Gute-Laune-Tag
„Wir wollen nur, dass du lächelst“: Bufdis und FSJlerinnen überraschen mit Gute-Laune-Tag auf dem Marktplatz
Verdutzt bleiben einige Passanten auf dem Marktplatz stehen. Vor ihnen auf dem Boden liegen selbstgebastelte, bunte Plakate mit Botschaften wie: „Du bist genug“, „Das Leben ist zu kurz, um Angst zu haben“ oder „Du bist was ganz Bärsonderes“. Und während die Passanten noch rätseln, meldet sich aus der Ferne plötzlich eine Stimme: „Hallo, darf ich Ihnen eine Schokolade oder einen Glückskeks anbieten?“ Vor ihnen steht Hüsna Aslan. Sie absolviert ein Freiwilligenjahr in der Albert-Schweitzer-Schule. In den Händen hält sie einen Karton mit den versprochenen Süßigkeiten. Szenen wie diese wiederholen sich an diesem Mittwochmittag. Die elf Bufdis und FSJlerinnen der Stadt und des Jugendkellers St. Nepomuk haben sich angeschickt, auf dem Marktplatz mit einer Spontanaktion (ein sogenannter Flashmob) für gute Laune zu sorgen.
„Auf der Welt passieren gerade so viele unschöne Dinge, da wollten wir mit einem Gute-Laune-Tag für etwas positive Stimmung sorgen“, erläutert Hadjer Benahmed. Sie absolviert einen Bundesfreiwilligendienst im Jugendtreff Kreuzmatt. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie im Anschluss daran eine Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin beginnen wird. „Nach der Schule wusste ich zunächst nicht, in welche berufliche Richtung ich mich entwickeln möchte“, berichtet sie. Im Jugendtreff Kreuzmatt hat sie dann festgestellt, das Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen „gefällt mir echt sehr gut“. Gemeinsam mit Hüsna Aslan gehört sie zu dem Team der elf Freiwilligen, die sich diesen Gute-Laune-Mittwoch überlegt haben. Rund 70 Plakate, Banner und Girlanden haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gebastelt. Ihre positiven Botschaften transportieren sie dabei in verschiedenen Sprachen: neben Deutsch und Französisch zusätzlich auch auf Englisch, Türkisch, Arabisch und Kurdisch. Dadurch sollen sich möglichst viele Innenstadtbesucherinnen und -besucher angesprochen fühlen. Das Konzept geht auf. Nicht nur Kehlerinnen und Kehler halten überrascht auf dem Marktplatz inne, auch Gäste aus dem benachbarten Straßburg sowie englischsprachige Touristinnen und Touristen. Selbst eine Studentin aus Usbekistan erreichen die Freiwilligen mit ihren Botschaften. „Oh, wow, das ist echt schön“, kommentiert die Studentin. Das ist auch mehrheitlich der Tenor: Als „schöne Idee“ und „richtig tolle Aktion“, die „andere Akzente setzt“ und für eine „positive Stimmung“ sorgt, loben die Passantinnen und Passanten den Gute-Laune-Tag. Und die gute Laune endet dort nicht. Zusätzlich haben die Freiwilligendienstleistenden ein Glücksrad aufgestellt, an dem sich die Besucherinnen und Besucher versuchen können. Der Clou: Es kann nur gewonnen werden, beispielsweise selbstgebastelte Küchenmagnete mit Komplimenten, Süßigkeiten, Obst und kleine Präsente. Dabei spricht das Glücksrad keineswegs nur Kinder an, auch Erwachsene lassen sich von den Bufdis und FSJlerinnen an diesem Tag beschenken.
„Viele Besucherinnen und Besucher freuen sich darüber, dass wir ihnen einfach nur etwas Nettes geben wollen“, berichtet Melanie Krauß, Projektkoordinatorin Jugend bei der Stadt. Bereits am Eingang zum Marktplatz gibt es den mit Straßenmalkreide auf den Boden aufgetragenen humorvollen Hinweis: „Wir verkaufen nix, wir wollen nur, dass du lächelst.“
Die Planungen zu dem Gute-Laune-Tag begannen vor rund sechs Monaten. „Wir halten es für wichtig, dass die jungen Leute miteinander kooperieren und nicht jeder nur für sich in seiner Einrichtung sitzt“, sagt Melanie Krauß. Jedes Jahr planen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Freiwilligendienst ein gemeinsames Vorhaben. 2021 drehten die damaligen Bufdis und FSJler ein Erklärvideo zur Landtagswahl. Bei den Überlegungen zum gemeinsamen Projekt 2026 kristallisierte sich alsbald ein wiederkehrender Gedanke heraus. Immer wieder sprachen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen über das Weltgeschehen und eine daraus resultierende, pessimistische Grundstimmung – und fassten schließlich den Plan, dem einen Gute-Laune-Tag entgegenzusetzen. Bei den Innenstadtbesucherinnen und -besuchern am Mittwochmittag treffen sie mit ihrer Aktion einen Nerv. „Das sollte es öfters geben“, schwärmt eine Passantin.
Zum Nachhören im Infocast (ab Minute 02:29)
Freiwilligenjahr und Bundesfreiwilligendienst
Wer sich für ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr bewerben möchte, richtet diese an den jeweiligen Träger.
Für das FÖJ ist das der Verein Internationaler Bund (IB). Interessierte bewerben sich online unter https://ib-freiwilligendienste.de/job/572/. Für Fragen ist die Umweltreferentin Dr. Ann-Margret Amui-Vedel telefonisch unter 07851 88-4321 zu erreichen.
Wer sich für ein FSJ in der Gemeinwesenarbeit, in einer Kita oder einer Schule (Tulla-Realschule, Albert-Schweitzer-Schule oder Josef-Guggenmos-Grundschule) interessiert, kann sich direkt unter www.mein-check-in.de/kehl bewerben. Träger des FSJ ist der DRK-Landesverband.
Die beiden FSJ-Stellen im Kulturbüro und in der Mediathek sind bereits besetzt. Die Bewerbungsphase startet in der Regel am 15. Januar und endet Mitte März. Der Freiwilligendienst beginnt anschließend am 1. September.
Die beiden Plätze bei der Feuerwehr sind ebenfalls bereits besetzt.
Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Bundesfreiwilligendienst in der Offen Jugendarbeit zu absolvieren. Wie bei einem Freiwilligenjahr verpflichten sich die Bufdis für zwölf Monate. Bewerbungen sind ebenfalls unter www.mein-check-in.de/kehl möglich.

