Großbrand

Großbrand bei Koehler Paper: niemand verletzt, keine Gefahr

Großer Feuerwehreinsatz auf dem Gelände der Papierfabrik Koehler: In der Förderanlage zwischen den beiden Silos des kleineren der beiden Biomasseheizkraftwerke ist in der Nacht zum Freitag (3. Juli) ein Brand ausgebrochen. Knapp 100 Feuerwehrleute waren die ganze Nacht über bis in die Morgenstunden im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, versichert Feuerwehrkommandant Viktor Liehr; wegen der Geruchsentwicklung rät er jedoch, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen abzuschalten. Gegen 10 Uhr am Freitagvormittag haben die Technischen Dienste damit begonnen, Löschwasser über das Schuttermühlkanalpumpwerk kontrolliert ins Hafenbecken abzuleiten. Dabei kann es zu geringfügiger Schaumbildung auf der Wasseroberfläche kommen. Das Verfahren ist mit der Unteren Wasserbehörde des Landratsamts Ortenaukreis abgestimmt; der Schaum ist biologisch abbaubar.
 

Ein Großbrand ist in der Nacht auf dem Gelände der Papierfabrik Koehler ausgebrochen.

Die Löscharbeiten auf dem Firmengelände der Papierfabrik Koehler dauern am Freitagvormittag weiter an. Die Kehler Feuerwehr hat die Brandbekämpfung gegen 8 Uhr an die Werksfeuerwehr des Unternehmens und den Brandbekämpfungszug 1 Ortenaukreis übergeben. Dieser setzt sich aus Angehörigen mehrerer Feuerwehren zusammen und löst die nach einer langen Nacht erschöpften Kehler Einsatzkräfte ab.

Beim kontrollieren Einleiten des Löschwassers ins Hafenbecken bildet sich vorübergehend etwas Schaum. Diese ist biologisch abbaubar.

Bereits am Donnerstag (2. Juli) um 19.20 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden, weil es in der Förderanlage brannte. Nachdem die Lage unter Kontrolle schien, übernahm die Werkfeuerwehr der Firma Koehler die Brandwache. Gegen 0.45 Uhr setzte jedoch eine starke Rauchentwicklung ein, die Feuerwehr wurde erneut alarmiert. 

Mit 2500 Liter Wasser versuchten die Einsatzkräfte in der Nacht den Brand in der Förderanlage zwischen den 27 Meter hohen Silos zu löschen – jedoch ohne jeglichen Effekt. „Dass Wasser gar keinen Erfolg bringt, das habe ich so noch nicht erlebt“, beschreibt Viktor Liehr die Komplexität der Einsatzlage. Die Feuerwehr setzte in der Folge fluorfreies Schaummittel ein, um das Feuer am schwer zugänglichen Brandherd zu bekämpfen.

Der Brandort in der Förderanlage ist nur schwer zugänglich.

Gleich zu Beginn des Einsatzes wurde das Schuttermühlkanalpumpwerk abgeschaltet, um zu verhindern, dass Löschwasser ins Hafenbecken gelangt. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde das Erkundungsfahrzeug aus Lahr angefordert: Umfangreiche Messungen hätten gezeigt, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe, erklärte Viktor Liehr. Wegen der Geruchsintensität ist dennoch eine Warnung über die NINA-App erfolgt.

Neben der Werksfeuerwehr der Firma Koehler waren sämtliche Ausrückbereiche der Feuerwehr Kehl im Einsatz; der Ausrückbereich Bodersweier/Zierolshofen/Querbach besetzt die Feuerwache, um die Grundsicherung der Stadt sicherzustellen. Die Führungsgruppe mit der Feuerwehr Willstätt, Atemschutzträger der Feuerwehr Willstätt und die Spezialeinheit Drohne aus Oppenau/Bad Peterstal-Griesbach leistetenn ebenfalls Unterstützung. Zudem ist der Abrollbehälter Atemschutz aus Offenburg auf dem Firmengelände. Auch Kreisbrandmeister Bernhard Frei war vor Ort. In der ersten Phase waren die Johanniter im Einsatz, die dann vom Deutschen Roten Kreuz abgelöst wurden. Auch die Polizei war am Brandort.
Wie lange die Löscharbeiten auf dem Firmengelände noch andauern, lässt sich am Freitagvormittag noch nicht absehen. Die Produktion der Firma Koehler ist durch den Brand nicht beeinträchtigt.