Juze öffnet nach halbjähriger Corona-Pause: Nach zwei Stunden sind die meisten Plätze belegt

„Wir waren überrascht, dass die Jugendlichen nach so langer Zeit so schnell den Weg zu uns zurückgefunden haben“, berichtet Jugendarbeiter Andreas Martzloff aus dem Kehler Juze. Im vergangenen Winter, als das Land in einen neuerlichen Lockdown gegangen ist, musste auch das Jugendhaus an der Kinzigstraße erneut schließen. Seit Dienstag, 18. Mai, ist es wieder geöffnet. Und die Resonanz der Heranwachsenden war überwältigend. „Die rennen uns beinahe die Bude ein“, beschreibt Juze-Leiterin Vanessa Balbrink die Rückkehr der Jugendlichen und lacht. Beide Seiten, Jugendlichen wie Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter, hatten die Öffnung herbeigesehnt.

Die Angebote im wieder geöffneten Jugendhaus an der Kinzigstraße werden gut angenommen, das wird in den Berichten von Vanessa Balbrink und Andreas Martzloff schnell deutlich. Zwar sind die Besucherzahlen begrenzt – pro Tag dürfen aktuell 18 Jugendliche kommen, zehn dürfen dabei gleichzeitig im Gebäude sein – aber diese Größenordnungen sind alsbald erreicht. „Um 16 Uhr waren in der Regel alle Plätze belegt“, berichtet Juze-Leiterin Vanessa Balbrink. Dabei öffnet das Juze erst um 14 Uhr für Besucherinnen und Besucher, die bis 20 Uhr bleiben können. Nicht selten kommt es vor, dass sich die Jugendlichen vor Ort bereits für einen weiteren Besuch am nächsten Tag eintragen. Was die Heranwachsenden antreibt, ist der Wunsch, sich mit Freundinnen und Freunden zu treffen – und das in einem Rahmen, den Kontaktbeschränkungen bislang nicht zuließen. „Ich schätze, sie haben keine Lust mehr darauf, ständig draußen zu sitzen und wollen Abwechslung“, sagt Andreas Martzloff. Entsprechend beliebt sind im Jugendhaus der Billardtisch, der Tischkicker und die PlayStation-Konsole. Kochangebote und Ausflüge werden ebenfalls angefragt, sind aufgrund der gegenwärtigen Corona-Lage aber nicht realisierbar. Einige Jugendliche haben auch den Wunsch nach einem Filmabend geäußert. „Das können wir umsetzen“, freut sich Vanessa Balbrink.

Im Erdgeschoss haben Juze-Leiterin Vanessa Balbrink und Jugendarbeiter Andreas Martzloff eine Art Empfangstheke eingerichtet.zoom

Wenn die Jugendlichen ins Juze kommen, dann brauchen sie dafür keinen Negativtest. Die Landesregierung erlaubt dies in ihrem Öffnungskonzept, wenn sich Jugendhäuser für eine niedrigere Besuchergrenze entscheiden. „Wir fragen die Jugendlichen am Eingang zwar immer, ob sie ein Testergebnis dabei haben, in den Pfingstferien war das jedoch selten der Fall“, berichtet Vanessa Balbrink. Die Maskenpflicht, das Abstandsgebot und ein kontinuierliches Händewaschen sind dennoch vorgegeben. Viel Arbeit mit der Kontrolle haben die Jugendarbeiterin und der Jugendarbeiter hingegen nicht: „Das sind inzwischen Selbstverständlichkeiten, an die wir nur selten erinnern müssen“, berichtet Vanessa Balbrink. Derzeit ist lediglich das Erdgeschoss geöffnet, der Keller bleibt aufgrund schlechter Lüftungsmöglichkeiten vorerst geschlossen. Im Obergeschoss befinden sich Büros, Besprechungsräume sowie die Küche. Im Erdgeschoss haben Vanessa Balbrink und Andreas Martzloff zusätzlich eine Empfangstheke eingerichtet und mit dem Juze-Logo versehen. Dort können die Jugendarbeiterin und der Jugendarbeiter ihren Dokumentationspflichten nachgehen. „Die Jugendlichen scheint es nicht zu stören“, erläutert Vanessa Balbrink. Im Gegenteil: Nach mehr als einem halben Jahr Schließung suchen die Heranwachsenden nicht nur den Kontakt zueinander, sondern auch zu den beiden Jugendarbeitern. „Die Pandemie birgt Konfliktpotenzial. Das macht sich ein Stück weit bemerkbar“, berichtet Andreas Martzloff. Ob Streit unter Freunden, Angst vor Abschlussprüfungen oder Probleme in der Familie, der Redebedarf ist nach wie vor gegeben.

Gut besucht: Die Jugendlichen konnten es nach der langen Corona-Pause kaum abwarten, wieder in das Juze an der Kinzigstraße zurückzukehren.zoom

Wer keinen Platz mehr im Jugendhaus bekommt, weil die maximale Besucherzahl an diesem Tag schon erreicht ist, den verweisen Vanessa Balbrink und Andreas Martzloff an mobile, aufsuchende Angebot aus dem Haus der Jugend. Das Jugendhaus to Go können die Jugendlichen bei Interesse schnell und unkompliziert über das soziale Netzwerk Instagram anfordern, indem sie dem Haus der Jugend dort eine Nachricht hinterlassen. Vor der Öffnung hatte sich das Juze ebenfalls daran beteiligt. „Die Busse kamen sehr gut an und gaben uns die Möglichkeit, wieder vor Ort aktiv zu sein“, berichtet Vanessa Balbrink. Diese Form der mobilen Jugendarbeit wird es voraussichtlich bis zum Beginn der Sommerferien weiterhin geben.

Aktuelle Corona-Regelungen (8. Juni)

Liegt ein Landkreis wie im Falle der Ortenau an mehr als fünf Tagen in Folge unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35, gibt es in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Jugendsozialarbeit Lockerungen hinsichtlich der Personenbegrenzung. Dabei wird unterschieden zwischen Angeboten, die drinnen oder draußen stattfinden, und Angeboten mit getesteten und nicht getesteten Teilnehmenden. Mit Negativtests dürfen 120 Kinder und Jugendliche zu Angeboten im Freien kommen, 60 zu Angeboten in geschlossenen Räumen. Ohne Testergebnisse liegen die Grenzen bei 60 Kinder und Jugendlichen im Freien und 36 in geschlossenen Räumen.

08.06.2021

 

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