Tigermückenbekämpfung

Tigermücke wird wieder bekämpft – KABS zieht ernüchternde Bilanz

Die gute Nachricht zuerst: Die Tigermücke wird von Frühjahr bis Herbst in Kehl erneut bekämpft – allerdings mit einem veränderten Konzept. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch (21. Februar) so beschlossen. Die schlechte Nachricht: Obwohl im vergangenen Jahr gegen die aggressiven tagaktiven Steckmücken vorgegangen wurde, haben sie sich in Kehl weiter ausgebreitet.

Ein besonderer Plagegeist: die asiatische Tigermücke. Foto: B. Pluskota (KABS)

Aufgrund von Meldungen von Einwohnerinnen und Einwohnern, berichtete Artur Jöst von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), sind in Goldscheuer und Kittersburg (in Marlen wurde bereits 2023 bekämpft) Tigermückenvorkommen ebenso nachgewiesen worden wie in Bodersweier und Leutesheim. In Auenheim kamen die Meldungen aus unterschiedlichen Bereichen, so dass von einem flächendeckenden Befall auszugehen sei, wie Artur Jöst erläuterte.

Weil sich die Tigermücke in Kehl so stark ausgebreitet hat, schlug die KABS dem Gemeinderat ein verändertes Konzept zur Bekämpfung vor: So werden die Mitarbeitenden der KABS nicht mehr alle Privatgrundstücke in den Stadtquartieren mit nachgewiesenen Tigermückenvorkommen aufzusuchen, sondern vor allem in Bereichen um Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen und Kindertageseinrichtungen aktiv werden. Einwohnerinnen und Einwohner sollen noch stärker als bisher dafür sensibilisiert werden, den Stechmücken, die Chikungunya-, Dengue-, Zika-, West-Nil-Viren und andere Infektionskrankheiten übertragen können, keine Brutstätten zu bieten. Tigermücken reichen bekanntlich kleinste Wasserflächen, beispielsweise in Untersetzern von Blumentöpfen bereits aus, um ihre Eier abzulegen. Die Mitarbeitenden der KABS werden hier beratende Funktion übernehmen, kündigte Artur Jöst an.

Klar ist: Es ist nicht mehr möglich, die Tigermücke in Kehl auszurotten. Durch die Bekämpfung kann die Population eingedämmt und die weitere Ausbreitung im besten Fall verlangsamt werden. Dabei geht es, machte Artur Jöst deutlich, zum einen darum, die Übertragung der Viruskrankheiten möglichst gering zu halten und zum anderen um die Lebensqualität, also darum, ob Gärten und Balkone in der Sommersaison noch genutzt werden können.

Im vergangenen Jahr hat die Bekämpfung der Tigermücke 59 000 Euro gekostet.

Welche Gebiete in Kehl bereits von der Tigermücke befallen sind, welche Ergebnisse die Bekämpfung im vergangenen Jahr gebracht hat und wie es, voraussichtlich ab April, weitergeht, ist in der Präsentation der KABS (5,4 MB) dargestellt.