THW-Behelfsbrücken (mit Video)
THW errichtet zwei Behelfsbrücken in Neumühl
Kaum zu übersehen waren die beiden großen Teleskopkräne, die am Samstag, 9. Mai, über die Dächer von Neumühl ragten. Während Kräfte des Technischen Hilfswerks Verbindungselemente montierten, hoben sie Brückenteile zentimetergenau über den Gießelbach. Die Aktion war Teil der Erneuerung des Gießelbachdurchlasses in der Elsässer Straße, der Schäden aufweist und langfristig nicht mehr ausreichend tragfähig ist. Damit der Verkehr während der monatelangen Arbeiten möglichst weiterfließen kann, errichtete das THW im Auftrag der Stadt zwei Behelfsbrücken – eine für Fahrzeuge und eine für den Fußverkehr.
Beide Brücken sind rund 18 Meter lang und führen unmittelbar neben dem bestehenden Durchlass über den Gießelbach. Die größere der beiden ist eine sogenannte Bailey-Brücke, ein modulares System, das im Zweiten Weltkrieg von der britischen Armee entwickelt wurde. Sie besitzt eine Fahrbahnbreite von 4,90 Metern und ist für Fahrzeuge bis zu 45 Tonnen ausgelegt. Die Fußverkehrsbrücke ist 2,90 Meter breit. Für den Aufbau waren insgesamt 29 Kräfte im Einsatz. Elf Männer und Frauen des THW-Ortsverbands Müllheim mit seiner Fachgruppe Brückenbau, die 2021 auch bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Einsatz war, wurden von 18 Helferinnen und Helfern des Kehler Ortsverbands unterstützt. Die modulare Fahrzeugbrücke wurde teilweise bereits in Müllheim vormontiert und anschließend zum THW-Ortsverband Kehl transportiert. Von dort aus wurden die einzelnen Elemente nach und nach zur Baustelle gebracht, vor Ort zusammengesetzt und schließlich per Kran der Firma MSG eingehoben. Die Fußverkehrsbrücke wurde weitgehend fertig montiert angeliefert.
Vor dem Aufbau der Behelfsbrücken hat die Firma Rendler Bau Brunnenringgründungen als Fundamente errichtet. Diese waren notwendig, um die hohen Lasten sicher abzuleiten. Zusätzlich wurden Winkelelemente zur Lagersicherung montiert und die Umfahrungsstrecke asphaltiert. Nach dem Einheben der Brücken folgen noch kleinere Restarbeiten, bevor sie für den Verkehr freigegeben werden. Nachdem die alten Sandsteinplatten des Gießelbachdurchlasses abgetragen sind, wird ein neuer Stahlbetonüberbau aufgebaut. Entlang des Durchlasses verlaufen mehrere Versorgungsleitungen, von denen ein Teil ebenfalls erneuert wird. Für die Maßnahme wird der Pegel des Gießelbachs abgesenkt. Die Sanierung soll voraussichtlich in rund vier Monaten beendet sein. Während der Bauzeit wird die Behelfsbrücke einspurig in Richtung Ortsmitte befahrbar sein. Der Verkehr aus Neumühl in Richtung Kork wird über eine ausgeschilderte Umleitungsstrecke geführt. Ausschließlich Busse des öffentlichen Nahverkehrs sowie Fahrzeuge der Müllabfuhr können die Behelfsbrücke Richtung Kork passieren. Dafür wird eine sogenannte Dunkelampel eingerichtet. Nähert sich ein entsprechendes Fahrzeug, kann die Ampel per Knopfdruck aktiviert und so der Gegenverkehr gestoppt werden.
Die Aktion im Video
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