Lieber bei den Menschen als am Schreibtisch: Patrik Hauns neuer Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Kultur

Dass er ein Macher ist, zeigt sich im Gespräch sofort: Patrik Hauns redet wenig über sich und viel über Projekte. Über die, die er in seinem langen Berufsleben bereits realisiert hat und über solche, die er sich in Kehl vorstellen könnte. Der Gemeinderat hat den 59-Jährigen zum neuen Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Kultur gewählt; voraussichtlich im Laufe des Herbsts wird er die Nachfolge von Dr. Marcus Kröckel antreten, der Ende Juni aus familiären Gründen in seine Heimat nach Braunschweig zurückgekehrt ist. Patrik Hauns ist lieber bei den Menschen vor Ort als hinter dem Schreibtisch. Begegnungen sind ihm wichtig. Und für Begegnungen, die sich nicht von selbst ergeben, will er auch in Kehl künftig sorgen: Alt und Jung möchte er miteinander ins Gespräch bringen, Migranten und Einheimische, und dafür auch die Kultur als Vehikel nutzen.

Patrik Hauns wird im Laufes des Herbstes die Leitung des Fachbereichs Bildung, Soziales und Kultur bei der Stadt Kehl übernehmen.zoom

Wer sich ein Bild von Patrik Hauns machen möchte, der kann einen Blick in die ZDF-Mediathek werfen und sich den Film übers Mensamobil anschauen. Wenn Schulen und damit Mensen wegen Corona geschlossen sind, fallen für einige Kinder auch die warmen Mahlzeiten aus. Das wollte der Leiter des Bereichs Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bruchsal nicht hinnehmen und hat kurzerhand ein städtisches Fahrzeug zum Mensamobil umfunktioniert. Damit lieferten er und seine Mitarbeitenden den Familien das warme Mittagessen nach Hause, deren Kinder in einer der Schulmensen angemeldet waren. „Wir konnten schauen, wie es den Kindern geht und ihrem Tag gleichzeitig eine Struktur geben“, beschreibt er seine Motivation hinter dem Modellprojekt.
Es ist nur eines von vielen: Gemeinsam mit Gastronomie und Einzelhandel hat er in Bruchsal Möglichkeiten für junge Mütter geschaffen, ihre Kinder nicht nur zu wickeln, sondern auch zu stillen. Ein Angebot, das auch bei Touristen gut ankommt, sagt Patrik Hauns. Über die Taschengeldbörse können ältere Menschen Jugendliche suchen und finden, die sie im Alltag unterstützen, beim Einkaufen oder leichteren Gartenarbeiten zum Beispiel. Eine Geschichtswerkstatt, wo Ältere von Erfahrungen aus ihrer Jugend berichten („Ich bin ein Anhänger der mündlich überlieferten Geschichte.“) oder eine Kinder-Sommerakademie könnte er sich auch in Kehl vorstellen: „Ich möchte Vorhandenes nutzen und weiterentwickeln“, kündigt er an.
Und immer wieder geht es um Begegnung. Alt und Jung miteinander ins Gespräch zu bringen, ist ihm ein ernstes Anliegen: „Die Generationen dürfen sich nicht verlieren“, sagt er und fügt gleich hinzu: „Das ist wichtig für die Stadtgesellschaft und für die Demokratie.“ Sobald er in Kehl ist, wird Patrik Hauns auch vor Ort sein. „Nichts ersetzt den Augenschein“, lautet seine Devise, die er auch seinen Mitarbeitenden mit auf den Weg gibt. Sich anschauen, was es in Kehl gibt, möchte er und zuhören, Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass sie wahrgenommen werden.

Von 1999 bis 2014 war Patrik Hauns Leiter des Amts für Jugend, Familie und Senioren in Ettlingen. Als die dortige Beigeordnete Oberbürgermeisterin in Bruchsal wurde, folgte Patrik Hauns etwas zeitversetzt seiner Chefin und leitet seither dort den Fachbereich Bildung, Soziales und Sport. Dass es ihn im Alter von 59 Jahren nun nach Kehl zieht, liegt auch daran, dass fortan die Kultur zu seinem Fachbereich gehören wird. „Das Thema Kultur ist unheimlich spannend“, sagt er, der selber malt und musiziert, und sprudelt sogleich vor Ideen: Die frühkindliche Bildung mit der musikalischen Früherziehung zu verknüpfen, könnte ebenso interessant sein, wie Integration über Musik und Kultur zu fördern, findet er. Kultur will er „natürlich“ auch grenzüberschreitend denken – die Nähe zu Straßburg, wo eine seiner beiden inzwischen erwachsenen Töchter studiert hat, sieht er als Pluspunkt für Kehl, genauso wie die Hochschule. Im Städtetag engagiert sich Patrik Hauns als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Bereiche Familie und Soziales – die Netzwerke, die er sich in diesem Zusammenhang aufbauen konnte, möchte er künftig auch zugunsten von Kehl nutzen.
Der neue Fachbereichsleiter wird mit dem Zug nach Kehl pendeln, umziehen wird er nicht, sagt er ganz offen. Das hänge auch mit seiner 84-jährigen Mutter zusammen, um die er sich kümmere. Persönliche Beziehungen verbinden ihn bereits seit vielen Jahren mit der Stadt: „Meine beiden besten Studienfreunde leben in Kehl.“ Kommunalpolitische Erfahrung bringt Patrik Hauns nicht nur als Führungskraft in den genannten Stadtverwaltungen mit – er kennt auch die andere Seite: Von 1994 bis 1999 saß er in Rastatt im Gemeinderat und war stellvertretender Ortsvorsteher von Wintersdorf.

Persönliches
Patrik Hauns ist verheiratet und Vater zweier Töchter (22 und 18 Jahre alt) und wohnt mit seiner Familie in Rastatt. Er hat Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft und Psychologie an der Fachhochschule für Sozialwesen in Mannheim und an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg studiert und als Diplom-Pädagoge abgeschlossen. Berufsbegleitend und aus Interesse hat er noch einige Semester Geschichte und der Volkskunde an der Universität Freiburg draufgesattelt. Ins Berufsleben gestartet ist er als geschäftsführender Bildungsreferent des Bezirksjugendwerks der Arbeiterwohlfahrt Baden, bevor er 1999 zur Stadt Ettlingen und 2014 zur Stadt Bruchsal wechselte.

19.07.2021

 

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