ParkPAD

Stadt möchte eine klimaschutzorientierte Parkpolitik auf den Weg bringen

Ein Luftbild von einem Parkplatz.
Beim Auditverfahren ParkPAD wurden Handlungsfelder für eine zukunftsorientierte Parkraumpolitik erarbeitet.

Die Stadt Kehl macht sich auf den Weg, eine klimaschutzorientierte Parkpolitik zu etablieren. Mit Unterstützung der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg hat die Stadt am Auditverfahren ParkPAD teilgenommen. Über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg bewerteten nicht nur Mitarbeitende der Stadtverwaltung, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Interessengruppen aus der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft die aktuelle Parkraumpolitik. Dabei wurden Herausforderungen identifiziert und Handlungsfelder für eine zukunftsorientierte Parkpolitik erarbeitet.

Diese werden dem Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 28. Februar, im Bürgersaal des Rathauses (Beginn um 18 Uhr) vorgestellt, ohne dass sich daraus eine Verpflichtung ergibt, diese auch umzusetzen. Vielmehr geht es darum, dass sich die Verwaltung von den Stadträtinnen und Stadträten Arbeitsaufträge abholen möchte. So schlägt sie dem Gemeinderat vor, ein integriertes Parkraummanagementkonzept zu erarbeiten und dabei die unterschiedlichen Nutzergruppen zu beteiligen. Auch eine Befragung von Passanten ist als Teil des Konzepts vorgesehen. Unterstützt werden soll die Verwaltung von einem externen Verkehrsplanungsbüro.

Weil es im ParkPAD-Verfahren nicht nur ums Parken von Autos, sondern auch von Fahrrädern geht, möchte die Verwaltung außerdem einen Plan erarbeiten, wo welche Möglichkeiten geschaffen werden könnten, Fahrräder sicher abzustellen. Auch dabei sollen Radfahrerinnen und Radfahrer miteinbezogen werden. Ein weiterer Teil des Beschlussverschlages ist eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten. Eine solche hat es zuletzt 2014 gegeben; die zehn Jahre alten Zahlen sind inzwischen überholt.

Was bisher geschah

Die derzeitige Parkraumpolitik der Stadt haben für die Stadtverwaltung der erste Beigeordnete Thomas Wuttke, Vertreterinnen und Vertreter der Straßenverkehrsbehörde, des Bereichs Tiefbau, der Stabstelle Nachhaltige Stadtentwicklung, der Kehl Marketing und des ÖPNV- und Mobilitäts-Managements der Technischen Dienste Kehl sowie der Inklusionsbeauftragte auf der Grundlage eines Online-Fragebogens bewertet. Darüber hinaus waren der Kehler Einzelhandel, das Seniorenforum und die Ortsgruppe des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) beteiligt.
Die Ergebnisse der Befragung wurden bei einem Treffen ausgewertet, um die Parkraumpolitik zu bewerten und Herausforderungen abzuleiten. Folgende Handlungsfelder wurden identifiziert:

Als wichtigste kurzfristig umzusetzende Maßnahme wurde die Erarbeitung eines integrierten Parkraummanagementkonzepts gesehen. Darin wäre festzulegen, welche Parkgebühren für die Innenstadt und die umliegenden Quartiere erhoben werden sollen, gleichzeitig ginge es aber auch um die Verlagerung des Parkens aus dem öffentlichen Straßenraum in Parkhäuser und auf Parkplätze oder die Einführung von Parkregelungen für Bewohnerinnen und Bewohner bestimmter Teilbereiche der Stadt. Durch eine solche Verlagerung geparkter Fahrzeuge ergäbe sich die Möglichkeit, die Parkplätze entlang von Straßen zu entsiegeln, Grünbereiche zu schaffen und damit einen Beitrag zur Anpassung der Innenstadt an den Klimawandel zu leisten. Wenn die Wärmeentwicklung an heißen Sommertagen und in Tropennächten durch kühle Inseln begrenzt werden kann, steigt die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Stadtraum.

Außerdem wurde im ParkPAD-Verfahren vorgeschlagen, eine Strategie zum Abstellen von Fahrrädern zu erarbeiten, den Park & Ride-Parkplatz hinter dem Bahnhof sowie die Parkplätze im Kasernenareal zu bewirtschaften und die Kontrolle des ruhenden Verkehrs zu optimieren.

Nähere Informationen über das ParkPAD-Verfahren finden sich hier (1,3 MB).