Wie der Vater so der Sohn: Oliver Krieg ist Feldhüter in Kork und Odelshofen

Auf den Tag genau 33 Jahre waren es, als Feldhüter Richard Krieg in der gemeinsamen Ortschaftsratsitzung von Kork und Odelshofen verabschiedet wurde. Noch in derselben Sitzung wurde sein Nachfolger gewählt, der seither die Aufsicht über Feld und Flur entlang der Gemarkungsgrenzen beider Ortschaften übernimmt. In geheimer Abstimmung entfiel das Votum der Ortschaftsräte auf den Sohn von Richard Krieg - Oliver Krieg.

Oliver Krieg ist aktuell der Feldhüter in Kork und Odelshofen. Damit folgt der junge Landwirt seinem Vater Richard Krieg.zoom

„Solange ich mich erinnern kann, ist mein Vater Feldhüter gewesen“, berichtet Oliver Krieg, der nun in dessen Fußstapfen tritt. Als Sechsjähriger sei er regelmäßig auf dem Traktor seines Vaters mitgefahren, wenn es die Gemarkungsgrenzen von Kork und Odelshofen entlang ging. „Als Kind wollte ich oft mitfahren, das war ja etwas Besonderes.“ Und so erlebte er von klein auf, was der Beruf des Feldhüters an Aufgaben und Verantwortungen mit sich bringt. Holperten er und sein Vater auf den Kontrollgängen über ein Schlagloch auf einem Wirtschaftsweg, wurde dieses „mal eben glattgezogen“, wie Oliver Krieg schildert. Bei groben Verschmutzungen auf den Wirtschaftswegen, insbesondere durch Landwirte, wurde Richard Krieg beim Verursacher selbst vorstellig. Dann wies er den Landwirt darauf hin, dass dieser die verursachte Verschmutzung auch wieder beseitigen musste. „Stets in einem freundlichen aber bestimmten Umgangston“, wie Oliver Krieg betont. Im Alter von 70 Jahren trat Richard Krieg aus gesundheitlichen Gründen als Feldhüter zurück und machte den Weg frei für seine Nachfolge. „Für mich war klar, wenn mein Vater aufhört, bewerbe ich mich auf dieses Amt“, sagt Oliver Krieg. „Ich wusste jedoch nicht, ob es klappt oder nicht.“ Es hat geklappt. In einer geheimen Abstimmung der versammelten Ortschaftsräte aus Kork und Odelshofen entfiel die Stimmenmehrheit schließlich auf den jungen Landwirt aus Odelshofen. „So ein Amt vererbt sich normalerweise nicht“, berichtet Korks Ortsvorsteher Patric Jockers. Und auch im Fall von Oliver Krieg gab es noch zwei Mitbewerber. „Alle drei Bewerbungen waren brauchbar“, sagt Patric Jockers. 

In der gemeinsamen Ortschaftsratsitzung von Kork und Odelshofen ist Oliver Krieg (Mitte) zum Feldhüter gewählt worden. Einmal im Monat legt er den Ortsvorstehern Markus Murr für Odelshofen (links) und Patric Jockers für Kork (rechts) seinen Bericht vor.zoom

Kontrollinstanz, Beschwerdestelle und Kümmerer

„Der Feldhüter ist die Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Verwaltung sowie zwischen der Verwaltung und der Landwirtschaft“, erläutert Korks Ortsvorsteher Patric Jockers. Er ist Kontrollinstanz, Beschwerdestelle und Kümmerer zugleich. Bei seinem ersten Einsatz als Feldhüter konnte Oliver Krieg seine Vorerfahrungen sogleich unter Beweis stellen: Eine Bürgerin hatte sich bei ihm gemeldet, weil sie bei einem Spaziergang Riesen-Bärenklau, eine Giftpflanze, die bei Berührung schmerzhafte Hautreaktionen hervorrufen kann, entdeckt zu haben glaubte. „Wie sich herausstellte, war es aber das ungefährliche Wiesen-Bärenklau“, berichtet Oliver Krieg. Ein wiederkehrendes Thema sind illegale Müllablagerungen: Altreifen, Batterien und Gelbe Säcke finden immer seltener den Weg zum Wertstoffhof in Kork. Stattdessen landen sie zunehmend in der Natur, sehr zum Leidwesen von Tieren und Pflanzen. „Das hat stark zugenommen“, berichtet Patric Jockers. 

Einmal im Monat reicht der Feldhüter einen Bericht ein, der von den beiden Ortsvorstehern Patric Jockers für Kork und Markus Murr für Odelshofen gegengezeichnet wird. Und sollte Oliver Krieg doch einmal eine fachliche Frage haben, „kann ich stets auf das Wissen meines Vaters zurückgreifen.“

21.10.2021

 

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