Besuch aus Japan
Japanbesuch in der Tourist-Info: Großes Interesse an Kehls grenzüberschreitendem Tourismus
Kehl fasziniert und das weit über die Ortenau hinaus. Im September besuchte eine Gruppe japanischer Tourismus-Studentinnen im Rahmen ihrer Parisreise die Rheinstadt. Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp begrüßte die Gäste in der Tourist-Information. Ein Besuch, der Eindruck hinterließ: Nur ein knappes halbes Jahr später kehrt Chieko Nakabasami, Professorin für Internationales Tourismusmanagement an der Toyo-Universität in Tokio, nach Kehl zurück, um sich mit Christoph Hodapp zu grenzüberschreitendem Tourismus auszutauschen.
Die Grenzlage Kehls ist aus japanischer Sicht äußerst spannend. Der Inselstaat im Pazifik ist ringsum von Wasser umgeben. Festlandgrenzen zu benachbarten Ländern wie China, Taiwan, Süd- und Nordkorea oder Russland gibt es nicht. Wie sieht der Alltag in einer Grenzregion aus? Welchen Einfluss hat das auf Kultur? Und wie bewahrt man sich seine regionale Identität? Mit Fragen wie diesen und großem Interesse hat sich Tourismusprofessorin Chieko Nakabasami an den Kehler Chef der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketings-GmbH, Christoph Hodapp, gewandt.„Kehl und Straßburg bilden zusammen einen grenzübergreifenden Lebensraum“, erläutert er Wirtschaftsförderer. Er berichtet von mehr als 30 000 Menschen, die täglich den Rhein überqueren. Die Gründe dafür sind vielfältig und stehen in einer Grenzregion nicht ausschließlich in Zusammenhang mit Tourismus. Rund 4000 Grenzpendlerinnen und Grenzpendler, die in Straßburg wohnen, arbeiten in Kehl. Etwa 150 Schülerinnen und Schüler, lernen auf der anderen Uferseite. An den Zählstellen in der Innenstadt werden täglich bis zu 15 000 Passantinnen und Passanten erfasst, darunter auch Besucherinnen und Besucher aus Straßburg, die mit der rheinüberquerenden Tram anreisen.
Den akademischen Besuch aus Japan interessiert insbesondere, welche touristischen Angebote unter diesen Vorzeichen unterbreitet werden. "Kehl steht touristisch nicht in Konkurrenz zu Straßburg", betont Christoph Hodapp. Vielmehr sieht er Kehls touristische Angebote als Ergänzung. So ist die Kehl Marketing beispielsweise Mitglied im Netzwerk der Elsässer Fremdenverkehrsämter. Ein solches Angebot, das Tourismusexpertin Chieko Nakabasami gleichzeitig als Kehls größte Tourismusattraktion identifiziert, ist der Garten der zwei Ufer auf deutscher Rheinseite: Zur Landesgartenschau 2004 gestaltet, ergänzt er den Jardin des deux Rives auf Straßburger Seite. Außerdem ist er als Naherholungsgebiet und Anlegestelle für Schifffahrtstouristen beliebt. „Im Garten der zwei Ufer hat man den Eindruck, dass Tourismus und Natur exzellent miteinander harmonisieren“, lobt Chieko Nakabasami. Auf großes Interesse stoßen bei der Tourismusprofessorin auch Regionalismus-Ansätze in Kehl wie beispielsweise der HanauerLandMarkt mit seinen Trachtengruppen und regionalen Beschickerinnen und Beschickern. Kurios: Das Wort "Hanauer“ erinnert phonetisch an den japanischen Ausdruck für Blumenstrauß („hanataba“). „In unserer Region existieren die regionale und europäische Identität ganz natürlich nebeneinander“, erläutert der Wirtschaftsförderer seinem Besuch aus Japan.
Ihre Erkenntnisse zu nachhaltigem, grenzüberschreitendem Tourismus am Beispiel Kehl-Straßburgs bei einem Fachkongress möchte Chieko Nakabasami im September im italienischen Turin präsentieren.
