Übung an neuer Tram (mit Video)
Für den Ernstfall: Feuerwehr übt an neuen Tramzügen
Seit Jahresbeginn fahren sechs der neuen Tramzüge des Modells Citadis 3 auch auf der Linie D über den Rhein. Der Kehler Feuerwehr bescherte dieser Umstand nun zwei Übungsabende der besonderen Art. So erhielten die Feuerwehrfrauen und -männer eine Einweisung in die technischen Neuerungen der Straßenbahnen, die bis zu 286 Passagiere aufnehmen können. Auch an den Vorgängermodellen hatten bereits Übungen stattgefunden.
Mit rot-weißem Flatterband war das dem Rathaus am nächsten gelegene Gleis an der Kehler Endhaltestelle um das neue Trammodell an zwei Montagabenden abgesperrt. In zwei Gruppen führten Mitarbeitende der Straßburger Verkehrsgesellschaft CTS die Feuerwehrleute durch die Straßenbahn, zeigten die Notausgänge und wie sich die Türen von innen von Hand öffnen lassen, wie die Batterie abgehängt wird und wo sich das Rettungsfenster an der Fahrerkabine befindet. Weil die Frontscheibe, wie die Windschutzscheibe eines Autos, mehrfach geklebt ist, taugt diese kaum als Notausstieg für die Person im Führerhaus.
Draußen erfuhren die Feuerwehrangehörigen, wie sich die Frontschürze von der Tram – „wie eine Schublade in der Küche“ – nach vorne ziehen lässt. Zwischen dem Unterbau der Tram bis zum Boden bleibt nur ein 8,5 Zentimeter hoher Zwischenraum, erklärt Ludovic Robinet, im CTS-Depot im Straßburger Stadtteil Cronenbourg für die Unterhaltung der Tramzüge zuständig. Damit soll verhindert werden, dass bei einem Unfall ein Mensch unter die Straßenbahn geraten kann. Obwohl für diesen Fall also technische Vorsorge getroffen ist, übten die Feuerwehrleute das Anheben des Tramzugs. An der 45 Meter langen Citadis 3, die es auf 50 Tonnen Gesamtgewicht bringt, sind mehrere Anhebepunkte markiert – die Feuerwehrangehörigen probten an der zwei Tonnen schweren Fahrerkabine und hoben diese um maximal 25 Zentimeter an. Dies geschah koordiniert auf beiden Seiten, um den Tramzug nicht in eine Schieflage zu bringen.
In den neun Jahren, seit die Tram über den Rhein nach Kehl fährt, hat sich einmal eine Frau in den frühen Morgenstunden ein Bein zwischen Bahnsteig und Tramzug eingeklemmt. Sie hatte großes Glück im Unglück und wurde nur leicht verletzt.
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