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Montag, 11.04.2022 - Freitag, 01.07.2022 | 08.00 Uhr SERGE RIEGERT UND ILONA WÄLDE "RENDEZVOUS DER STILE"

Kurzbeschreibung

Mischtechniken und Acryle

Veranstalter

Anita Frei-Krämer
Richard-Wagner-Str. 97
77694 Kehl

Veranstaltungsort

Kunstforum Kork
Landstraße 20
77695 Kehl-Kork

Beschreibung

Auffällig sind die Bilder von den beiden Kunstschaffenden dieser Ausstellung im Sinne von „sofort ins Auge fallen“, was durch die sehr unterschiedlichen Macharten und ihre Wirkungen in der Rezeption dieser Bilder erzeugt wird.

Die vom Kleinformat bis meist Mittelformatgröße wechselnden Werke des Franzosen Serge Riegert bestechen durch eine ungeheure Farbigkeit, Formensprache und Bildkomposition. Die in Frankreich und Belgien breit verankerte Gebrauchskultur der Comics und plakativen oft ironischen Werbeanzeigen haben bei Serge Riegert mächtig Spuren hinterlassen. Er wendet für seine Bildsprache eben virtuos sämtliche Elemente daraus an und bringt teilweise puzzleartig mit Schrift und Texten aus Zeitschriften und Altmaterialien seine Botschaften aufs Tablett. Und diese haben politische, sozialkritische Inhalte in sich: Appelle gegen Spielsucht, Kasernierung in Städten, Alkoholismus, Fremdenhass und Krankheiten. Aber auch dem Stillleben ähnliche Motive der Liebe, des Gesangs, der Geselligkeit – so wie das Leben auch sein kann. Und was ihm in die Hände kommt wird als Malgrund verwendet gleich ob Leinwand oder z.B. Holzunterseiten von alten Schubladen. Und bei den Farben wird alles von der Sprühfarbe bis über Acryl, Kreide oder Ölkreide zum Einsatz gebracht. Kurzum, Serge Riegert schwelgt förmlich im Machen und Fügen seiner gedankenvollen, doch meist heiteren Kunst.

In den Focus des Betrachters geraten die meist rechteckigen länglichen Leinwandarbeiten von Ilona Wälde allemal durch ihre Farbigkeit und ihre Dynamik in der Bildkomposition.
Sie verwendet keinerlei grelle Acrylfarben, aber stellenweise auch Gold und Silber. Fast keine von Hand gemachte Linie oder Pinselstriche sind auf den manchmal ruhigen, jedoch auch stürmisch tobenden Flächen zu sehen. Vereinzelt kommt das vor, denn sie arbeitet minimal an den durch Schütten, Drehen und Wenden entstandenen Farbverläufen winzige Details heraus. Sie betont somit eine zufällig entstandene Figuration. Im eigentlichen Sinne sind Ilona Wäldes Arbeiten abstrakt, zeigen wieder und wieder Vermischung, Verläufe sowie Überspritzung und tachistische Spuren. Auch Kleckse und Lineaturen, Gewirke im Komplexen, weiß sie zu gestalten, so dass ihrer inneren Verfassung gemäß sozusagen konstruierte Sinnesereignisse hergestellt werden. Durch die gewählte Platzierung der Farben, den zeitlich versetzten Eingriffen in das Geschehen des Fließens der Farben, komponiert sie wuchtige oder zarte Gebilde, die an Wasser, Wellen oder Wolken und sphärische Gegebenheiten erinnern. Das kann sich Ton in Ton, hell nuanciert oder kontrastierend mit wuchtigen Farbvalenzen abspielen.

So erzählen beide Künstlerpersönlichkeiten, die beide Autodidakten sind, jeweils von ihrem innerlich festgehaltenem Gedankengut und ihren Stimmungen.

Text: Anita Frei-Krämer

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