Dreharbeiten in der Mediathek

Mediathek wird zur Kulisse für den Abifilm 2026

Die Mediathek an der Marktstraße ist ein Ort zum Schmökern und Lernen, für Lesungen und Kunstausstellungen – und Kulisse für einen Film. Zwischen Bücherregalen und Lesesesseln haben Zwölftklässlerinnen und Zwölftklässler des Einstein-Gymnasiums im Erdgeschoss Szenen für ihren Abifilm abgedreht.

Kameramann Thomas Bringolf filmt einen Mitschüler an einem Tisch.
Dreharbeiten in der Mediathek: Kameramann Thomas Bringolf (links) fängt für den Abifilm Szenen in der Mediathek ein. 

Die Szene erinnert durchaus an einen Hollywood-Streifen: Zwei Schüler sitzen an einem Schreibtisch in der Mediathek und stecken verschwörerisch die Köpfe zusammen. Zwischen den Seiten ihrer Bücher haben sie geheimnisvolle Aufzeichnungen gefunden, die in ihnen einen schrecklichen Verdacht aufkommen lassen. Was sollen sie jetzt tun? Wem sollen sie diese Notizen zeigen? Und wem können sie überhaupt vertrauen? Während sich die Protagonisten gegenseitig diese Fragen stellen, beobachtet Thomas Bringolf das Geschehen konzentriert durch den Sucher seiner Kamera. Mitschüler Silas fängt die Dialoge parallel mit einer improvisierten Tonangel ein. „Wir drehen einen futuristischen Film, in dem die Schule zu einer autoritären Lerninstitution wird, aus der die Schüler ausbrechen wollen“, skizziert Thomas Bringolf die Handlung des knapp einstündigen Films. Die Szene endet damit, dass sich die beiden Protagonisten von ihrem Tisch erheben und auf die Suche nach Verbündeten begeben. Thomas Bringolf nickt zufrieden. Dann zeigt er den beiden Schauspielern, darunter Regisseurin Tugce, die Aufnahme. Die beiden Darsteller sind ebenfalls zufrieden.
„Abifilme haben an unserer Schule mittlerweile Tradition,“ berichtet die 17-jährige Tugce. Zusammen mit Thomas Bringolf zählt sie zu der knapp 15-köpfigen Filmcrew, der es zufällt, bei der Abifeier im Juli einen fertigen Film auf die Leinwand zu bringen. Kein leichtes Unterfangen: „Keiner von uns hatte bislang an einem größeren Videoprojekt mitgearbeitet“, berichtet Thomas Bringolf und lacht. Zuversicht lassen er und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter sich dadurch aber nicht nehmen. Viel Vorwissen haben sie sich über das Internet angeeignet. „Der Rest kommt durch Learning-by-Doing“, ergänzt der 18-Jährige, der privat gerne fotografiert und deshalb mit seiner eigenen Kamera in die Rolle des Kameramanns schlüpft. Dann kehren alle auf ihre Positionen zurück. Die Szene am Tisch wird wiederholt, dieses Mal aus einer anderen Kameraperspektive. Ganz so, wie bei einer professionellen Filmproduktion.

Mediathek als willkommener Szenenwechsel

Am Ende des Drehtags sind Regisseurin und Kameramann mit ihrer Szenenausbeute sehr zufrieden. „Es war ein sehr angenehmer Dreh,“ resümiert Thomas Bringolf. Der überwiegende Teil der Filmhandlung spielt – wenig überraschend – in den Räumen des Einstein-Gymnasiums. Selbst die Cafeteria wurde dort zu einem Fernsehstudio für eine fiktive Nachrichtensendung umgebaut. Entsprechend willkommen war der Szenenwechsel für die Filmcrew: „Es ist mal was anderes, als nur in der Schule zu drehen“, sagt Thomas Bringolf über die Dreharbeiten in der Mediathek. Und nicht nur über die zusätzliche Kulisse freuten sich die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Lobende Worte finden sie auch für die Zusammenarbeit mit Sonja Kuhlmann und ihrem Mediatheksteam: „Die Zusage kam sehr schnell und auch vor Ort hat alles sehr gut funktioniert.“ Darüber hinaus haben die Mediatheksmitarbeitenden den jungen Filmschaffenden während ihrer Dreharbeiten in der Mediathek den Rücken freigehalten. „Es war richtig toll, dass wir hier drehen durften“, zeigt sich Thomas Bringolf dankbar. „Auch für das Mediatheksteam war die Zusammenarbeit sehr positiv“, betont Leiterin Sonja Kuhlmann.

Das Machwerk wird voraussichtlich, so der Plan der Filmschaffenden, im Anschluss an die Abiturfeier auf YouTube zu sehen sein.