Umgestaltung Rosengarten

Nahezu 1000 Einzelrosen gepflanzt – Neugestaltung soll Ende Juni abgeschlossen sein

Seit Dezember 2025 sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs sowie einer Fachfirma für Landschaftsgartenbau aus Lahr dabei, den Rosengarten aufwendig umzugestalten. Inzwischen lässt sich sehr deutlich erkennen, wie die geblümte Parkanlage einmal aussehen soll. Zum Wochenbeginn sind annähernd 1000 Einzelrosen in die dafür vorgesehenen Blumenbeete eingesetzt worden. Die Rosen tragen klangvolle Sortennamen wie „Schneeglocke“, „Kesse Lippe“ oder „Simsalabim“. Oberbürgermeister Wolfram Britz durfte am Donnerstagvormittag (9. April) ebenfalls Hand anlegen und einige Strauchrosen mit der Bezeichnung „Bienenweide Ivory“ pflanzen.

Fast 1000 Einzelrosen sind bereits in den neugeschaffenen Beeten im Rosengarten eingesetzt worden.

Beim Blick auf das mehr als einen Hektar große Areal, das Zug um Zug in eine grüne Oase inmitten der Innenstadt verwandelt wird, gerät der stellvertretende Betriebshofleiter Frank Wagner regelrecht ins Schwärmen. „Stellen Sie sich vor, im Sommer können die Kinder auf dem Spielplatz spielen, die Eltern durch den neugestalteten Rosengarten schlendern, das Gastroangebot in der verkehrsberuhigten Jahnstraße nutzen oder auf den neuen Himmelsliegen an der Seebühne entspannen“, skizziert er. Bis es soweit ist, ist noch eine ganze Reihe an Arbeiten zu erledigen. Ein wichtiger Meilenstein konnte bereits erreicht werden: Die insgesamt zehn Beetstreifen als Herzstück des Rosengartens wurden mittlerweile bepflanzt. Nicht nur Rosen mit klangvollen Namen wie „Lollipop“, „Balou“ oder „Märchenzauber“ wurden dort eingesetzt, zu ihnen gesellen sich auch Staudengewächse. Dabei formen Rosen und Stauden ein Muster, das der natürlichen Struktur von Blättern nachempfunden ist. Das sorgt nicht nur für eine zusätzliche Farbenpracht, sondern erleichtert den Mitarbeitenden des Betriebshofs später die Pflege. Die Stauden bieten einen sogenannten Verdunstungsschutz und sorgen somit dafür, dass die Rosen nicht vorschnell austrocknen. Hinzu kommt, dass die Beete allesamt mit einem speziellen Substrat aufgefüllt wurden, das für den Rosenwuchs optimal ausgestattet ist. Dieses „Null-Substrat“, weil nahezu keimfrei, ist zudem ein guter Boden für an sich weitestgehend anspruchslose Stauden. Auch bei der Rosenauswahl wurde darauf geachtet, dass die Blumen bunt, pflegeleicht und widerstandsfähig sind, damit sich Besucherinnen und Besucher möglichst lange daran erfreuen können. Darüber hinaus wurden zusätzlich zwölf Jungbäume gepflanzt. Sie sollen den Rosengarten verschatten und dadurch für mehr Aufenthaltsqualität sorgen.
Im Oktober, wenn die Außentemperaturen sinken, greifen die Mitarbeitenden des Betriebshofs erneut zu Spaten und Harke: Dann werden im Rosengarten Blumenzwiebeln eingesetzt, aus denen Narzissen, Krokusse und Blausterne (auch Scilla genannt) wachsen. Nachdem die Rosen im Herbst verblüht sind, sollen sie für einen „Winter- und Frühjahrsblütenzauber“ sorgen, wie Frank Wagner es beschreibt. „Dadurch bleibt der Rosengarten ganzjährig für Besucherinnen und Besucher attraktiv.“

Die finale Rose, eine "Bienenweide Ivory", pflanzte Oberbürgermeister Wolfram Britz (rechts) im Rosenbeet ein. Frank Wagner, stellvertretender Betriebhofsleiter, freut sich über den Baufortschritt.

