Bürgerbeteiligung Neumühl

Mit Knete, Klemmsteine und Chenilledraht: Neumühler planen ihren Spielplatz

Der Schulhof vor der Hector-Akademie in Neumühl wirkt auf den ersten Blick wenig einladend. Lediglich ein Kletterturm mit Rutsche lädt zum Spielen ein, ansonsten überwiegen versiegelte Flächen. Doch das Erscheinungsbild soll sich wandeln, möglicherweise bereits ab dem Frühjahr. Wie der Platz vor der Hector-Akademie zukünftig aussehen soll, dazu waren Anwohnerinnen und Anwohner aus Neumühl am Samstag, 26. September, gefragt.

Aus Knete, Klemmbausteinen und Chenilledraht veranschaulichen die Teilnehmenden ihre Vorstellungen für den Platz vor der Hector-Akademie. 

Neumühl wächst – und das nicht weit entfernt von der ehemaligen Grundschule mit den Baugebieten Hühnerbünd und Hühnerbünd II. Im Hinblick darauf, soll der Schulhof an der Elsässer Straße zu einem generationenübergreifenden Quartiersplatz neugestaltet werden, den vom Kind bis zur Seniorin oder zum Senior, jede und jeder nutzen kann. Der Platz wird jedoch nicht in Gänze überplant, da es Rettungswege und unterirdische Versorgungsleitungen (auf dem Hof steht eine Trafostation) zu berücksichtigen gilt. Stattdessen konzentriert sich die Neugestaltung auf fünf Teilflächen, die zusammengelegt eine Kernspielfläche von 500 Quadratmetern ergeben.
Doch was braucht es für eine neue Spiel- und Begegnungsfläche in der Neumühler Ortsmitte? Diese Frage richtete das Planungsteam der Stadt und Ortsverwaltung, vertreten durch den stellvertretenden Betriebshofleiter Frank Wagner, den stellvertretenden Ortsvorsteher Markus Lautschläger sowie Binja Frick, bei der Stadt für Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit zuständig, an die Anwohnerinnen und Anwohner. Mit Papier und Stift, Knete und Klemmbausteinen schickten diese sich an, ihre Vorstellungen auf die ausgelegten Pläne zu bringen. Insbesondere die teilnehmenden Kinder zeigten dabei eine ungebremste Gestaltungsfreude: Aus Knete und Chenilledraht bastelten sie Klettergerüste und Seilbahnen, malten mit Buntstiften eigene Ideen für Wendelrutschen und Klettertürme und errichteten aus Knetstangen Klettertürme mit Wackelbrücken aus Klemmbausteinen. Aus Sicht der erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften auch Sitzgelegenheiten, Picknicktische, Fitness- und Ertüchtigungsgeräte, zusätzliche Mülleimer und Verschattungen nicht fehlen. Der neugestaltete Platz soll zudem für Veranstaltungen und Märkte genutzt werden können. 

Erster Entwurf wird am 10. Oktober präsentiert

Für die Neugestaltung steht ein Budget von rund 300 000 Euro zur Verfügung. Dies ist nicht allein für die Ausstattung vorgesehen. Zusätzlich müssen Bau-, Planungs- und Genehmigungskosten berücksichtigt sowie Bodenuntersuchungen vorgenommen werden. Voruntersuchungen hatten bereits gezeigt, dass die Hauptleitungen (etwa für Strom und Entwässerung) an einigen Stellen gerade einmal 30 Zentimeter unter der Oberfläche verlaufen. Derzeit ist der Schulhof an der Elsässer Straße weitestgehend versiegelt. Das soll so nicht bleiben. Trotzdem müssen die Planerinnen und Planer Sorge dafür tragen, dass entspiegelte Rettungswege, auch bei Nässe, problemlos von den Einsatzkräften befahren werden können. Ebenfalls optimiert werden soll die Beleuchtung des Platzes. Bislang sorgen mit Bewegungssensorik ausgestattete Strahler in der Nacht punktuell für Licht. Künftig sollen LED-Leuchten den Schulhof und seine dunklen Ecken erhellen und so für ein stärkeres Sicherheitsgefühl sorgen.
Deshalb fiel es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu, ihre Wünsche für den neugestalteten Quartiersplatz zu priorisieren. Die Favoriten: Outdoor-Fitnessgeräte einschließlich eines sogenannten Surfers, der den Unterrücken stärkt, ein Wasserspiel samt angeschlossener Pumpe, eine Wendel-Röhrenrutsche, ein Trampolin, das mit dem Rollstuhl befahren und somit auch von Menschen mit Beeinträchtigung genutzt werden kann, sowie eine Nestschaukel. 
Im nächsten Schritt werden die gesammelten und priorisierten Vorschläge in einen ersten Gestaltungsentwurf übersetzt. Diese Aufgabe fällt dem Landschaftsarchitekten Mario Kappis zu, der bereits an der Neugestaltung des Rosengartens beteiligt war. Der Entwurf wird allen Interessierten am Samstag, 10. Oktober, im Foyer der Hector-Akademie vorgestellt. Findet der Entwurf bei den Neumühlerinnen und Neumühlern rasch Zustimmung, soll er bis zum Jahresende dem Ortschafts- und Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt werden. Kann dieser avisierte Zeitplan eingehalten werden, könnte im Frühjahr 2027 mit dem Bau begonnen werden, zeigte sich Frank Wagner zuversichtlich. 

So sieht der Schulhof derzeit aus