Vom Gebrauch von Motorsägen und Fallkerben: Wie städtische Azubis das Bäumefällen lernen

Die Motorsäge kreischt laut auf, ein kurzer Schrei ertönt: „Baum fällt!“ Wenige Sekunden später kracht der Stamm mit einem dumpfen Schlag auf den schmalen Feldweg. Die Auszubildenden des Betriebshofs lernen, wie man Bäume fällt. Außerhalb der gesetzlich festgelegten Nist- und Brutzeit seit Anfang Oktober und noch bis Ende Februar müssen ungefähr 130 abgestorbene oder kranke Bäume in der Kernstadt und den Ortschaften umgesägt werden. In den nächsten Monaten ist deswegen immer wieder mit kurzzeitigen Straßensperrungen zu rechnen.

Seit den frühen Morgenstunden wird der Baumbestand an dem kleinen Waldstück auf dem Verbindungsweg zwischen der Kittersburger Mühle und Goldscheuer an diesem kühlen und klaren Dezembertag ausgedünnt. Die Dürre der letzten Jahre, Pilzbefall und diverse Krankheiten: Es gibt viele Gründe, warum Bäume gefällt werden müssen, sagt Kevin Lösch, Fachagrarwirt für Baumpflege. Die Stadt beschäftigt drei solcher Fachkräfte, die den städtischen Baumbestand regelmäßig kontrollieren. Bäume, die ihre Standsicherheit verlieren, können zur Bedrohung für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie den motorisierten Verkehr werden, stellt Kevin Lösch klar. Droht ein kranker oder toter Baum umzustürzen, muss dieser in Absprache mit den Mitarbeitenden des städtischen Bereichs Stadtplanung/Umwelt notfalls während der Schutzzeit gefällt werden. Außerdem sind Baumpflegearbeiten eine gute Gelegenheit, um den Auszubildenden des Betriebshof das Bäumefällen beizubringen. Das ist keine ungefährliche Tätigkeit.

Auszubildender Antonin Margowski zerlegt einen großen Ast.zoom

Bevor die Auszubildenden die Kettensäge an den Stamm legen können, muss die Baumkrone auf lose Äste geprüft werden. Auszubildender Marcel Hopp setzt den Fallkerb, wie es im Fachjargon heißt, wohlüberlegt waagrecht in den Stamm, um sicherzustellen, dass der Baum in die gewünschte Richtung kippt. Falsch verwendete Kettensägen können einen Rückstoß entwickeln oder am Stamm abrutschen. „Wenn die Kettensäge abrutscht, sorgt die Schnittschutzhose dafür, dass die Kette blockiert“, ergänzt Kevin Lösch. Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen legt er Wert darauf, dass die Auszubildenden beim Erlernen dieser kritischen Tätigkeit ganz individuell betreut werden. Deswegen sind auch nur zwei der insgesamt fünf Auszubildenden dabei. Nachdem Marcel Hopp den Baum mit der sogenannten Großsäge gefällt hat, wird der Stamm danach mit einer kleineren Kettensäge „ausgeastet“ wie Kevin Lösch es nennt. Dabei legen die beiden Auszubildenden, Marcel Hopp und sein Azubi-Kollege Antonin Margowski, große Konzentration und Ruhe an den Tag. Seite an Seite befreien sie den umgestürzten Baum von den größten Ästen.

Auszubildender Marcel Hopp entfernt einen Baumstumpf.zoom

Die beiden befinden sich bereits im dritten Lehrjahr im Bereich Landschafts- und Gartenbau beim Betriebshof. „Meistens sind wir mit der Unterhaltung von städtischen Grünflächen und Anlagen beschäftigt“, erzählt Antonin Margowski. Im Anschluss an die Fällungen und das Ausasten entfernt ein Mitarbeiter des Betriebshofs mit einem Sortiergreifer größere und kleinere Äste, die zu Boden gefallen sind. Die Stämme werden später weggebracht. Ein Teil des Totholzes bleibt als Biomasse liegen. „Das ist gut für die Biodiversität“, erklärt Kevin Lösch.

06.01.2022

 

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