Viele Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung übernommen

Aber nicht nur in den Rosenbeeten soll es blühen, sondern auch in den Staudenbeeten am Eingang zum Rosengarten (von der Seebühne aus betrachtet). An den Böschungsflächen werden zudem Gräser gepflanzt. An Rosensäulen sollen sich Kletterrosen emporranken. Vor dem Pionierdenkmal entsteht ein sogenanntes Gartenzimmer. Das bezeichnet ein Rondell, bestehend aus acht kleinkronigen Zierkirschen. Dort werden Sitzmöglichkeiten angebracht, außerdem soll es einen Stromanschluss geben, sodass dort beispielsweise Trauungen vor blumig-schöner Kulisse vollzogen oder kleine Konzerte gespielt werden könnten. Der Vorschlag, im Rosengarten besagtes Gartenzimmer einzurichten, entstammt der umfangreichen Bürgerbeteiligung 2024. An drei Abendterminen hatte die Stadt Interessierten die Gelegenheit gegeben, sich mit Ideen und Anregungen bei der Neugestaltung der Parkanlage einzubringen. „Als Kernwunsch wurde an uns herangetragen, die Identität des Rosengartens zu erhalten“, berichtet Frank Wagner. Darüber hinaus hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen barrierefreien Zugang zum Rosengarten gewünscht. Auch das in Arbeit: Besucherinnen und Besucher werden die umgestaltete Parkanlage aus allen vier Himmelsrichtungen betreten können. Und abgesehen von einer Treppe, die zur Jahnstraße führt, sind diese Eingänge stufen- und hürdenlos konzipiert. Ein Bürgerwunsch, der indes bereits erfüllt werden konnte, ist der autofreie Abschnitt der Jahnstraße. Pünktlich zum Monatsbeginn am 1. April haben Mitarbeitende des Betriebshofs Poller in den Boden eingelassen, sodass es an dieser Stelle für Autos kein Durchkommen mehr gibt. Bereits 2021 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Parkbuchten in der Jahnstraße als Außenbewirtungsflächen zur Verfügung zu stellen. Im Jahr darauf (2022) entfernten Mitarbeitende des Betriebshofs Teile der Hecke entlang der Jahnstraße und öffneten so den Blick in den Rosengarten. 2024 wurden dann die beiden Gastroterrassen gebaut.
Ebenfalls auf der Zu-Erledigen-Liste des Betriebshofs bis zum Sommer steht ein zusätzlicher Trinkbrunnen. Dieser soll am Verbindungsweg zwischen Jahnstraße und Sankt-Nepomuk-Kirche installiert werden. Die Idee: Radtouristen, die vom Garten der zwei Ufer in die Innenstadt fahren oder in umgekehrter Richtung unterwegs sind, können sich dort erfrischen. Der Standort ist bewusst gewählt, bildet er doch mit den bestehenden Trinkwasserbrunnen auf dem Marktplatz und im Garten der zwei Ufer eine Achse. Ebenfalls auf dem Verbindungsweg, der den Rosengarten von der Seebühne trennt, soll eine Hörbox aufgestellt werden, an der es Hintergrundinformationen zur Geschichte des Rosengartens gibt. Und nahe der Seebühne sollen vier Himmelsliegen aufgestellt werden, die zum Verweilen einladen.
Und noch eine gute Nachricht: Der Gemeinderat hatte die Umgestaltung des Rosengartens vor einem Jahr in seiner Sitzung am 9. April 2025 beschlossen. Damals wurden die Kosten auf rund 700 000 Euro beziffert. In diesem Kostenrahmen bewegt sich das Projekt nach wie vor.

Die Umgestaltung des Rosengartens reiht sich ein in eine Vielzahl von Projekten, die umgesetzt werden und wurden, um die Aufenthaltsqualität in Kehl zu steigern. Selbst geografisch bilden diese Projekte eine Reihe, weshalb Oberbürgermeister Wolfram Britz in diesem Zusammenhang von einer Erholungsmeile sprach. Vom Rosengarten aus führt sie zur 2024 erneuerten Altrheinbrücke und von dort aus weiter zum Wasserband-Spielplatz, der derzeit aufwendig saniert wird, zum gesperrten Weißtannenturm, dessen Sanierung noch bevorsteht, bis zur Schwimmbadstraße, wo bekanntlich das Ganzjahresbad geplant ist. „An ganz vielen Stellen wird von der Stadt für die Stadt investiert“, sagte OB Wolfram Britz.

