Hochwasserübung
Betriebshof übt den Hochwasserfall und schließt zwei Dammscharten
Im Garten der zwei Ufer sind am Donnerstagmorgen (12. März) nacheinander die Dammscharten an der Hagen- und der Gustav-Weis-Straße geschlossen worden. Das kommt eigentlich nur dann vor, wenn das Rheinhochwasser am Pegel im Kronenhof die Meldemarke von fünf Metern erreicht. Allerdings ist der Rhein am Donnerstag in seinem Flussbett geblieben. Stattdessen haben sich Mitarbeitende des Betriebshofs zu einer Übung im Rheinvorland eingefunden.
Lothar Köbel hat den Ernstfall schon zweimal erlebt. In zwei Fällen, in denen der Rhein derart angestiegen ist, dass die Feuerwehr den städtischen Betriebshof anwies, die Dammscharten zu schließen, rückte er mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus. Mit dabei: Dammbalken aus Aluminium, Stützen, Horizontal- und Vertikalverspannungen und jede Menge Schrauben. Damit wurden die insgesamt vier Durchlässe entlang des Rheindamms verschlossen. „Da muss jeder Handgriff sitzen“, sagt Lothar Köbel. Und damit das beim nächsten Hochwasser, das die Fünf-Meter-Marke übersteigt, auch der Fall ist, zeigt Lothar Köbel zusammen mit einigen erfahrenen Kollegen neuen Mitarbeitern, wie die Dammscharten richtig verschlossen werden. Die Übung beginnt dort, wo auch im Ernstfall die erste Dammscharte geschlossen würde: an der Hagenstraße nahe der Villa Schmidt. Die erfahrenen Kollegen machen es vor: Erst werden die Wandanschlussstützen sowie die Mittelstütze aufgestellt und festgeschraubt. Anschließend werden die Dammbalken eingesetzt und mit sogenannten Vertikal- und Horizontalverspannungen befestigt. Jede Aluminiumstrebe hat dabei an der Unterseite eine Schicht aus Moosgummi. Diese sorgt dafür, dass kein Rheinwasser zwischen den Balken durchsickern kann. Dann sind die Neulinge an der Reihe. An der Gustav-Weis-Straße sollen sie nun die Dammscharte schließen. Nach rund einer Viertelstunde ist es geschafft. Die silberglänzende Aluminiumwand steht. Lothar Köbel ist zufrieden: „Das haben sie ganz gut gemacht.“ Ihm ist wichtig, dass die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Betriebshof die einzelnen Arbeitsschritte kennenlernen, aber auch erkennen, wo sich potenzielle Fehlerquellen verbergen, damit das Schließen der Dammscharten im Zweifelsfall reibungslos funktioniert. Es geht um Wissenstransfer. „Viele machen sich keine Vorstellung davon, was für ein Aufwand dahintersteckt“, berichtet Lothar Köbel. Auf die fünf neuen Mitarbeiter, die an diesem Donnerstagmorgen an der Übung teilnehmen, trifft das nun nicht mehr zu. Sie wissen, was von ihnen gefordert wird, wenn die Feuerwehr das Schließen der Dammscharten anweist. Die Übung soll im jährlichen Rhythmus wiederholt werden.
