Erschreckende Bilanz: Bei acht von neun Testkäufen bekommen Jugendliche Tabak und hochprozentigen Alkohol

Hochprozentigen Alkohol oder Tabak zu kaufen, obwohl das erforderliche Mindestalter noch nicht erreicht wurde – in Kehl klappt das ganz gut. „Leider“, betont Jannate Hammerstein, bei der Stadt mit der Kriminal- und Gewaltprävention betraut. Bei unangekündigten Testkäufen in der Kernstadt und den Ortschaften sowie in Rheinau und Willstätt haben unter 18-Jährige in Supermärkten, an Tankstellen sowie in Tabakgeschäften versucht, Zigaretten, Whiskey, Wodka oder Tequila zu kaufen und hatten dabei überraschend häufig Erfolg. In Acht von neun Läden kam es zu Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz.

Hochprozentigen Alkohol wie Whiskey, Tequila oder Wodka verkaufen minderjährige Jugendliche während der unangekündigten Testkäufe zu erstehen.zoom

Bier, Wein, Sekt und entsprechende Mischgetränke dürfen nicht an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verkauft werden, bei Tabakwaren, nikotinhaltigen Produkten oder hochprozentigem Alkohol ist der Verkauf an Minderjährige gänzlich untersagt. So steht es im Jugendschutzgesetz. Ob diese Bestimmungen in der Praxis auch eingehalten werden, wird in regelmäßigen Abständen bei unangekündigten Testkäufen durch die Landespolizei, die Ortspolizeibehörde in Kehl und die inzwischen bei der Stadt angesiedelte kommunale Kriminalprävention überprüft. Auch in diesem Sommer waren geschulte 16-jährige Testkäuferinnen und Testkäufer in Rheinau, Willstätt und Kehl unterwegs, um in neun Geschäften gezielt Hochprozentiges oder Zigaretten zu kaufen. „Das Ergebnis war erschreckend“, berichtet Jannate Hammerstein. In acht Fällen verließen die Testkäuferinnen und Testkäufer den Laden wieder mit einer Vodkaflasche oder einer Schachtel Zigaretten in der Hand. In einigen Fällen hatten die 16-Jährigen ihren Personalausweis zur Alterskontrolle vorzeigen müssen, Tabak und hochprozentiger Alkohol sind ihnen dennoch verkauft worden. Wieso sich die Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz in diesem Jahr derart häufen, stellt das Präventionsteam um Jannate Hammerstein vor ein Rätsel. „Wir haben darauf geachtet, dass unsere Testkäuferinnen und Testkäufer jünger aussehen, als sie tatsächlich sind.“ Zudem trugen sie Alltagskleidung, waren weder geschminkt noch auffällig frisiert. Ob und welche Rolle die Maskenpflicht gespielt haben könnte, lasse sich nur schwerlich nachvollziehen. „Ich möchte das gar nicht unterschätzen“, sagt Jannate Hammerstein.

Bei den Testkäufen waren sie und Mitarbeitende der Ortspolizeibehörde stets mit den Jugendlichen im Laden oder an der Kasse, um einzugreifen, für den Fall, dass es Schwierigkeiten gibt. Wurde ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt, folgte umgehend ein Gespräch mit der Kassiererin oder dem Kassierer und der Filialleitung. „Die Verkäuferinnen und Verkäufer zeigten sich allesamt einsichtig“, berichtet Jannate Hammerstein. Dessen unbenommen drohen den Geschäften in Kehl, Willstätt und Rheinau nun Bußgelder.

01.10.2021

 

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