250 Jahre Stadtrechte Kehl

250 Jahre Stadtrechte: Kehl erinnern, erleben und erfinden

Der Veranstaltungsreigen zum 250. Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte an Kehl geht weiter. Über die Sommermonate kann man die Rheinstadt unter anderem bei Rock am Rhin oder bei einem deutsch-französischen Picknick in der Mediathek erleben. Schülerinnen und Schüler werden in einem Wettbewerb Kehl erfinden; ein Stadtspaziergang zum Thema Klimawandel gehört ebenso zu diesem Teil des Veranstaltungsprogramms wie der Vortrag einer Zukunftsforscherin.

Weil das Stadtjubiläum von der ganzen Stadt gefeiert werden soll, Einwohnerinnen und Einwohner es mittragen und zu ihrem Jubiläum machen sollen, wurde im vergangenen Jahr ein Projektaufruf gestartet, über den Vereine Fördermittel für Projektideen und Veranstaltungen beantragen konnten. Herausgekommen ist ein vielfältiges Programm, das sich noch bis zum 22. November erstreckt.

Das Festungsmodell des Hanauer Museums, das nur im Rahmen von Führungen zugänglich ist, steht thematisch im Zentrum des Veranstaltungsreigens zu 250 Jahre Stadtrechte Kehl. Das Bild ist bei der Restaurierung des Modells entstanden.

Kehl erinnern: Führungen, Vorträge, Ausstellung

Anlässlich des Stadtjubiläums werden eine Reihe verschiedener Führungen angeboten, bei denen Interessierte allerhand über die Geschichte Kehls erfahren: 

Das Rheinmodell im Hanauer Museum an der Friedhofsstraße 5 zeigt Stadtarchivmitarbeiter Matthias Kick am Freitag, 5. Juli, und Dienstag, 9. Juli, jeweils ab 10 und 16 Uhr. Die Führung ist kostenlos; eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. 

Vom Bollwerk zum Freiheitshafen – die Festungsstadt Kehl: Bei der Führung am Sonntag, 14. Juli, um 16 Uhr, wird das Modell der Festung Kehl von Julius Gutekunst und der dafür neu eingerichtete Schauraum in der Stadthalle besichtigt. Beim anschließenden Rundgang können sich die Teilnehmenden auf die Suche nach Spuren der Festung im heutigen Kehl machen. Zu Ende geht die Führung am Bahnhof, wo ein Denkmal, eine Schautafel und eine App dazu einladen, sich weiter mit der Geschichte der Kehler Festung zu befassen.

Kehl am Rhein, leben am Fluss – Kehl ist eine Grenzstadt mit besonderer Geschichte. Bei einem Spaziergang am Mittwoch, 17. Juli, ab 16 Uhr durch die Stadt die mal deutsch und dann wieder französisch war, erfahren Interessierte besondere Anekdoten und Geschichten über das Leben am Rhein.

Von Büchermachern und Bücherverbrennern – das literarische Kehl: Bei diesem Rundgang am Freitag, 19. Juli, 18 Uhr, wird gezeigt, wie der Rhein verschiedene Dichter seit der Römerzeit faszinierte, welche Autoren des Mittelalters und der frühen Neuzeit sich in Kehl aufhielten und welche Erinnerungen deutsche und französische Autoren von Weltrang mit Kehl verbinden. Beaumarchais verwandelte die Festungsstadt in eine Bücherstadt, wogegen in der NS-Zeit das literarische Erbe Europas verbrannt wurde.

Kehler Geschichten und Geschichten – Bei einem Vortrag mit anschließendem Rundgang am Sonntag, 21. Juli, ab 10 Uhr, wird das Augenmerk besonders auf das 19. Und 20. Jahrhundert gelegt. Die Spuren aus diesen Zeiten sind bis heute noch sichtbar. Die Geschichte Kehls ist seit jeher eine Geschichte der Verkehrswege, des Handels, aber auch des Kriegsgeschehens.

Große Geschichten aus einer kleinen Grenzstadt – Anhand von interessanten Gebäuden, spannenden Familienschicksalen und vieler Anekdoten werden bei dieser Führung am Freitag, 26. Juli, ab 18 Uhr 1.000 Jahre deutsch-französische Geschichte behandelt. Höhepunkte sind die Besichtigung des historischen Kellers der ehemaligen Zollburg und des Festungsmodells.