Zum Nachhören im Podcast (ab Minute 02:03)


Umgestaltung Rosengarten: Arbeiten haben begonnen

Die Arbeiten zur Umgestaltung des Rosengartens haben begonnen. Sie sollen in etwa fünf Monaten abgeschlossen sein. 

Nach einer Umfangreichen Bürgerbeteiligung mit insgesamt drei Terminen, bei der auch Vorschläge von Kehlerinnen und Kehlern eingeholt wurden, hat nun die Umgestaltung des Rosengartens in der Kernstadt begonnen. Der zuletzt zur Landesgartenschau vor 20 Jahren renovierte Park war sichtlich in die Jahre gekommen. Er soll unter anderem barrierefrei gestaltet, mit speziellen Rosen- und Blumensorten neu bepflanzt und durch zusätzliche Sitzgelegenheiten als grüne Oase aufgewertet werden. Aspekte wie Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und eine pflegeleichte Gestaltung spielen ebenfalls eine Rolle.

„In fünf Monaten sollte die Umgestaltung voraussichtlich beendet sein“, erklärt Frank Wagner, Leiter des städtischen Grünflächenmanagements. Aktuell finden Rodungsarbeiten statt. Auch ein Teil der Hecke, die den Rosengarten bislang umschlossen hat, wird entfernt, um die Anlage nach außen hin zu öffnen und besser einsehbar zu machen. Über die Weihnachtsfeiertage bis einschließlich 6. Januar ruhen die Bauarbeiten – in diesem Zeitraum bleibt der Rosengarten für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Anschließend ist er für die Dauer der Umgestaltung gesperrt. In den Beetflächen wird der Boden bis in 1,50 Meter Tiefe abgetragen und mit wasserspeicherndem Substrat aufgefüllt, um Regenwasser besser zu nutzen. Zusätzlich erhalten Beete und Wege neue Einfassungen. Von der Jahnstraße aus entsteht über eine Rampe mit beleuchtetem Handlauf ein barrierefreier Zugang. Darüber hinaus werden neue Wasser- und Stromleitungen verlegt, ergänzend sind neue Rosensäulen und Rankhilfen vorgesehen. In Zukunft können die verschiedenen Pflanzen in dem kleinen Park mit Wasser aus dem Altrhein bewässert werden. Das Rondell vor dem Pionier-Denkmal wird entsiegelt und es wird ein von einem Baumkreis eingefasstes Gartenzimmer angelegt. „Mit Strom und Sitzkreis ausgestattet, können hier dann sogar Trauungen oder kleine Konzerte stattfinden“, sagt Frank Wagner. Außerdem wird, wie auf dem Marktplatz und seit diesem Jahr auch im Garten der zwei Ufer, ein Trinkbrunnen installiert, der an heißen Tagen für Erfrischung sorgen soll.
 
Von „Schneeflocke“ über „Medley Pastel“ bis „Kesse Lippe“ – für die Bepflanzung wurden spezielle Rosenarten aus dem renommierten Rosarium in Baden-Baden bestellt. Ausgewählt wurden besonders widerstandsfähige, pflegeleichte und an den Standort angepasste Sorten. Ergänzend werden neue Blumen und Stauden gepflanzt. Frank Wagner freut sich auf das farbenfrohe Zusammenspiel: „Wenn dann alles blüht, wird es richtig schön bunt“, sagt er. Darüber hinaus werden 20 zusätzliche Jungbäume gepflanzt. Sie sollen künftig für mehr Schatten sorgen – ein Wunsch, der im Rahmen der Bürgerbeteiligung mehrfach geäußert wurde. Vor dem Hintergrund zunehmender Hitzetage soll die zusätzliche Beschattung einen Beitrag zur Aufenthaltsqualität leisten.
Von einigen Bürgerinnen und Bürgern wurde in der Vergangenheit der Pflegezustand des Rosengartens kritisiert. In Zukunft soll es diesbezüglich keine Versäumnisse mehr geben, verspricht Frank Wagner. Die insgesamt 16 Azubis und vier angehenden Garten- und Landschaftsbaumeister der Stadt werden sich um die Pflege des Rosengartens kümmern. Er dient also als praxisnaher Lern- und Ausbildungsort. „Darüber freue ich mich besonders. Denn besser kann man das Handwerk nicht lernen“, sagt Frank Wagner.