Klimafrühstück bei der Diakonie

Klimaschonend und lecker: Klimaschutzmanagerinnen zeigen in der Diakonie Kork, wie nachhaltiges Frühstück aussieht

„Der Klimawandel betrifft uns alle.“ Auf Einladung der Hanauerland-Werkstätten der Diakonie Kork im Rahmen der Nachhaltigkeitswochen haben die beiden städtischen Klimaschutz- und -anpassungsmanagerinnen Sofia Späth und Christine Gerardin vor Beschäftigten aus den Werkstätten darüber gesprochen, was ein nachhaltiges Frühstück ausmacht. Und selbstverständlich durfte im Anschluss auch probiert werden, wie ein nachhaltiges Frühstück schmeckt.

Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen stehen hinter einem Tisch voller verpackter und unverpackter Lebensmittel.
Welche Lebensmittel schonen das Klima? Und wie lässt sich daraus ein leckeres Frühstück zusammenstellen? Darüber sprachen die beiden Klimaschutz- und Klimaanpassungsmanagerinnen Sofia Späth (Fünfte von links) und Christine Gerardin (Siebte von links) mit den Beschäftigten der Hanauerland-Werkstätten.

Der Tisch in der Mensa der Hanauerland-Werkstätten war üppig gedeckt: Neben zwei Baguettestangen fanden sich Lyoner und Leberwurst samt veganem Pendant, Streich- und Scheibenkäse, Joghurt, Obstsorten wie Trauben, Äpfel und Birnen, Gemüsesorten wie Paprika, Gurken, Karotten, Salat und Rotkohl, dazu gab es unter anderem Apfelsaft. Dabei standen saisonales und nicht-saisonales Obst und Gemüse, sowie Produkte aus biologischer und konventioneller Landwirtschaft oder Waren mit viel oder wenig Verpackung zur Auswahl. Die neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer standen vor der Aufgabe, aus diesen Zutaten ein möglichst nachhaltiges und klimaschonendes Frühstück zusammen zu stellen. Im Vorfeld vermittelten Christine Gerardin und Sofia Späth worauf es in diesem Zusammenhang zu achten galt: Produkte aus dem Ausland haben lange Transportwege hinter sich und sind somit klimaschädlicher als regionale Alternativen. Auch wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufgezeigt, wie klimaverträglich Herstellungsprozesse für Wurstwaren, Käseprodukte und vegan-vegetarische Alternativen sind. Ein Schlagwort, das dabei immer wieder fiel: Klimagase. „Kühe produzieren während ihrer Verdauung Methan, das ein starkes Klimagas ist“, gab Christine Gerardin ein Beispiel. In der Atmosphäre tragen Klimagase zum Treibhauseffekt bei, indem sie einen Teil der von der Erde abgestrahlten Wärme absorbieren und zurückhalten. Natürliche Treibhausgase ermöglichen eine globale Durchschnittstemperatur von etwa 15 Grad. „Seit der Industrialisierung haben wir viel zu viele menschengemachte Treibhausgase“, erklärte Christine Gerardin. Die Folgen veranschaulichten die Klimaschutz- und -anpassungsmanagerinnen anhand von Schaubildern. Darauf zu sehen waren Waldbrände, trockene Steppen, Extremwetterereignisse, ausgehungerte Menschenmengen oder Menschen auf der Flucht vor Klimakatastrophen. „Wir können den Klimawandel nur abfedern, wenn wir die Klimagase wieder reduzieren“, erläuterte Christine Gerardin.

Mit diesen Worten ging es an den Zutatentisch, an dem die drei Gruppen ein klimafreundliches und zugleich leckeres Frühstück zusammenstellen sollten. Dabei hatten alle drei Menüs eines gemeinsam: einen frisch zubereiteten Obstsalat. Dazu gab es Baguette, wahlweise mit Käse, veganer Lyoner oder Frischkäse und Gurken belegt. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Aufgabe super gelöst“, lobten Christine Gerardin und Sofia Späth die drei Menüs. Denn: „Es ist gar nicht so einfach, ein klimaschonendes Essen zusammenzustellen.“ Die Klimaschutz- und -anpassungsmanagerinnen empfehlen daher, auf heimische, frische und nach Möglichkeit unverpackte Produkte sowie weniger Fleischkonsum zu setzen. „Kleine Entscheidungen können bereits viel bewirken, wenn viele Menschen sie treffen“, sagte Christine Gerardin.