Malen wie Vincent van Gogh und Claude Monet: Ferienbetreuung in der GWA Kehl-Dorf

„Endlich wieder Schule.“ Omaima Alhussain gehört zu den Jugendlichen in Kehl, denen dieser Satz mühelos über die Lippen kommt. Die Zwölfjährige kann es kaum erwarten, wieder die Schulbank zu drücken. Zum Glück für das junge Mädchen konnte sie die Wartezeit mit dem zweiwöchigen Ferienprogramm der Gemeinwesenarbeit Kehl-Dorf überbrücken. Dort wurde gebastelt, gemalt und ganz viel gelacht. „Wie in jedem Jahr ist die Ferienbetreuung sehr gut gelaufen“, resümiert Cornel Happe, Leiter der GWA Kehl-Dorf. Und dies trotz regelmäßiger Schnelltests, Maskenpflicht und begrenzter Teilnehmerzahl.

„Uschi, kannst du mir helfen?“, „Uschi, ich brauche eine Schnur.“, „Uschi, wie fädele ich Bügelperlen auf?“ – Uschi Raab-Knauer bleibt ganz ruhig. Gemeinsam mit neun Kindern und Jugendlichen gestaltet sie in den Räumlichkeiten des Stadtteilbüros an der Schutterstraße einen Bastelnachmittag. Es ist der letzte Tag der Sommerferienbetreuung durch die Gemeinwesenarbeit Kehl-Dorf. Auf dem Programm stehen bunte Meerjungfrauen, gebastelt aus bunten Eierkartons, aufgezogen auf eine Schnur und mit Filzwolle verziert. Coronabedingt hat sich die GWA eine Teilnehmergrenze von elf Kindern und Jugendlichen gesetzt. Bevor diese zu Nadel und Faden, Pinsel und Schere greifen können, machen sie einen Antigen-Schnelltest unter Aufsicht von Betreuerin Uschi Raab-Knauer. „Das ist ein Selbstläufer. Die Kinder wissen, wie die Tests funktionieren. Wir kontrollieren fast nur noch“, berichtet GWA-Leiter Cornel Happe. Die Tests fallen durch die Bank negativ aus; der Bastelnachmittag kann beginnen. „Unser Schwerpunkt ist in diesem Jahr die Malerei. Die Kinder und Jugendlichen malen Werke von van Gogh und Monet nach“, erzählt Cornel Happe. Es ist die erste Ferienbetreuung der GWA Kehl-Dorf in diesem Jahr. Programm und Themenschwerpunkt wurden in Rücksprache mit den Kindern und Jugendlichen ausgesucht.

Einen passenden Platz für ihre Kunstwerke hat sich Omaima Alhussain zuhause bereits ausgesucht: "Im Wohnzimmer", antwortet sie ohne zu zögern.zoom

Die zwölfjährige Omaima Alhussain, die mit Eltern und Geschwistern aus Syrien nach Deutschland gekommen ist, zeigt stolz die beiden Bilder, die sie und ihre ältere Schwester gemalt haben. Zu sehen ist die Silhouette einer Großstadt in der Abendsonne. „Das hat wirklich Spaß gemacht“, berichtet Omaima Alhussain, die zuhause eher selten zu Papier und Pinsel greift. Sie gehört zu den Jugendlichen, die die GWA-Ferienbetreuung nicht nur sporadisch besuchen, sondern regelmäßig an den Programmen teilnehmen. „Wir haben hier ausschließlich Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Schichten“, berichtet Cornel Happe. 

„Alle, die sich zum Ferienprogramm angemeldet haben, kennen wir auch aus der Hausaufgabenbetreuung“, ergänzt Uschi Raab-Knauer. An diesem Freitagnachmittag geht es allerdings nicht um komplizierte Algebra oder knifflige Grammatikregeln, sondern um „Spaß und Ablenkung“, wie Uschi Raab-Knauer betont. Schlechte Noten, Familienstreitigkeiten, Probleme mit Lehrern oder Mitschülern, all diese Dinge, die bei der Hausaufgabenbetreuung regelmäßig zur Sprache kommen, treten während der zweiwöchigen Bastelnachmittage in den Hintergrund. „Hier gibt es keinen Druck, kein richtig und kein falsch, wir müssen mit unseren Arbeiten nicht fertig werden“, berichtet Uschi Raab-Knauer. Die zwölfjährige Omaima Alhussain weiß bereits, wo sie ihre fertiggestellten Acryl-Bilder aufhängen will: „Im Wohnzimmer“, antwortet sie ohne zu zögern. Dann widmet sie sich wieder ihrer Meerjungfrau. Das Windspiel benötigt noch ein Paar Kulleraugen. Und Omaima Alhussain weiß auch schon, wenn sie um Hilfe bitten kann: „Uschi…?“

Ein Windspiel in Form einer Meerjungfrau wird am letzten Tag der Ferienbetreuung gebastelt.zoom

13.09.2021

 

Bekanntmachungen & Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Rathausplatz 1 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de