Treffpunkt für alle Führungen ist vor der Tourist-Information in der Rheinstraße. Die Teilnahme ist kostenfrei. Da die Plätze begrenzt sind, wird jedoch ein Gratisticket benötigt. Diese sind bei der Tourist-Information sowie an allen bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich. Auch online auf www.reservix.de können Karten für eine kleine Gebühr reserviert werden. Teilnehmende sollten beachten, dass die Führungen nicht barrierefrei sind. 

Höhepunkte zu Kehl erinnern

„Kehl – meine Heimat am Rhein“ lautet der Titel einer vom Historischen Verein organisierten Ausstellung von Motiven des Malers Julius Gutekunst. Der 1883 geborene Kehler malt zuerst als Autodidakt, konnte sich dann aber der Malklasse des bekannten Professors von Seebach von der Straßburger Kunstakademie anschließen. 1937 beziehungsweise 1940 wurde er in die Kunstkammer Berlin und in die Kameradschaft der Künstler am Oberrhein aufgenommen. Fotos der Originalgemälde sind noch bis zum 26. Juli im Kulturhaus zu sehen. Die Ausstellung kann von Montag bis Freitag, jeweils von 8 Uhr bis 20.15 Uhr besucht werden, samstags von 8 bis 13 Uhr.

Innerhalb der Kehler Festung stand die größte Buchdruckerei Europas: Dort wurde das  damals in Frankreich verbotene Gesamtwerk von Voltaire gedruckt. 

Kehls zentrale Rolle während der Aufklärung erhellen die Geister Rousseaus, Voltaires und Beaumarchais auf der Bühne in der Alten Rösterei. Gespickt mit sarkastischem Witz und pikanten Geschichten aus ihrem Liebesleben diskutieren die drei in der Buchdruckerei in der alten Festung. Das vom Theater der zwei Ufer erarbeitete und am Sonntag, 28. Juli, von 20 Uhr an, aufgeführte Stück mit dem Titel „Echo der Freiheit: Zwischen Rhein und Revolution“ ist Teil des grenzüberschreitenden Programms zur UNESCO Welthauptstadt des Buches (23. April 2024 bis 23. April 2025 trägt Straßburg diesen Titel). Das Theater der zwei Ufer wird dabei vom Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau, der Bürgerstiftung, der Rheinstiftung und der Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung unterstützt. Eine weitere Aufführungen findet am Donnerstag, 26. September, im Kaleidoscoop im Straßburger Coop-Areal statt.

Kehl erleben

20 Jahre liegt die grenzüberschreitende Gartenschau Kehl-Strasbourg zurück und eben solange existiert der Garten der zwei Ufer: Dieser Geburtstag wird am Samstagnachmittag, 14. September, mit einem bunten Programm am Straßburger Rheinufer gefeiert, bevor man sich gemeinsam zum Rheingeflüster am Altrhein aufmacht. Die poetische Veranstaltung verwandelt den Altrhein alle zwei Jahre in einen ganz besonderen Ort und verleiht ihm ein zauberhaftes Ambiente. Schauspielern, Musikern Poeten und Akrobaten kann man bereits am Freitagabend (13. September) von 19 Uhr an begegnen.

Kehl erfinden

„Kehl jetzt und in 50 Jahren“: Mit diesem Thema beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Wettbewerbs. Die Werke, die dabei entstehen, werden vom 7. Juli bis zum 11. August, im UFO im Garten der zwei Ufer ausgestellt.

Wie wir in Kehl zukünftig leben werden, lautet die spannende Frage, mit der sich Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern am Donnerstag, 10. Oktober, von 19 Uhr an, im Zedernsaal der Stadthalle befassen wird. Sie arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Trendforscherin und Autorin. Nach dem Vortrag kann das Publikum mit der Rednerin in den Austausch treten.

Info

Das komplette Veranstaltungsprogramm zum Stadtjubiläum findet sich im Programmflyer (502 KB). Nähere Informationen zu einzelnen Veranstaltungen werden kurz vor den Terminen ergänzt.

Die Angebote können kostenlos genutzt werden; Interessierte sollten sich jedoch unter tourist-information@marketing.kehl.de anmelden, weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Die meisten Führungen werden mehrmals, zu unterschiedlichen Terminen angeboten.