Abbruch des TDK-Gebäudes

Neubau des Verwaltungszentrums: Abbruch des TDK-Gebäudes bis Jahresende

Vor den eigentlichen Abbrucharbeiten wird in den Fluren des ehemaligen TDK-Gebäudes asbesthaltiger Putz abgetragen und entsorgt.

Wer aktuell über den Rathausplatz geht, dem zeigt sich ein ungewohntes Bild: Das ehemalige Gebäude der Technischen Dienste Kehl (TDK), deren Mitarbeitende im Mai vorübergehend in die Hauptstraße 80 umgezogen sind, ist von Bauzäunen umgeben. Bald wird es hier richtig laut werden. Denn im November soll der Abbruch des Gebäudes beginnen, um Platz für den geplanten Verwaltungsneubau zu schaffen. In seiner Sitzung vom 22. April hatte der Gemeinderat entschieden, die Abbrucharbeiten des TDK-Gebäudes frühzeitig, noch vor dem eigentlichen Baubeschluss, auszuschreiben und zu vergeben. So kann eine Verzögerung des Baustarts für den Verwaltungsneubau um mehrere Monate vermieden werden.

Bevor der eigentliche Abbruch des TDK-Gebäudes losgehen kann, muss asbesthaltiger Putz, der in den Fluren aller Stockwerke zum Einsatz gekommen ist, abgetragen und entsorgt werden. Um eine Ausbreitung der gefährlichen Asbestfasern zu verhindern, haben Mitarbeitende einer Spezialfirma alle betroffenen Flächen bereits mit Kunststofffolien abgeschottet. Der asbesthaltige Putz wird dann voraussichtlich ab Mittwoch, 23. September, mit Fräsen schichtweise abgetragen und mit großen Sauggeräten aus dem Gebäude direkt in bereitstehende, luftdichte Big Bags befördert. Im Anschluss wird das Material fachgerecht und gemäß den gesetzlichen Vorgaben entsorgt. Bevor die Bagger für den Abbruch anrücken können, werden im Laufe des Monats Oktober noch alle verwertbaren und recycelbaren Materialen abgebaut.

Derzeit ist die Stadtverwaltung auf neun Standorte, in eigenen oder gemieteten Immobilien, in der Innenstadt verteilt. Rathaus III, ein ehemaliges Wohngebäude, und das Weinbrennerhaus, in dem beispielsweise Standesamt und Trausaal nicht barrierefrei erreichbar sind, haben schlechte energetische Standards und eine stark sanierungsbedürftige Bausubstanz. Ein Teil der Arbeitsplätze erfüllen zudem nicht die Arbeitsstättenrichtlinien und es fehlen wichtige Funktionsräume wie Besprechungszimmer oder Ausbildungsplätze. Laut Schätzung würden sich die Kosten für eine Sanierung der beiden Häuser, einschließlich TDK-Gebäude, die insgesamt 73 Arbeitsplätze umfassen, auf rund 12,4 Millionen Euro belaufen.
Würde die Verwaltung außerdem in den angemieteten Räumen (Bürgerservice mit Ausländerbüro, Villa RiWa und Rathaus V) bleiben, würden allein bis 2055 5,4 Millionen Euro Mietkosten für insgesamt 42 Arbeitsplätze an den drei Standorten anfallen. Doch auch in diesem Fall wäre der Raumbedarf der Verwaltung nicht gedeckt: 59 Arbeitsplätze müssten dennoch in einem kleineren Neubau untergebracht werden, für den sich die geschätzten Kosten auf 8,4 Millionen Euro belaufen würden. Addiert man die Beträge der Miet- und Sanierungskosten sowie die eines kleineren Neubaus, stehen unter dem Strich 26,2 Millionen Euro den voraussichtlichen Kosten für einen Neubau für 174 Arbeitsplätze von 24,8 Millionen Euro gegenüber.

Durch den geplanten Neubau können etwa 130 Mitarbeitende ins Rathausareal zurückgeholt werden. Dazu gehören auch die aktuell dezentral hinter dem Bahnhof untergebrachten Mitarbeitenden der Informations- und Kommunikationstechnik (IUK), die unter anderem die rund 900 PC-Arbeitsplätze der Stadtverwaltung, der Technischen Dienste Kehl und der Schulen betreuen und sich um zahlreiche Telefonanlagen kümmern. Dass auch in den Rathäusern I und II die Kapazitäten nicht mehr ausreichen, um für alle Mitarbeitenden einen Arbeitsplatz einzurichten, liegt zum einem am starken Bevölkerungszuwachs in Kehl (plus 13,4 Prozent innerhalb von achteinhalb Jahren) und den damit verbundenen höheren Fallzahlen in den bestehenden Aufgabenbereichen. Zum anderen haben Land und Bund Aufgaben auf die Städte übertragen und neue Themenfelder, wie beispielsweise die Bekämpfung invasiver Arten. Beides, Einwohnerzuwachs und zusätzliche Aufgaben, haben den Personalbestand der Stadt steigen lassen.