Vereinstreffen

Achtes Vereinstreffen: Ein Jahr Fachprojekt Ehrenamt mit der Hochschule Kehl

Petra Kissel, Geschäftsführerin DRK-Kreisverband Kehl, die städtische Ansprechpartnerin für Sportförderung Sandra Gerhardt (Mitte) und Oberbürgermeister Wolfram Britz beim Vereinstreffen im Kehler Kulturhaussaal.

Vor einem Jahr entstand die Idee, beim achten Vereinstreffen zeigte sie Wirkung: Zwölf Fachprojekte verbinden Kehler Vereine mit Studierenden der Hochschule Kehl. Vier dieser Projekte wurden beim Vereinstreffen, zu dem die Stadt Kehl am Montag (19. Oktober) ins Kulturhaus eingeladen hatte, vorgestellt. Mit dem „Engagement-Finder“, einem „Engagementnachweis“ und einer Kinderschutzkonzept-Werkstatt standen weitere Angebote für die Vereinsarbeit auf der Tagesordnung.

Vor einem Jahr hatte Joachim Beck, Rektor der Hochschule Kehl, den Vereinsvertreterinnen und -vertretern mehrere Ideen unterbreitet, wie Studierende stärker in die Stadtgesellschaft eingebunden werden könnten. Viel ist seitdem geschehen: Im gemeinsam konzipierten Fachprojekt „Ehrenamt“ arbeiten mehrere Kehler Vereine mit Studierenden an insgesamt zwölf Projekten. Im Fokus stehen drei Themenblöcke: Kehl als Bildungsstadt stärken, Gemeinschaft durch soziales Miteinander fördern sowie Vereine und städtische Einrichtungen strategisch weiterentwickeln.
Zwei Vorträge verschafften den Anwesenden einen Einblick in die Arbeit mit den Studierenden: In Kittersburg, Goldscheuer und Marlen kümmern sich die Vereine Tante Emma e.V. und Leben im Dorf e.V. um drei Projekte, die sich einem lebendigen Miteinander in den Ortschaften verschrieben haben. Luccia Morrone, die beiden Vereinen vorsteht, skizzierte sie: Tante Emma e.V. erarbeitet gemeinsam mit Studierenden neue Veranstaltungsformate für das gesellschaftliche Miteinander nach Corona und die Stärkung von Frauen, während Leben im Dorf e.V. die Jugend und deren aktive, demokratische Beteiligung am Dorfleben in den Blick nimmt. In einem dritten Projekt bündeln beide Vereine mit studentischer Unterstützung ihre Kräfte für die Erstellung und Pflege ihrer Social-Media-Auftritte. Dass die Zusammenarbeit mehr ist als ein Studienprojekt, zeige sich laut Lucia Morrone in der Praxis: Gemeinsame Besuche von Ortschaftsratssitzungen machten Kommunalpolitik für die Studierenden live erlebbar, manche Ideen würden im Dialog verändert und verbessert. „Ein Gewinn für die Studierenden, für die Vereine und für das Dorfleben“, resümierte Lucia Morrone. Und obwohl die Treffen sonntags stattfinden, sei die Bilanz rundum positiv: „Am Sonntagmorgen sind tatsächlich alle pünktlich, und wir haben richtig Spaß.“
Das Projekt „Erreichen neuer Zielgruppen für ehrenamtliches Engagement“ wird vom DRK-Kreisverband Kehl getragen. Dessen Geschäftsführerin Petra Kissel skizzierte die tägliche Arbeit des Vereins, der in Bevölkerungsschutz, Sanitätsdienst, Erster Hilfe, Ambulanter Pflege und Hausnotruf aktiv ist. Allein im DRK-Ortsverein Rheinau-Süd-Kehl leisten 25 Aktive über 4000 ehrenamtliche Stunden pro Jahr. Dementsprechend groß sei die Belastung. Gemeinsam mit der Hochschule wird daher nach neuen Netzwerken und Wegen gesucht, um Menschen zu erreichen, die ehrenamtlich ihre ganz persönlichen Talente einbringen möchten. „Die Studierenden bringen einen frischen Blick mit. Eine Win-win-Situation für alle“, betonte Petra Kissel.

Wie Vereine generell leichter ehrenamtliche Unterstützung finden können, stellte die städtische Ansprechpartnerin für Sportförderung Sandra Gerhardt vor: Im „Engagement-Finder“ des Ortenaukreises treffen auf der Webseite www.ortenau-engagiert.de Angebot und Nachfrage zusammen. Alle Vereine und Organisationen können sich kostenfrei registrieren, die Eingabe erfolgt über die Webseite von Aktion Mensch, die das Angebot finanziell unterstützt. „Aktuell sind 19 Kehler Vereine auf der Plattform sichtbar. Hier können wir noch besser werden“, bilanzierte Sandra Gerhardt.
Eine weitere Erleichterung ist der landesweite Engagementnachweis Baden-Württemberg. Er ermöglicht Vereinen, die fachlichen und sozialen Kompetenzen ihrer Ehrenamtlichen per Zertifikat zu dokumentieren und anzuerkennen. Die Registrierung ist unter www.engagementnachweis-bw.de kostenfrei möglich; bisher nutzen erst sieben Kehler Vereine das Angebot.
Außerdem bietet der Kinderschutzbund Kreisverband Freiburg e.V. eine Schutzkonzepte-Werkstatt an, die mit den teilnehmenden Vereinen passgenaue Konzepte entwickelt, damit Vereine ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche bleiben. Interessierte Vereine können sich bis zum 1. Dezember bei s.gerhardt@stadt-kehl.de anmelden.

Weitere Termine
Das nächste Vernetzungstreffen mit Kehler Vereinen ist geplant für Montag, 19. April. Die Sportlerehrung findet am Freitag, 18. Juni, statt.