Sprudelnde Brunnen
Sprudelndes Nass: Zwölf von 17 städtischen Brunnenanlagen sind in Betrieb
Abkühlung ist derzeit nicht nur im Freibad und an den Baggerseen gefragt, sondern auch wohnortnah in der Stadt: Am gerade sanierten Wasserband, dem beliebten Wasserspielplatz zwischen Rhein und Altrhein, planschen Dutzende Kinder und kühlen sich Erwachsene die Füße; von den Fontänenfeldern im Wohngebiet Schneeflären, also am Wasserturm, und vor der Villa Schmidt, erschallt Kinderlachen. Zwölf von 17 städtischen Brunnen sind derzeit in Betrieb. Laufen alle Brunnen, muss die Stadt dafür jährlich rund 66 000 Euro aufwenden – Investitionen für größere Sanierungen nicht mitgerechnet. Dafür, dass in fünf Brunnen kein Wasser sprudelt, gibt es (technische) Gründe.
So bleibt der Brunnen in Leutesheim deshalb abgeschaltet, weil die Ortsmitte gerade mit umfangreichen Baumaßnahmen umgestaltet und die Wasserleitung saniert wird. Beim Goldwäscher-Brunnen am Rathaus in Goldscheuer ist das Brunnenbecken undicht und muss repariert werden, um Wasserverluste zu vermeiden. Am Marlener Narrenbrunnen sind die Abläufe verstopft, am Brunnen vor dem Neumühler Rathaus die Leitungen: „Wir konnten hier aus Kapazitätsgründen noch nicht tätig werden“, sagt Betriebshofleiter Peter Grün. Ob und mit welchem Aufwand die Brunnen vor der Kirche in Hohnhurst und der Kompass-Brunnen in Kittersburg wieder angeschaltet werden können, wird derzeit geprüft.
In der Kernstadt laufen die beiden Fontänen im Altrhein weniger aus ästhetischen als vielmehr aus ökologischen Gründen: Sie tragen Sauerstoff in den Altrhein ein. Der Brunnen im Rosengarten sprudelt seit dessen Neueröffnung wieder munter, Gleiches gilt für die Fontänenfelder beim Wasserturm und der Villa Schmidt. Das Wasserband wurde nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen (rund 500 000 Euro) bereits am 13. Juni wiedereröffnet. Schon länger stillgelegt ist der Brunnen am Marktplatz: Nach vielen Reparaturen müsste der Brunnen für eine höhere fünfstellige Summe umgebaut werden, erklärt Peter Grün. Deshalb wurde die einstige Pusteblume abgebaut; im Herbst soll der Brunnentrog mit Stauden bepflanzt werden.
Auch die von der Bürgerstiftung Kehl konzipierte und finanzierte Wassertretstelle im Garten der zwei Ufer erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kinder nutzen das eiskalte Wasser gerne schon mal für ein kurzes Vollbad. Die Unterhaltung ist mit Jahresbeginn von der Bürgerstiftung auf die Stadt und damit den Betriebshof übergegangen. In Betrieb gehen konnte die Kneippanlage diesen Sommer nur, weil Mitarbeitende es geschafft haben, die Pumpe notdürftig zu reparieren – eine neue Pumpe ist bestellt und kostet die Stadt 1300 Euro. Während die Wassertretstelle aber erst 2023 eröffnet wurde, sind die Brunnen in den Ortschaften meist mehrere Jahrzehnte alt und entsprechend entsteht Unterhaltungsaufwand, den der Betriebshof mit der bestehenden Personalausstattung nicht immer zeitnah bewältigen kann. Werden Ersatzteile benötigt, lassen die sich häufig nicht einfach bestellen, weiß Peter Grün. Für das zur Gartenschau 2004 angelegte Fontänenfeld an der Villa Schmidt mussten Einzelteile, die kaputt gegangen waren, schon eigens angefertigt werden.
Kostenfaktor Strom
Beim Betrieb der Brunnen ist nicht – wie man gemeinhin denken mag – das Wasser der entscheidende Kostenfaktor, sondern die Betreuung durch den Betriebshof oder die Hausmeister in den Ortschaften. An zweiter Stelle folgt der Strom: Etwas mehr als 800 Euro kostet der Pumpenbetrieb pro Brunnen in den Ortschaften und an der Wassertretstelle im Garten der zwei Ufer. Nur die Brunnen auf dem Korker Bühl und auf dem Dorfplatz in Leutesheim laufen bei Stromkosten von 500 und 300 Euro deutlich günstiger. Spitzenreiter unter den Stromkonsumenten ist das Fontänenfeld an der Villa Schmidt (inklusive Wasserfall) mit 4200 Euro, gefolgt von den Altrheinfontänen (3200 Euro), dem Fontänenfeld gegenüber vom Wasserturm (2400 Euro), dem Wasserband (2000 Euro) und dem Brunnen im Rosengarten (1700 Euro). Sind alle Brunnen in Betrieb beläuft sich die Stromrechnung auf knapp 22 000 Euro.
Wasserkosten
Zwar sind die meisten Brunnen an die Trinkwasserversorgung angeschlossen, weil es einfach zu teuer wäre, für jeden von ihnen einen eigenen Tiefbrunnen ins Grundwasser zu bohren. Doch wird das Wasser in Zisternen aufgefangen und wieder in den Kreislauf zurückgepumpt. Das bedeutet, dass die meisten Brunnen in den Ortschaften Wasser für weniger als 300 Euro pro Saison konsumieren. Beim Brunnen auf dem Korker Bühl beläuft sich die Wasserrechnung auf etwa 700 Euro. Anders sieht es bei den großen Anlagen in der Kernstadt aus: 1200 Euro fallen hier für das Wasserspiel vor der Villa Schmidt (inklusive Wasserfall) an, 4500 Euro sind es beim Wasserband, für das ein eigener Tiefbrunnen angelegt wurde. 1200 Euro werden beim Fontänenfeld im Wohngebiet Schneeflären fällig. Gleich null sind die Wasserkosten beim Brunnen im Rosengarten und den Fontänen im Altrhein: Hier kommt das sprudelnde Nass aus dem Stadtweiher.
Teure Unterhaltung
Zu den Verbrauchskosten addiert sich die Unterhaltung der Brunnen. Was für alle Anlagen zutrifft: Nach Saisonende müssen sie, „eingewintert“ werden, wie Peter Grün sagt, im Frühjahr gilt es, sie für den Betrieb wieder fit zu machen. Wenn an den kleineren Brunnen in den Ortschaften diese Arbeiten zumindest zum Teil von den dortigen Hausmeistern übernommen werden können, bleiben die Kosten in einem Rahmen zwischen 150 und 900 Euro pro Jahr. Beim Narrenbrunnen in Marlen und dem Brunnen in Kittersburg beläuft sich der Aufwand auf 1300 beziehungsweise 1100 Euro.
Betreuungsintensiver sind die Anlagen in der Kernstadt: Mit 1800 Euro schlägt die Unterhaltung des Brunnens im Rosengarten zu Buche, mit 2800 Euro die der Fontänen im Altrhein. Für das Fontänenfeld im Wohngebiet Schneeflären fallen 4000 Euro an; fürs Wasserband 5000 Euro – und das, obwohl das Wasserbandteam zweimal pro Woche ehrenamtlich die Reinigung übernimmt. Die Spitzenreiter in Sachen Unterhaltung sind die Fontänen vor der Villa Schmidt (inklusive Wasserfall) mit 5750 Euro und die Kneippanlage im Garten der zwei Ufer mit 9000 Euro: Hier muss der Betriebshof alle zehn Tage zur Reinigung anrücken.

