"Macht euch laut"

„Am Ende haben alle getanzt“: Macht euch laut feiert Jugendkultur vor dem Kulturhaus

Eine angenehm-friedliche Atmosphäre, ein trotz leichter Verzögerung reibungsloser Festivalablauf und ein tolles Programm – dieses Resümee ziehen die Beteiligten nach der dritten Ausgabe des Jugendkulturfestivals „Macht euch laut“ am Freitagabend (10. Juli) auf dem Kulturhausvorplatz.

Zum Festivalauftakt spielte die neu gegründete Band Bloom. Sängerin Eiringa Bertulyte (Mitte) und Sara Fejzullahu (links am Klavier) gehörten zur Gruppe der Ehrenamtlichen, die das Fest mitorganisiert haben. 

Den Auftakt machte die Band „Bloom“. Sängerin Eiringa Bertulyte, Sara Fejzullahu am Klavier und der Schlagzeugerin Sasha Roche kennen sich aus der Musikschule im Kulturhaus und haben erst in diesem Jahr als Band zueinander gefunden. Ihren Musikstil beschreibt das Trio als „Pop-Jazz“. Die Gruppe hat einen besonderen Bezug zum „Macht euch laut“-Festival: Sowohl Eiringa Bertulyte als auch Sara Fejzullahu zählen zu den ehrenamtlichen Jugendlichen, die das Festival mitgeplant und mitorganisiert haben. „Programmatisch war das Festival ein Volltreffer“, berichtet die städtische Kulturvermittlerin Lena Mohr. 
Das „Macht euch laut“-Festival funktioniert wie eine Art Prisma, das Einblicke gewährt in die verschiedenen Facetten der gegenwärtigen Jugendkultur. Deutlich erkennbar, und vor allem hörbar, ist die musikalische Facette. Auch die dritte Ausgabe des Jugendkulturfestivals am Freitagabend bot Besucherinnen und Besuchern einen Querschnitt durch die musikalischen Präferenzen der beteiligten Jugendlichen. Die Bandbreite der Genres reichte dabei von Pop-Jazz über Old-School-Hip-Hop bis zu Dark-Alternative-Pop-Rock und elektronischer Dancehall-Musik. Zu den musikalischen Höhepunkten des Abends zählten die Auftritte der aufstrebenden Popsängerin Nina Jacob samt Band und des Kehlers David Cline. Der DJ im Bademantel legte zum Abschluss des Festivals auf und riss mit seiner Musik alle Anwesenden mit. „Egal ob Besucherinnen oder Besucher, Mitarbeitende aus dem Jugendbereich oder an den Imbissständen, am Ende haben alle getanzt“, erinnert sich Melanie Krauß, Projektkoordinatorin Jugend bei der Stadt. Positive Rückmeldungen gab es auch vom Kreativmarkt. Dort präsentierten junge Künstlerinnen und Künstler ihre Werke. Zu bestaunen gab es Zeichnungen, die an Comicbuchmotive erinnerten, aber auch Fotografien und Mode. Einen bleibenden Eindruck auf dem Kulturhausvorplatz hinterlassen haben Henrik Huschle aus Offenburg und Camille Burger aus Straßburg. Die beiden gestalteten die Graffiti-Wand vor dem Kulturhaus in einer Art gemaltem deutsch-französischen Dialog neu, in dem beide das Motiv des anderen ergänzten und somit darauf reagierten. Entstanden sind dadurch vergnügliche Sommermotive mit Fruchttieren und Häschen, die in Cocktailgläsern Abkühlung suchen. Die Nähe zu Frankreich und die kulturellen Einflüsse, die sich durch den gemeinsamen, rheinübergreifenden Lebensraum ergeben, spiegelten sich auch im Bühnenprogramm wider. Sowohl der Rapper Coc9 als auch die Tanzgruppe „Sora and the Collectif Corps & Graph“ stammen beide aus Straßburg. 

„Ich denke, wir haben ein sehr buntes und vielfältiges Festival hingelegt“, resümiert Melanie Krauß. „Für die Jugendszene in Kehl ist das Festival genau das richtige Format“, ergänzt Lena Mohr. Ein Termin für die dann vierte Ausgabe gibt es noch nicht. Geplant ist jedoch, die vierte Ausgabe nicht erneut in den Juli zu legen. Der heiße Sommermonat erwies sich aufgrund des Skate-Contests und der Abifeier des Einstein-Gymnasiums als ungeeignet. In den beiden Jahren zuvor feierten die Jugendlichen im September. Weil der Schuljahresbeginn für das Zielpublikum jedoch eine gemeinhin stressige Zeit ist, waren die Organisatoren für die dritte Ausgabe erstmals in den Juli ausgewichen. "Wir möchten einen Termin, an dem alle Jugendlichen die Möglichkeit haben, zu kommen", sagt Melanie Krauß.

Organisiert wurde das Festival vom Kulturbüro, der Offenen Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit, dem Jugendkeller St. Nepomuk und einer Gruppe ehrenamtlicher Jugendlicher, unterstützt durch den Stadtjugendring und das Kollektiv Connection for Action. An den Infoständen vor dem Kulturhaus präsentierten sich das Cabrini-Center des Caritasverbandes, ein EU-gefördertes Beratungsangebot für Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung, der Tierschutzverein Black Forest for Animals, die Junge Selbsthilfe Ortenau (JuSeO) sowie die Jugend- und Drogenberatungsstelle (kurz Drobs).

Eindrücke vom Festival