Ortenauer Digitalisierungsnetzwerk: Verwaltungen wollen noch stärker voneinander lernen

„Wir wollen uns auf der Arbeitsebene stärker vernetzen und Digitalisierungsprojekte angehen, die den Arbeitsalltag in Verwaltungen vereinfachen“, sagt Kehls Digitalisierungsbeauftragte Vera Gaß. In Achern hatten Oberbürgermeister Toni Vetrano und seinen Amtskollegen aus Offenburg (Marco Steffens), Lahr (Markus Ibert), Achern (Klaus Muttach) und Oberkirch (Matthias Braun) eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, auf deren Grundlage die Digitalisierung in den Rathäusern verstärkt werden soll.

„Durch die Ortenau Digital fühle ich mich darin bestärkt, den bisher eingeschlagenen Weg der interkommunalen Zusammenarbeit weiterzugehen“, resümiert Kehls Digitalisierungsbeauftragte Vera Gaß das zweitägige Treffen in der Illenau in Achern. Im Dezember 2019 wandte sich Oberbürgermeister Toni Vetrano an die Rathaus-Chefs in Offenburg, Lahr, Achern und Oberkirch mit dem Vorschlag, ein verwaltungsübergreifendes Netzwerk zu bilden und sich bei Digitalisierungsprojekten gegenseitig zu unterstützen. Die Idee wurde in den übrigen Großen Kreisstädten durchaus positiv aufgenommen und ein erstes Treffen für März 2020 anberaumt. Durch die Corona-Pandemie musste das Netzwerktreffen wie so viele Veranstaltungen in dieser Zeit vorerst verschoben werden. Schließlich kamen die Digitalisierungsbeauftragten der Großen Kreisstädte im September vergangenen Jahres in Kehl zusammen und berieten darüber, wie eine interkommunale Zusammenarbeit aussehen könnte. Schnell waren sich alle Beteiligten einig, Synergien zwischen den Verwaltungen zu nutzen, um die Region als Wirtschaftsstandort weiter attraktiv zu halten. Schon während des Auftakttreffens wurde der Entschluss gefasst, das Netzwerk für kleinere Kommunen zu öffnen. „Zwischenzeitlich haben wir den Fokus darauf gelegt, den Teilnehmerkreis durch eine Digitalisierungskonferenz zu erweitern“, berichtet Vera Gaß. Mit Erfolg: 23 Kommunen haben sich dem Netzwerk inzwischen angeschlossen. „In einigen Bereichen haben Kommunen bereits Pionierarbeit geleistet und auf der Ortenau Digital ihre Best-Practice-Beispiele vorgestellt“, berichtet Max Fäßler, Digitallotse im städtischen Bereich Finanzen, der in Achern ebenfalls vor Ort war und sich einige Pitches angesehen und angehört hat. Auch in der Stadtverwaltung Kehl nimmt Digitalisierung eine immer größere Rolle ein, davon zeugen Projekte wie die E-Akte, das E-Payment im Bereich Finanzen, die Online-Terminvergabe für den Bürgerservice oder die kürzlich eingeführte Kita-Info-App.

Kehls Digitalisierungsbeauftragte Vera Gaß setzt sich dafür ein, dass sich die Digitallotsen der Netzwerkkommunen austauschen und dadurch Verwaltungen mehr voneinander lernen können.zoom

Nach der Digitalisierungskonferenz in Achern soll der Vernetzungsgedanke, der hinter der interkommunalen Zusammenarbeit steckt, eine weitere Ebene erhalten. Auf der Arbeitsebene sollen sich die Digitallotsen der einzelnen Netzwerkkommunen stärker austauschen, voneinander lernen und ihr Wissen teilen. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, wenn es sich in einer unserer Netzwerkkommunen bereits dreht“, beschreibt Kehls Digitalisierungsbeauftragte Vera Gaß den erhofften Synergieeffekt. Digitalisierungsprojekte, die verwaltungsinterne Prozesse beschleunigen oder vereinfachen, kämen letztlich den Bürgerinnen und Bürgern in der Ortenau zugute. Für die Verwaltungen hat die interkommunale Zusammenarbeit einen weiteren Vorteil: Die Auswirkungen des anhaltenden Fachkräftemangels können dadurch abgeschwächt werden. Ideen für gemeinsame Projekte gibt es viele. "Die Aufgabe der nächsten Wochen und Monate wird es sein, daraus konkrete Arbeitserleichterungen zu entwickeln", sagt Vera Gaß.

12.10.2021

 

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