Bildungskoordination
Um Chancengerechtigkeit für alle Kinder und Jugendlichen im Stadtteil Kreuzmatt zu erreichen, wurde bis 2014 eine lokale Bildungslandschaft aufgebaut. Hier engagierten sich Menschen aus verschiedenen Bereichen – Bürgerinnen und Bürger, die Stadtverwaltung, soziale und kulturelle Einrichtungen, Schulen, Kindergärten, Unternehmen, Vereine und Kirchen in einem vielfältigen Netzwerk.
Als Weiterentwicklung der Bildungslandschaft im Stadtteil Kreuzmatt wurde nach Projektende eine lokale Bildungslandschaft für die gesamte Stadt Kehl eingerichtet. Daraus entstand 2018 die Bildungskonzeption mit deren Umsetzung und Weiterentwicklung die Bildungskoordination betraut ist.
Der Ansatz des lebenslangen Lernens und die damit verbundenen wissenschaftlichen Erkenntnisse haben deutlich gemacht, dass die formale Schulbildung nicht ausreichend für die Bildung eines Menschen ist.
In Kehl gehen wir von einem breiten, sog. erweiterten Bildungsbegriff aus. Unter Bildung verstehen wir, dass Menschen die Chance haben sich Wissensinhalte anzueignen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln und dadurch eigenverantwortlich ihr Leben zu gestalten, beruflichen Ansprüchen gerecht zu werden sowie aktiv am sozialen und politischen Leben teilzunehmen.
Dieses Bildungsverständnis beinhaltet neben formalen Bildungsorten wie Schule oder Hochschule auch non-formale Bildungsangebote. Es gibt viele Bereiche wie die Familie, die gleichaltrigen Gruppen (Peergroups), die Offene Kinder- und Jugendarbeit etc., in denen für das Leben gelernt wird und in denen sich Gelegenheiten zur ganzheitlichen Bildung ergeben. Diese könnte man als lebensweltorientierte bzw. Alltagsbildung im Vergleich zu schulischer Bildung bezeichnen.
Informelles Lernen: das bundesweite Mentoring Programm „Balu und Du“ in Kehl
Obwohl Balu und Mogli, die beiden Helden aus dem Dschungelbuch, aus ganz unterschiedlichen Welten kommen, werden sie schnell zu Freunden und lernen eine Menge voneinander. Balu lässt Mogli viel ausprobieren, hat Zeit zum Zuhören und beschützt ihn dann, wenn es nötig ist. Nach dem Vorbild des Kinderbuchklassikers funktioniert auch das bundesweite Mentoringprogramm „Balu und Du“in Kehl: Engagierte Studierende der Hochschule für öffentliche Verwaltung übernehmen als Balu individuelle Patenschaften für Grundschulkinder, die in sozial herausfordernden Umständen aufwachsen (Moglis). Mindestens ein Jahr lang treffen sie sich einmal in der Woche mit ihrem Mogli: Sie helfen ihm durch persönliche Zugewandtheit und aktive Freizeitgestaltung, sich zu entwickeln und die Herausforderungen des Alltags erfolgreich zu meistern.
Das Programm läuft derzeit über eine Kooperation mit drei Grundschulen.