Grundwasseranstieg

Informationsveranstaltung zum Grundwasseranstieg

Im Gebiet um Rheinau sowie in Leutesheim und den benachbarten Kommunen sind die Grundwasserstände seit 2017 stark angestiegen. Einzelne Grundwassermessstellen weisen Gesamtanstiege von rund 50 Zentimetern auf. Nasse Keller sind die Folge. Das Regierungspräsidium Freiburg lädt nun alle Interessierten zur einer Informations- und Austauschveranstaltung am Montag, 26. Oktober, von 18 bis 20 Uhr in die Mehrzweckhalle in Honau (Badstraße 7) ein.

Ziel der Veranstaltung ist es, über den aktuellen Kenntnisstand und die geplante Ursachenuntersuchung zu informieren. Hierzu sind Vertreterinnen und Vertreter des Regierungspräsidiums und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes vor Ort, die Beobachtungen und Erfahrungen aufnehmen und über das weitere Vorgehen informieren.
Die Ursachen des Grundwasseranstiegs sind noch nicht abschließend geklärt. Ein Gutachten ist derzeit in der Ausschreibungsphase. Ergebnisse liegen deshalb noch nicht vor. Lösungsmöglichkeiten für betroffene Grundstücke, Schadensregulierung oder die Klärung von Verantwortlichkeiten können derzeit nicht Thema der Veranstaltung sein.

Regierungspräsidium Freiburg informiert über Zwischenergebnisse zum Grundwasseranstieg

Seit 2017 steigen in rheinnahen Gemeinden südlich der Staustufe Iffezheim die Grundwasserstände; eine Expertengruppe sucht nach den Ursachen.

Nasse Keller und Grundwasser, das direkt unter der Bodenplatte beginnt: In Leutesheim und den benachbarten Kommunen von Rheinau ist das ein bekanntes Problem, über dessen Ursachen viel spekuliert wurde. Nun hat das Regierungspräsidium Freiburg (RP) am Montag, 18. Mai, Oberbürgermeister Wolfram Britz und kommunale Vertreterinnen und Vertreter von Rheinau, Hohnau und Diersheim über den Stand der Untersuchungen zu den bereits seit 2017 ansteigenden Grundwasserständen informiert. Das Phänomen tritt großräumig beiderseits des Rheins südlich der Staustufe Iffezheim auf und ist nicht auf Dammschäden oder das Geothermie-Projekt in Vendenheim zurückzuführen.

Um die Ursachen zu verstehen, arbeitet das Regierungspräsidium eng mit einer Expertengruppe zusammen, der die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), das Landratsamt Ortenaukreis und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Oberrhein angehören. Die wichtigsten bisherigen Erkenntnisse: Der Grundwasseranstieg ist kein lokales Phänomen, sondern betrifft den gesamten staugeregelten Rheinabschnitt südlich der Staustufe Iffezheim, auch auf französischer Seite. Die Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf eine Alterung der Dämme, die weiterhin als stabil und sicher gelten. Auch ein Zusammenhang mit dem Geothermie-Projekt im französischen Vendenheim gilt als sehr unwahrscheinlich, da die Grundwasseranstiege bereits vor dem ersten indizierten Erdbeben im März 2018 begannen und auch weit entfernte Orte, etwa das rund 100 Kilometer entfernte Kembs, betreffen. Nördlich der Staustufe und nur 30 Kilometer entfernt von Vendenheim wird hingegen kein Grundwasseranstieg gemessen. Die Fachleute sehen vielmehr den Rhein selbst, über dessen Flusssohle Rheinwasser ins Grundwasser einsickern soll, als wahrscheinlichste Ursache an. Hinweise darauf seien auch eine unterdurchschnittliche Neubildung von Grundwasser im Zeitraum von 2000 bis 2023 und die Zunahme der Abflüsse von rheinnahen Binnengewässern.
Um offene Fragen zu klären und die Zusammenhänge detaillierter zu analysieren, plant das Regierungspräsidium ein Forschungsprojekt zum Thema. Manuel Winterhalter, Leiter der Umweltabteilung des RP, versicherte, dass die Stabilisierung der Verhältnisse auf dem aktuellen Niveau Grund zur Hoffnung gebe, dass sich das Problem nicht weiter ausweitet. Oberbürgermeister Wolfram Britz begrüßte die transparente Zusammenarbeit: „Wir danken dem Regierungspräsidium und den beteiligten Fachbehörden für die umfassende Information. Auch wenn derzeit keine kurzfristige Lösung in Sicht ist, ist es wichtig, dass wir die Ursachen weiter erforschen und die Bevölkerung regelmäßig über neue Erkenntnisse informieren.“