nicken. Dann meldet sich eines der Kinder zu Wort: „Das ist ‚We Will Rock You‘.“ Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ferienprogramm Kehler Unternehmen waren bereits vergangenes Jahr in den Fastnachtsferien oder im Sommer dabei. Für sie gibt es Klassiker unter den Programmpunkten, die auf keinen Fall fehlen dürfen, etwa der Alpakabesuch oder eine Schnitzeljagd, „beziehungsweise Kokosnussjagd. So heißt die vegetarische Variante für Kinder, die kein Schnitzel mögen, hat mir kürzlich ein Kind erklärt“, erzählt Mario Schmidt und lacht. Auch das Programm für den Abschlusstag am Freitag ist ein Klassiker: Erst wird Stockbrot über einem Lagerfeuer gegrillt, anschließend gibt es einen Kinoabend.

Für die kommenden Sommerferien ist Mario Schmidt vorsichtig optimistisch, dass wieder ein Betreuungsangebot stattfinden kann und sich die positiven Rückmeldungen in höheren Anmeldezahlen niederschlägt. Das Ferienprogramm Kehler Unternehmen ist ein Zusammenschluss ortsansässiger Firmen und Betriebe, die für die Kinder ihre Mitarbeitenden ein ergänzendes Betreuungsangebot schaffen wollen. Zu den Unterzeichnern der ersten Stunde gehören Oberbürgermeister Toni Vetrano für die Stadt Kehl sowie Wirtschaftsförderin Fiona Härtel für die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungs-GmbH. „Wir sind stets auf der Suche nach interessierten Firmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Kehl, die sich und damit auch die Eltern unter ihren Beschäftigten an diesem Betreuungsangebot beteiligen wollen“, sagt Wirtschaftsförderin Fiona Härtel. Sie ist gleichzeitig Ansprechpartnerin für interessierte Betriebe.

04.06.2021

 

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