"Blind" in der Stadthalle

Plädoyer für mehr Toleranz: Schauspiel „Blind“ in der Stadthalle

© Martin Sigmund / DERDEHMEL Urbschat

In einer Zeit, in der schnelles Antworten und pauschales Verdammen von anderen Ansichten Konjunktur haben, zeigt das neue Theaterstück „Blind“ der Erfolgsdramatikerin Lot Vekemans wie wichtig es ist, einander zuzuhören. Zu erleben ist „Blind“ am Dienstag, 10. November, 20 Uhr, in der Kehler Stadthalle in einer Produktion des Alten Schauspielhauses Stuttgart.

Richard, der einst Staudämme und Aquädukte baute, lebt seit dem Tod seiner Frau zurückgezogen in einer exklusiven Wohnanlage. Weil er ihre politischen Ansichten ablehnt, hat er den Kontakt zu seiner Tochter Helen, einer sozial engagierten Anwältin, die mit einem schwarzen Schriftsteller verheiratet ist, abgebrochen. Umso schwerer fällt es ihm, sie um Hilfe zu bitten, weil er fast nichts mehr sieht und nicht mehr allein leben kann.
Als ein Alarm in der Wohnanlage Vater und Tochter für unbestimmte Zeit von der Außenwelt abschneidet, sind sie gezwungen, sich mit ihrer komplexen Beziehung auseinanderzusetzen. Beide sind blind – blind für die Perspektive des anderen und für die Verletzungen, die sie einander zugefügt haben. Aus einem Konflikt um Zuneigung und Anerkennung entwickelt sich ein aktueller Generationenkonflikt um politische Ansichten und moralische Werte. „Blind“ führt vor, wie Auseinandersetzungen um Werte und Ansichten oft den Blick auf tieferliegende Motive und Ängste des Gegenübers versperren.
Das bewegende Zweipersonenstück ist mit dem bekannten Schauspieler Peter Kremer (Siska) und Lisa Wildmann, Ensemblemitglied am Alten Schauspielhaus Stuttgart, hochkarätig besetzt. Tickets gibt es bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen, online unter www.ortenaukultur.de sowie an der Abendkasse. Stadthallenbar und Abendkasse öffnen um 19.30 Uhr.